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„Die Besucher*innen erwartet ein spannendes und abwechslungsreiches Ausstellungsjahr!“, freut sich Direktor Johan Holten. Die Kunsthalle Mannheim hatte über die letzten Wochen und Monate das gesamte Ausstellungsprogramm für 2021 eingehend geprüft und angepasst. Dazu waren umfangreiche Abstimmungen mit Partnern und Leihgebern weltweit notwendig. „Wir sind glücklich über das Ergebnis“, so Holten. Nun können sich die Besucher*innen über die Verlängerung der Anselm Kiefer Ausstellung freuen, die im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie bisher nicht eröffnet werden konnte. Sobald eine Wiedereröffnung des Museums möglich ist, wird die Schau bis zum 22. August 2021, und damit fast drei Monate länger als ursprünglich geplant, zu sehen sein. Die Verlängerung wirkt sich auch auf die Laufzeiten aller weiteren Ausstellungen 2021 aus. Die für März angekündigte Sonderausstellung James Ensor um das Werk des belgischen „Malers der Masken“ wird ab 11. Juni 2021 präsentiert. MUTTER!, die große internationale Ausstellung in Kooperation mit dem dänischen Louisiana Museum of Modern Art, folgt am 1. Oktober zum Herbstbeginn. Neu im Programm ist die Präsentation MINDBOMBS, die Phänomene des Extremismus und Terrorismus in der zeitgenössischen Kunst beleuchtet und anlässlich des Gedächtnisses an die Anschläge des 11. September 2001 eröffnet werden wird.Anselm Kiefer (bis 22.08.21)Die Kunsthalle Mannheim widmet einem der bekanntesten deutschen Künstler der Nachkriegszeit eine Sonderausstellung. Die Präsentation verbindet drei entscheidende Werkgruppen miteinander: Von frühen Arbeiten wie „Die Große Fracht“ (1981/1996) mit appliziertem Bleiflugzeug über die 14 Meter große Installation „Palmsonntag“ (2007), die zum ersten Mal in Deutschland gezeigt wird, bis zu der raumgreifenden Skulptur „Der verlorene Buchstabe“ (2011-2017) werden monumentale Bilder und Skulpturen präsentiert. Durch die großen, offenen Räume des 2018 eröffneten Neubaus der Kunsthalle können die zum Teil überdimensionalen Arbeiten Kiefers ihre volle Wirkungskraft entfalten. Nicht nur durch ihre reine Größe, auch durch ihre haptische Materialität – die Lieblingswerkstoffe des Künstlers sind Asche und Blei – sind die Werke von Anselm Kiefer überwältigend. Seine in aufwändigen Arbeitsprozessen entstehenden Skulpturen und Gemälde setzt Anselm Kiefer zusätzlich den Elementen, wie Wind, Wasser und Feuer oder sogar der Elektrolyse aus, sodass die Patina der Natur auf den Werkoberflächen sichtbar wird.James Ensor (11.06.21–03.10.21)Das Werk des belgischen Künstlers James Ensor (1860-1949), der berühmte „Maler der Masken“, ist tief in der Geschichte der Kunsthalle Mannheim verwurzelt. Bereits 1928 wurde der Maler dort in einer Einzelausstellung als zeitgenössischer Ausnahmekünstler gefeiert. Nun widmet die Kunsthalle James Ensor erneut eine große Ausstellung, in deren Zentrum das Schicksal eines Bildes steht, das einst zur Sammlung des Museums gehörte: Das Gemälde „Der Tod und die Masken“ wurde 1937 von den Nationalsozialisten als „entartet“ beschlagnahmt und befindet sich heute im Musee des Beaux-Arts Lüttich. Anlässlich der Ausstellung kehrt es temporär nach Mannheim zurück. In den 1950er Jahren wurde als Ersatz für das verlorene Bild das Gemälde „Der tote Hahn“ erworben, das beispielhaft für Ensors Stillleben steht, die einen wichtigen Stellenwert in seinem Schaffen beanspruchen. Als Bild im Bild taucht es in Ensors zentralem „Das malende Skelett“ auf. Um diese drei Bilder gruppieren sich weitere internationale Leihgaben zum Motivkreis Selbstbildnis–Maske–Tod–Stillleben. Ergänzt wird die Schau durch den umfangreichen Grafikbestand des Künstlers in der Kunsthalle. Insgesamt werden über 60 Gemälde, 120 Arbeiten auf Papier sowie einige Masken aus Ensors Besitz zu sehen sein.MINDBOMBS (10.09.21– 27.03.22)RAF, NSU und IS stehen für terroristische Gruppen, deren extremistische Propaganda und politische Gewalt die bildenden Künste zu entschiedenen Reaktionen herausfordern. Die Ausstellung „MINDBOMBS“ eröffnet ab September eine hochaktuelle künstlerische Perspektive auf die Geschichte und politische Ikonografie des modernen Terrorismus. Erstmals werden in drei Sektionen vergleichend die Effekte des sozialrevolutionären, des rechtsextremen und des dschihadistischen Terrorismus auf die visuelle Kultur untersucht. 20 Jahre nach dem 11. September 2001 und 10 Jahre nach der Entdeckung des NSU widmet sich die Ausstellung dem Kampfbegriff „Terrorismus“ und stellt die Macht der Gewalt kritisch dar. Gezeigt werden Arbeiten von Künstler*innen wie Kader Attia, Morehshin Allahyari, Khalid Albaih, Christoph Draeger, Olaf Metzel, Almut Linde, Henrike Naumann und Gerhard Richter. Besonders angesichts rechtsextremer Terrorakte in Deutschland, den USA, Norwegen oder Neuseeland wird deutlich, wie aktuell und relevant die Kritik an politischer Gewalt speziell vor dem Hintergrund der Verbrechen des Nationalsozialismus ist.MUTTER! (01.10.21–06.02.22)Ob liebevoll oder distanziert, nah oder fern, lebendig oder tot – sie bleibt immer Ursprung und Beginn des menschlichen Lebens: Die Mutter. Kaum ein Begriff, ein Konzept, provoziert vielfältigere Assoziationen, Empfindungen und Rollenklischees. Mit dem internationalen Ausstellungsprojekt „MUTTER!“ zeigt die Kunsthalle Mannheim in Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art, wie die veränderte Wahrnehmung von Mutterschaft in der Kunst - von Alten Meistern, über Werke der frühen Avantgarde bis zur Gegenwart - gespiegelt wird. Mit Werken von Egon Schiele, Pablo Picasso und Paula Modersohn-Becker bis hin zu Louise Bourgeois, Yoko Ono und Rineke Dijkstra, konzentriert sich die Schau auf eine Zeit, in der die feministische Bewegung die traditionelle Rolle der Frau in Frage stellt. Vom 20. Jahrhundert mit der Erfindung der Antibabypille und der legalisierten Abtreibung bis hin zu heutigen Rollenkonzepten zwischen biotechnologischen Möglichkeiten und queeren Familienstrukturen, wird das Bild der Mutter im Hinblick auf kulturelle Erwartungen und Normen untersucht. In der Ausstellung treffen zeitgenössische Kunst, historische Werke, Film und Literatur sowie Artefakte aus der Welt der Wissenschaft und der Populärkultur aufeinander, um das facettenreiche Thema der Mutterschaft zu erzählen.AUF EINEN BLICKTitel: Anselm KieferLaufzeit: bis 22.08.21Kurator: Dr. Sebastian BadenTitel: James EnsorLaufzeit: 11.06.21–03.10.21Kuratorin: Dr. Inge HeroldTitel: MINDBOMBSLaufzeit: 10.09.21–27.03.22Kurator: Dr. Sebastian BadenTitel: MUTTER!Laufzeit: 01.10.21 - 06.02.22Kurator*innen: Marie Laurberg (Louisiana Museum of Modern Art), Kirsten Degel (Louisiana Museum of Modern Art), Johan Holten (Kunsthalle Mannheim)

Auch wenn die Kunsthalle Mannheim pandemiebedingt weiterhin geschlossen bleibt, gibt es eine Möglichkeit, die farbenfrohen Künstler-Tagebücher von Michael Buthe kennenzulernen. Kurator Dr. Thomas Köllhofer gewährt am Mittwoch, den 27. Januar, 18.30 Uhr, sowie am Sonntag, den 07. Februar, 15.30 Uhr, in einem Online-Vortrag Einblicke in die Ausstellung „Grenzenlos – Michael Buthes Künstlerbücher“, die am 2. Oktober 2020 eröffnete.Im Werk von Michael Buthe sind Kunst und Leben ein untrennbares Ganzes. In 31 Tagebüchern, die zwischen 1963 und 1994 entstanden, verflechten sich persönliche Erinnerungen mit Zeichnungen und farbprächtigen Collagen, die in der Kunsthalle Mannheim (- 07.03.21) gezeigt werden. In Michael Buthes Tagebüchern entdeckt man anfänglich noch minimalistische Zeichnungen, die aber zunehmend von einer prächtigen Farbwelt verdrängt werden. Ab 1970 unternimmt der Künstler Reisen in den Orient und spätestens nach seinem längeren Aufenthalt in Marokko verändern sich Stil und Schaffensweise grundlegend. Collagen aus Zeichnung, Malerei, eingeklebten Alltagsgegenständen und Materialien besetzen die Fläche. Vier Mal nimmt Michael Buthe an der documenta in Kassel teil, 1984 wird sein Werk im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig präsentiert. AUF EINEN BLICKMittwoch, 27.01.2021, 18.30 Uhr und Sonntag, 07.02.2021, 15.30 Uhr Online-Vortrag „Grenzenlos – Michael Buthes Künstlerbücher“ mit Kurator Dr. Thomas KöllhoferDauer: 60 minTicket: 6 EuroTickets sind über den Online-Shop erhältlich:https://shop.kuma.art/#/product/event/272Voraussetzung für die Teilnahme über ein Mobilgerät ist die aktuelle Version der App „WebEx“, die kostenfrei im App-Store/Play-Store erhältlich ist. Bei Nutzung eines PCs ist die Installation der App nicht nötig.

„Mit diesen poetischen, sensiblen und in Themen- sowie Materialauswahl beeindruckenden Werken hat Ulises Morales Lamadrid die Jury überzeugt“, verkündete die stellvertretende Direktorin der Kunsthalle Mannheim, Dr. Inge Herold, den Gewinner des diesjährigen Deltabeben-Preises. Künstler*innen, das Team der Ausstellung „Deltabeben. Regionale 2020“ sowie rund 50 Besucher*innen nahmen gestern Abend an der digitalen Preisverleihung teil. Aus den insgesamt 29 Positionen, die zur Zeit in den beteiligten Institutionen Kunsthalle Mannheim, Mannheimer Kunstverein und PORT25-Raum für Gegenwartskunst ausgestellt sind, wählte das kuratorische Team Ulises Morales Lamadrid aus. Der Preis ist mit € 3000 dotiert und wird aus Spenden-Mitteln der VR Bank Rhein Neckar finanziert. „Die Entscheidung war bei so einer Vielzahl von qualitätvollen und sehr unterschiedlichen Positionen nicht leicht, aber die Jury hat sich schnell mehrheitlich für Ulises Morales Lamadrid ausgesprochen“, erklärt Dr. Inge Herold. Der Künstler wurde 1966 in Havanna, Cuba geboren und studierte Freie Kunst an der Universidad de la Habana. Heute lebt und arbeitet er in Neustadt an der Weinstraße. Er beteiligte sich an zahlreichen internationalen Ausstellungen und war 2015 Stipendiat des Botnik Studio, Göteborg. Im Zentrum seiner Arbeit, die sich zwischen Malerei, Skulptur, Zeichnung und Installation bewegt, stehen der Mensch, dessen soziale Umgebung sowie die Gedächtniskultur. Auch in den beiden Werken, die für die Regionale ausgewählt wurden und in der Ausstellung im PORT25-Raum für Gegenwartskunst zu sehen sind, klingen diese Themen an. Die Installation „Operación inversa (Umkehrung der Ideale)“, 2015-2020, etwa zeigt Fotoporträts schwarzer Menschen aus Kuba, die in goldenen Puderdosen platziert sind, und stellt Stereotype in Frage, die nicht nur für die kubanische Gesellschaft stehen. Die „Deltabeben. Regionale 2020“ (bis 24.01.21) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kunsthalle Mannheim, des Mannheimer Kunstvereins, des PORT 25- Raum für Gegenwartskunst, des Wilhelm-Hack-Museums und des Kunstvereins Ludwigshafen. Die Ausstellung wird seit 2010 im zweijährigen Turnus jeweils in Mannheim und Ludwigshafen gezeigt. In der diesjährigen sechsten Ausgabe sind die drei Mannheimer Institutionen Austragungsort der Regionale. In den Ausstellungen werden Werke von insgesamt 29 internationalen zeitgenössischen Künstler*innen aus verschiedenen Generationen präsentiert, deren Lebensmittelpunkt und Atelierstandort sich in der Rhein-Neckar-Region befindet. Die Kunsthalle Mannheim präsentiert im Jugendstilbau des Museums 10 Positionen, die in ihrer Vielfalt alle relevanten Medien des gegenwärtigen Kunstschaffens repräsentieren, von Malereien über Fotografie und Zeichnung bis zu multimedialen Installationen.  Die Ausstellung wird gefördert durchVR-Bank Rhein Neckar eGKulturamt Stadt Mannheim

Die Kunsthalle Mannheim begeht das neue Jahr mit einem digitalen Blick hinter die Kulissen. Zur Ausstellung „Deltabeben. Regionale 2020“, die am 19. November 2020 digital eröffnet wurde, geben im Januar neue Online-Angebote Gelegenheit, die Ausstellung und beteiligten Künstler*innen kennenzulernen. Antonella B. Meloni, aus dem kuratorischen Team der Kunsthalle Mannheim, nimmt die Teilnehmer*innen am Donnerstag, den 7. Januar 2021, 10.30 Uhr, sowie am Sonntag, den 17. Januar 2021, 12 Uhr, mit auf eine digitale Entdeckungstour. In Online-Vorträgen lässt Meloni hinter die geschlossenen Museumstüren blicken und beantwortet Fragen zu der Entstehung und den Inhalten der Präsentation. In der „Bar der Gegenwart“ sprechen am Mittwoch, den 13. Januar, 19.30 Uhr, die Künstler*innen der Regionale über ihre Werke, über die Themen, die sie aktuell beschäftigen und die Kunstszene in der Metropolregion Rhein-Neckar. Mit der Veranstaltungsreihe „Bar der Gegenwart“ lädt die Kunsthalle regelmäßig dazu ein, bei einem Drink mit lokalen wie internationalen Künstler*innen, Macher*innen und Denker*innen darüber zu diskutieren, wie Kunst das Leben bestimmt.  Die „Deltabeben. Regionale 2020“ (bis 24.01.21) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kunsthalle Mannheim, des Mannheimer Kunstvereins, des PORT 25- Raum für Gegenwartskunst, des Wilhelm-Hack-Museums und des Kunstvereins Ludwigshafen. Die Ausstellung wird seit 2010 im zweijährigen Turnus jeweils in Mannheim und Ludwigshafen gezeigt. In der diesjährigen sechsten Ausgabe sind die drei Mannheimer Institutionen Austragungsort von Deltabeben. In den Ausstellungen werden Werke von insgesamt 29 internationalen zeitgenössischen Künstler*innen aus verschiedenen Generationen präsentiert, deren Lebensmittelpunkt und Atelierstandort sich in der Rhein-Neckar-Region befindet. Die Kunsthalle Mannheim präsentiert im Jugendstilbau des Museums 10 Positionen, die in ihrer Vielfalt alle relevanten Medien des gegenwärtigen Kunstschaffens repräsentieren, von Malereien über Fotografie und Zeichnung bis zu multimedialen Installationen. AUF EINEN BLICKDonnerstag, 7.01.21, 10.30 Uhr & Sonntag, 17.01.21, 12 UhrOnline-Vortrag zur Ausstellung „Deltabeben. Regionale 2020“Mit Antonella B. Meloni, KuratorinTicket: 6 Euro ProgrammPlus:Mittwoch, 13.01., 19.30 UhrDigitales Künstlergespräch: „Bar der Gegenwart“ Online-Veranstaltung im Rahmen der Sonderausstellung „Deltabeben. Regionale 2020“Mit Dr. Sebastian Baden, Kurator Kunsthalle MannheimModeration: Dörte Dennemann, Kunsthalle MannheimTicket: 5 Euro Hinweis: Tickets für die digitalen Veranstaltungen sind über den Online-Ticket-Shop der Kunsthalle Mannheim erhältlich. Mit dem Kauf des Tickets erhalten die Teilnehmer*innen den Teilnahme-Link.Voraussetzung für die Teilnahme über ein Mobilgerät ist die aktuelle Version der App „WebEx“, die kostenfrei im App-Store/Play-Store erhältlich ist. Bei Nutzung eines PCs ist die Installation der App nicht nötig. Die Ausstellung wird gefördert durchVR-Bank Rhein NeckarKulturamt Stadt Mannheim

Nach einer langen und spannenden Entwicklungszeit mit Workshops, Testings und Debug-Partys haben wir im Oktober das erste Kunsthallen Game veröffentlicht: memo.Eine besondere Freude war uns das beispiellose Teamwork aus Kunsthalle, den Digital- und Spielentwicklern Glam Games und Klangerfinder sowie vielen begeisterten Schüler*innen des Max-Born-Gymnasiums in Neckargemünd.Das neue memo-Game ist eine Augmented Reality App für Kinder. Als game & guide Anwendung verbindet es spielerische Elemente mit Informationen zu ausgewählten Werken der Kunsthalle und jeder Menge Spaß an neuer Technologie.Die eigentliche Spielidee hat eine lange Tradition: das „tableau vivant“. Bereits im 18. Jh. wurden berühmte Gemälde als „lebende Bilder“ nachgestellt. Im memo-Game wird diese Verbindung aus Theater und Malerei als Spiel der Muse Thalia aufgegriffen. Sie ist ein gern gesehener Gast der Kunsthalle und wird von vier Kids, der memo-Gang, unterstützt. Und das ist jetzt nötiger denn je. Denn es gibt ein Problem: der unheilvolle Besuch der neidvollen Lithi …Jedes der gefundenen Werke wird durch AR-Technologie mit einer witzig-hintergründigen Manga-Adaption der Gameentwickler Caty Blättermann und Dimosthenis Gkantzos überlagert. Der Wechsel zwischen Original und Interpretation schärft den Blick, wirft Fragen auf und öffnet neue Perspektiven. Kurze Bildbeschreibungen vertiefen das Verständnis. Wer ein kleines Geschicklichkeitsspiel löst, kann aus jedem Werk Objekte herauslösen, einsammeln und damit einen eigenen Avatar ausstatten. Die AR-Funktion des Smartphones oder Tablets zaubert die dreidimensionale Figur des Avatars mit sämtlichen Fund- und Kleidungsstücken direkt in die Hand der Kinder oder wo immer man den Avatarmarker platziert. Einem Fotoshooting und der feierlichen Aufnahme in die memo-Gang steht also nichts mehr im Wege, wenn alle Kunstwerke gefunden und erforscht wurden. Und vielleicht haben manche Feuer gefangen und entdecken ihr Talent fürs tableau vivant. Das Team der Kunsthalle freut sich auf neue Meisterwerke. Das memo-Game kann über den Play- oder Appstore kostenlos heruntergeladen werden. Wer möchte, erhält auch ein Leihgerät in der Kunsthalle. Für eine Schutzgebühr ist ein zusätzliches Postkartenset mit allen elf Meisterwerken, Bildbeschreibungen und Avatarmarkern für das Museum in den eigenen vier Wänden erhältlich. Aber unvergleichlich bleibt es doch, das Spiel vor Ort in den Kuben und Galerien der Kunsthalle auszuprobieren. Das memo-Game wurde von der Kunsthalle Mannheim gemeinsam mit den Digitalpartnern Glam Games GbR und Klangerfinder GmbH Co KG mit freundlicher Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH und MFG Baden-Württemberg mbH entwickelt.Ein erstes Update mit neuen Features steht schon in den Startlöchern und ist wahrscheinlich Anfang Februar in den Stores erhältlich.

Als Lichtpassage mit wechselnden Farbsequenzen markiert die eigens für die Mannheimer Kunsthalle konzipierte Installation "Split Decision" des amerikanischen Künstlers James Turrell (*1943) den Übergang zwischen der zeitgenössischen Museumsarchitektur und dem Jugendstilbau. Der vieldeutige Titel (Geteilte Entscheidung) verweist einerseits auf die Gegenüberstellung zweier Licht- und Farbquellen und gibt andererseits den Anstoß für eine philosophische Lesart, die wesentlich mehr mit dem Lichtfest Weihnachten –insbesondere in Zeiten der weltweiten Corona-Pandemie – zu tun hat als im ersten Moment vielleicht gedacht.SPLIT DECISION: FARBE – LICHT – RAUMIn seinen Lichtinstallationen und -architekturen nimmt Turrell die spezifischen Gegebenheiten eines Ortes zum Anlass, Licht- und Farbsequenzen zu einem immersiven Raumerlebnis zu verdichten. Das Licht wird zur Materie. Es dehnt sich im Raum aus und lässt die Grenzen unserer gewohnten Wahrnehmung verschwimmen. Turrell entlässt Licht und Farbe in den Raum, sodass sie nicht mehr – wie beispielsweise in der abstrakten Malerei – an einen Bildträger (z. B. eine Leinwand) gebunden sind. Das Licht ist hierbei keine bloße Helligkeitsquelle mehr, sondern wird zur Hauptakteurin seiner Arbeit. Dass sich unser Auge an keinen bekannten Objekten oder Strukturen orientieren kann und durch das abstrahierte Licht auf sich selbst zurückgeworfen wird, verbindet Turrell auch mit Künstler*innen des französischen Impressionismus wie Paul Cézanne. Dieser erkannte in der Farbe einen Ort, an dem „das Bewusstsein und das Universum zusammentreffen.“ (zitiert und übersetzt nach: Gasquet, Joachim: Cézanne, Paris 1926) In den Arbeiten Turrells ist es das Licht, das einen solchen Reflexionsraum eröffnet: „Auf eine gewisse Art und Weise verbindet das Licht die spirituelle Welt mit der ephemeren, physischen Welt.“ (James Turrell; zitiert nach: Homepage des Guggenheim Museum 2019/Museum Frieder Burda 2018)DIE SPIRITUELLE BEDEUTUNG DES LICHTSTurrells atmosphärischer Lichtraum stellt unsere eigene, persönliche Wahrnehmung und Erfahrung mit dem Licht in den Mittelpunkt. Für jede*n kann das Licht eine andere subjektive, spirituelle Bedeutung haben. In vielen Kulturen und Religionen der Welt ist das Licht in all seinen Formen Bestandteil von Riten und Festen:Am Weihefest Chanukka, das Jüdinnen und Juden im November oder Dezember feiern, wird im familiären Kreis acht Tage lang jeweils ein Licht am Chanukka-Leuchter angezündet. Damit soll an zentrale Ereignisse in der Geschichte des jüdischen Volkes erinnert werden, u. a. an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem (164 v. Chr.). In dem Lichtwunder des acht Tage lang brennenden Leuchters manifestieren sich im jüdischen Glauben die Anwesenheit Gottes und die Aufgabe der Gläubigen, Hoffnung und Licht in eine düster gewordene Welt zu tragen.Die Laternenlichter an St. Martin oder die Kerzenlichter des Adventskranzes begleiten Christ*innen in der (Vor-)Weihnachtszeit. Sie bereiten den Heiligen Abend vor, an dem die Geburt von Jesus Christus gefeiert wird, der als Hoffnungsträger Licht in die Welt brachte. Papier- und Strohsterne schmücken Weihnachtsbäume und erinnern an den Stern, der den Hirten und den Heiligen Drei Königen den Weg zum Geburtsort Christi, einem Stall in Bethlehem, zeigte.Viele Muslim*innen gedenken dem Geburtstag des Propheten Mohammad mit dem Lichterfest Maulid an-Nabī in der 12. Nacht des dritten Monats im islamischen Mondkalender. Mit Feuerwerken, Fackelzügen und mit Kerzen geschmückten Moscheen gedenken sie dem Tag, an dem die in Dunkelheit gehüllte Welt durch die Geburt des Propheten in Licht getaucht wurde.Mit dem mehrtägigen Lichterfest Diwali gedenken Hinduist*innen ebenso der positiven Strahlkraft des Lichts, die sinnbildlich für eine göttliche Macht steht, die die Menschen von weltlichen Leiden befreit.LICHT(BLICKE)Lichtfeste, welcher Religion oder welchem Kulturkreis sie auch verbunden sein mögen, sind Zeichen der Hoffnung und stellen Lichtblicke in finsteren Zeiten dar. Im Jahr 2020 – in Zeiten der Corona-Pandemie, die gesellschaftliche, wirtschaftliche, klima-, aber auch kulturpolitische Missstände in der Welt weiter verschärft und insbesondere Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, belastet und fordert – sind Reflexionsräume, wie sie Turrell in "Split Decision" für jede*n Einzelne*n schaffen möchte, von großer aktueller Relevanz.So stehen wir alle dieses Jahr vor einer Art „Split Decision“, nämlich der nicht einfachen, eigenverantwortlichen Entscheidung, wie und in welchem Kreis religiöse und kulturelle Feste oder Zusammenkünfte, darunter auch das Weihnachtsfest 2020, begangen werden können. So wird die Zeit gegen Ende des Jahres von vielen Fragen begleitet, die wir uns selbst stellen (müssen):Welche Auswirkungen haben meine Entscheidungen? Welches Gewicht hat mein Handeln in Zeiten der Krise? Und was sind trotz der aktuellen Situation Lichtblicke im kommenden Jahr?Turrells Rauminstallationen sind hierfür geeignete (Rückzugs-)Orte, weil sie dem Sehen, aber auch dem Träumen in der Auseinandersetzung mit dem Licht gewidmet sind.So hoffen wir, das Team der Kunsthalle, dass unsere Besucher*innen Turrells (be)sinnliche Lichtinstallation bald wieder vor Ort erleben können, denn #Ohne Kunst und Kultur wird‘s still.

Am 29. November hätte die Kooperationsausstellung Deltabeben Regionale 2020 in der Kunsthalle Mannheim, dem Kunstverein und dem PORT25 – Raum für Gegenwartskunst eröffnen sollen. Durch die Verlängerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie ist eine analoge Öffnung bis auf weiteres nicht möglich. Daher laden die beteiligten Institutionen zu einem gemeinsamen digitalen „Grand Opening“ am Samstag, den 12. Dezember, um 17 Uhr, ein. „Wir möchten den Besucher*innen schon einen ersten Einblick in die künstlerische Vielfalt der Region bieten, die sich hier beeindruckend darbietet“, erklärt Dr. Sebastian Baden vom kuratorischen Team der Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim. Johan Holten, Direktor der Kunsthalle, wird das Publikum am Samstag online begrüßen und vom Entstehungsprozess der Regionale berichten. Eine Jury, die sich aus den kuratorischen Teams der drei Häuser zusammensetzte, wählte die Künstler*innen aus, die zuvor von einem Expertengremium vorgeschlagen wurden. Im Anschluss stellen die kuratorischen Teams der teilnehmenden Institutionen die Präsentationen in kurzen digitalen Rundgängen vor. Alle Teilnehmer*innen haben anschließend die Möglichkeit, sich in wechselnden Kleingruppen in einer Art Speed-Dating zu kurzen Gesprächsrunden mit den Künstler*innen auszutauschen. In der Kunsthalle Mannheim sind zehn Positionen im Jugendstilbau des Museums präsentiert, die alle relevanten Medien des gegenwärtigen Kunstschaffens repräsentieren, von der Malerei über Fotografie und Zeichnung bis zu multimedialen Installationen oder auch Performance. Deltabeben Regionale 2020 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kunsthalle Mannheim, des Mannheimer Kunstvereins, des PORT25 – Raum für Gegenwartskunst, des Wilhelm-Hack-Museums und des Kunstvereins Ludwigshafen. Die Ausstellung wird seit 2010 im zweijährigen Turnus jeweils in Mannheim und Ludwigshafen gezeigt. In der diesjährigen sechsten Ausgabe werden Werke von 29 internationalen zeitgenössischen Künstler*innen aus verschiedenen Generationen ausgestellt, deren Lebensmittelpunkt und Atelierstandort sich in der Rhein-Neckar-Region befinden.   AUF EINEN BLICKProgrammPlus:Samstag, 12.12.20, 17 UhrDigitale AusstellungseröffnungGrand Opening Deltabeben Regionale 2020Begrüßung: Johan Holten, Kunsthalle Mannheim Einführungen:Marlene Harles, Mannheimer KunstvereinImke Koch, Mannheimer KunstvereinKim Behm, PORT25 – Raum für GegenwartskunstYvonne Vogel, PORT25 – Raum für GegenwartskunstDr. Sebastian Baden, Kunsthalle MannheimAntonella B. Meloni, Kunsthalle Mannheim Moderation: Dörte Dennemann, Kunsthalle Mannheim Weitere Informationen zur Veranstaltung und den Zugangslink finden Sie ab Samstag, 12.12., 12 Uhr auf www.kuma.art

Anlässlich der Ausstellung „Umbruch“ startete im Oktober die digitale Vortragsreihe „Das Museum der Zukunft – Kunstmuseen im Kontext urbaner Diversität“, mit Beiträgen von internationalen Expert*innen aus dem Bereich der Museums- und Stadtplanungsszene. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Museen im Kontext ihrer stadtplanerischen Entwicklungen, ihrer wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen sowie im Gefüge ihrer vielfältigen Stadtgesellschaften Orte der Kultur, der Begegnung, der Teilhabe und des Verhandelns von Gegenwart sein können. Die Beiträge stellen Modelle einer Museums- und Kulturinstitutionsarbeit vor, die die aktuellen Entwicklungen ihres jeweils spezifischen urbanen Kontextes reflektiert und mitgestaltet. Die Vortragsreihe findet in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.V. statt, im Rahmen des Projektes „Öffentliche Räume“.  Der niederländische Architekt und Stadtplaner Winy Maas verglich die städtebaulichen, sozialen und politischen Eigenheiten der Städte Rotterdam, Mannheim und Marseille miteinander. Für Marseille hat Maas im Zuge der europäischen Wanderbiennale Manifesta 13 mit seinem Rotterdamer Architekturbüro MRDV die interdisziplinäre Forschungspublikation „The Grand Puzzle“ über Marseille und seine Metropolregion erstellt, die als Vorstufe zur Umsetzung der Biennale gedacht wurde. Die Ergebnisse umfassen Analysen der Stadt durch Interviews und Raumdaten und, darauf aufbauend, Vorschläge für mögliche urbane Interventionen und mögliche Zukünfte der Stadt.Link zum Vortrag: What’s Next?. Vortrag in englischer Sprache von Winy Maas, MRDV / The Why Factory, Rotterdam  In einem zweiten Vortrag sprach Dr. Cara Courage über den Bereich Projekt „Tate Exchange“ der Tate Modern in London, welches exemplarisch für eine strukturelle Erweiterung der Museumsarbeit durch die Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft steht. Mit lokalen Communities sowie (inter-)nationalen Expert*innen aus den Bereichen Kunst, Bildung, Gesundheit und Community-Building wird ein Programm erarbeitet, das unter einem jährlichen Thema die Auswirkungen von Kunst auf Einzelpersonen, Gemeinschaften und Gesellschaften untersucht sowie zur Debatte einlädt.Link zum Vortrag: Art museums and the idea of placemaking. Vortrag in englischer Sprache von Dr. Cara Courage, Head of Tate Exchange Tate Modern, LondonIm CityScienceLab der HafenCity Universität Hamburg erforscht Dr. Hilke Berger mit Partner*innen aus der Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Veränderung von Städten im Kontext der Digitalisierung. In ihrem Beitrag gab sie einen Überblick über die Diskussionen und Ansätze zur Frage, welche Rolle Kunstmuseen in der Stadt der Zukunft einnehmen wollen und können.Link zum Vortrag: Von Umbruch zu Aufbruch: Welches Museum braucht die Stadt der Zukunft? Vortrag in deutscher Sprache von Dr. Hilke Marit Berger, Research Programm CityScienceLab, HafenCity University HamburgAuf die Beiträge von Winy Maas, Cara Courage und Hilke Berger (s.u.) folgen nun zwei weitere Vorträge:Mittwoch, 9.12.20, 19.30 Uhr"How to transform a biennial into a platform of social change". Vortrag in englischer Sprache von Hedwig Fijen, Gründungsdirektorin der europäischen Biennale ManifestaDirect-Link: https://bit.ly/3prGYDKMittwoch, 16.12.20, 19.30 Uhr"Dokk1 – rethinking public space praxis". Vortrag in englischer Sprache von Marie Oestergaard, Direktorin der Aarhus Public Libraries und Dokk1, Aarhus, Denmark. Direct-Link: https://bit.ly/2It2kQ1

St. Petersburg, Zürich, Palermo, Marseille – die Kunstbiennale „Manifesta“ bewegt sich seit ihrer Gründung 1993 durch Europa und steht beispielhaft für den Dialog zwischen Kunst und Gesellschaft. Die Gründungsdirektorin Hedwig Fijen ist am 9. Dezember, um 19.30 Uhr, digital zu Gast in der Kunsthalle Mannheim und spricht darüber, wie sich die Wanderbiennale für zeitgenössische Kunst zu einer Plattform des sozialen Wandels entwickelt hat. Die Kunsthalle setzt damit ihre digitale Vortragsreihe „Das Museum der Zukunft – Kunstmuseen im Kontext urbaner Diversität“ in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.V. fort. Das Kunstprojekt „Manifesta“ wurde 1993 in Rotterdam gegründet und fand bereits in mehr als zwölf europäischen Metropolen statt, in diesem Jahr in Marseille. Unter der Leitung der Niederländerin Hedwig Fijen hat sich die Manifesta zu einer der einflussreichsten Biennalen der Welt entwickelt, die die intensive Vernetzung mit der Stadtgesellschaft ihres Austragungsortes anstrebt. Dafür steht vor allem das Vorprogramm aus Ausstellungen, Konzerten, Workshops und Konferenzen, das erstmals 2018 in Palermo stattfand. Als Grundlage für das Konzept in Marseille entstand außerdem im Vorfeld und in Zusammenarbeit mit dem Rotterdamer Architektur- und Stadtplanungsbüro MVRDV eine Studie zu den sozialen, kulturellen, ethischen, religiösen und geografischen Strukturen der Stadt. Auf diese Weise wurde ein Prozess angestoßen, der weit über die „Manifesta“ hinausgeht, um die urbane Zukunft Marseilles zu bereichern. Anlässlich der Ausstellung „Umbruch“ (17.07.-18.10.2020) hat die Kunsthalle Mannheim die digitale Vortragsreihe „Das Museum der Zukunft – Kunstmuseen im Kontext urbaner Diversität“ mit Beiträgen von internationalen Expert*innen aus dem Bereich der Museums- und Stadtplanungsszene ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt steht, wie Museen auf aktuelle gesellschaftliche Umbrüche reagieren und wie sie im Kontext ihrer vielfältigen Stadtgesellschaften Orte der Begegnung und der Teilhabe sein können. Die Beiträge stellen neue und erfolgreiche Modelle einer Museumsarbeit vor, die die aktuellen Entwicklungen ihres urbanen Kontextes reflektiert und mitgestaltet. Die Vortragsreihe findet in englischer Sprache statt und ist zugänglich über die Website der Kunsthalle Mannheim oder direkt über den Webex-Link: https://bit.ly/3prGYDK Mitschnitte der vergangenen Vorträge sind auf dem Vimeo-Kanal der Kunsthalle Mannheim verfügbar. Der letzte Vortrag der Reihe findet am 16.12.2020 statt, mit Marie Oestergaard, Direktorin der Aarhus Public Libraries und Dokk1, Aarhus, Dänemark. Eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes „Öffentliche Räume“ des Heinrich Böll Stiftungsverbundes. AUF EINEN BLICKProgrammPlus:Mittwoch, 09.12.20, 19.30 UhrProgrammPlus Diskurs: „Das Museum der Zukunft – Kunstmuseen imKontext urbaner Diversität“„How to transform a biennial into a platform of social change“Vortrag in englischer Sprache von Hedwig Fijen, Gründungsdirektorin dereuropäischen Biennale ManifestaDie Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.Moderation: Johan Holten, Direktor Kunsthalle Mannheim, Dörte IlsabeDennemann, Kunsthalle Mannheim, Roxane Kilchling, Heinrich Böll StiftungBaden-Württemberg

Mit viel Vorfreude habe ich den Transport der Kunstwerke von Anselm Kiefer erwartet. Für den Aufbau der Ausstellung musste unser Team früh mit der Planung beginnen. Wie bei anderen Ausstellungen gibt es dafür Zeit- und Hängepläne; in diesem Fall spielten die Größe, das Gewicht der Kunstwerke und ihre verschiedenen Segmente aber eine entscheidende Rolle: Passen die Arbeiten überhaupt in die Räume, trotz der Höhe von 5 Metern bzw. 6,50m im Obergeschoss? Und halten die Wandkonstruktionen die Belastung aus? Nicht alle Werke der Vorauswahl konnten deshalb in das Ausstellungskonzept aufgenommen werden. Mehrere LKW mit Anhänger brachten die Werke aus den Depots in die Kunsthalle.Schließlich werden mit 17 Bildern und Skulpturen wichtige Werke gezeigt; darunter sind zwei Objekte schon bekannt: Das Hochformat „Sephirot“ hängt bereits im Atrium der Kunsthalle, die Skulptur „Frauen der Antike“ hat einen neuen Platz und sogar eine „Schwester“ bekommen. Die beiden Skulpturen sind im zweiten Raum der Ausstellung mit dem thematischen Titel „Mann und Frau“ zu finden. Und wer kann glauben, dass die sieben Bleibücher auf der Figur „Frauen der Antike“ fast 1,5 Tonnen zusammenbringen?Die Installation „Volkszählung“ ist ein Container aus Eisenplatten; darin hängen in Bleibahnen gepresste „60 Millionen Erbsen“ und auf dem Dach liegen zwei Bleischlangen. Das Werk ist zwar aufwändig aufzubauen, aber Dank der vorliegenden Baupläne und mit viel Kraft haben wir es geschafft; kaum zu glauben, wie viele schwere Holzkisten dafür auf LKWs angeliefert werden mussten. Wenn die Position einmal festgelegt ist, lässt sich das extrem schwere Objekt keinen Millimeter mehr verrücken. Jetzt steht das Werk gut ausgeleuchtet mitten im Raum.Komplizierter war der Transport der Palme, die zur Installation „Palmsonntag“ gehört. Mit einem Spezialgabelstapler wurde die Palme abgeladen und ins Haus gefahren. Zum Glück ist das Objekt aus Kunststoff nachgebildet und deshalb weniger schwer als ein echter Baum. Die 30 zur Installation gehörenden, schweren Eisenvitrinen mit Glas konnten langsam und präzise mit Kran und Glassauger dicht neben- und übereinander platziert werden. So ergibt sich ein fantastischer Bilderfries.Besonders habe ich mich auf die Installation der extrem ausladenden Skulptur „Der verlorene Buchstabe“ im Kubus 6 gefreut. Die riesigen Sonnenblumen werden aufwändig an der Heidelberger Druckmaschine befestigt, dann können die schweren Bleibücher drum herum ausgelegt werden; dafür musste sogar der Kran zum Einsatz kommen. Interessant war die Gewichtsprüfung bei der Installation der Ausstellung generell: Manche der kleinen Bilder aus Blei und Holz sind viel schwerer als die riesigen Leinwandgemälde.Jetzt steht die Ausstellung fix und fertig, nur die Objektbeschilderung fehlt noch. Hoffentlich können wir bald wieder Publikum in der Kunsthalle empfangen, damit wir mit unserer Freude über die tollen Werke nicht allein sind!