Kuma Blog

Die Akademie für Jedermann* am Sonntag, den 18. Juli 2021, verspricht bei Yoga, Kunst, Gesprächen und Mitmachaktionen Spaß für die ganze Familie. Der Eintritt ist frei. Von 14 bis 17 Uhr stehen passend zur aktuellen Ausstellung „James Ensor“, dem berühmten “Maler der Masken“, die Maske im Karneval, im Theater und in der bildenden Kunst im Mittelpunkt. Thema wird auch sein, wie der Umgang mit Corona Schutzmasken sowie Maskeraden und Verkleidung das gesellschaftliche Zusammenleben prägen. Um 11 Uhr gibt zudem ein Vortrag Einblick in die wechselhafte Beziehung zwischen James Ensor und Mannheim.Unter dem Motto „Kunst für alle“ schuf der Gründungsdirektor der Mannheimer Kunsthalle Fritz Wichert 1911 mit der Akademie für Jedermann* einen innovativen Kulturtreffpunkt. Die Kunsthalle Mannheim greift dieses Motto seit 2019 regelmäßig auf und lädt nun zum dritten Mal zu einem Nachmittag mit vielfältigem Programm für die ganze Familie ein. Ergänzend zur Akademie für Jedermann* beleuchtet an diesem Tag um 11 Uhr Dr. Mathias Listl in seinem Vortrag die wechselhafte Rezeption James Ensors im Mannheim der 1920er- bis 1950er-Jahre. Denn während die Kunsthalle ab 1925 erste Werke des belgischen Künstlers ankaufte und ihm 1928 eine große Ausstellung widmete, wurden einzelne seiner Arbeiten ab 1933 von den Nationalsozialisten als „Entartete Kunst“ diffamiert und schließlich beschlagnahmt.Tickets können im Vorfeld über die Website der Kunsthalle erworben werden. Die Teilnahme ist kostenfrei mit Voranmeldung über die Website der Kunsthalle. Tickets zum Vortrag von Dr. Mathias Listl können ebenfalls über die Website erworben werden und kosten 6 Euro.AUF EINEN BLICKSonntag, 18.07.2021, 11 UhrJames Ensor und Mannheim – Über eine wechselhafte Beziehung zwischen Künstler, Museum und privaten Sammlern. Vortrag von Dr. Mathias Listl. Hybrid: Teilnahme vor Ort oder digital möglichKosten: 6€Sonntag, 18.07.21, 14 bis 17 UhrAkademie für Jedermann*: Ensors Welten. Ein Nachmittag mit Yoga, Kurz- Führungen und gemeinschaftlichen Aktionen für die ganze FamilieDie Teilnahme ist kostenfrei mit VoranmeldungProgramm14 Uhr Begrüßung & Fragespiel14.15 Uhr bis 15.30 Uhr „Maske - das Spiel mit der Identität“ mit Birgitt HeldEinführung zum Thema „Maske und Satya (Wahrhaftigkeit) aus der Yogaphilosophie “ anhand James Ensors Werk und anschließend Yoga mit Birgitt Held auf der Terrasse der Freunde14.15 Uhr bis 17 Uhr „Meine Maske, Deine Maske“Drop-In Workshop für die ganze Familie14.30 Uhr bis 15.30 Uhr „Masken und Maskeraden als kulturelle Praxis“Lektüre und Gespräch14.30 Uhr Kurzführung durch „James Ensors Maskenwelt“15.30 bis 16.30 Uhr „James Ensors Maskenwelt und der Karneval“Gespräch mit Markus Schüpferling von der Karlsterner Hexenzunft Mannheim e.V.16.30 Uhr Kurzführung durch „James Ensors Maskenwelt“17 Uhr EndeAktuelle Informationen zu den pandemiebedingten Schutzauflagen, finden Sie auf www.kuma.art

Felix Hartlaub (1913-1945) war der Sohn des Direktors der Kunsthalle Mannheim Gustav Friedrich Hartlaub (1884-1963). Während der Vater mit seinem avantgardistischem Programm Kunstgeschichte schrieb, träumte, zeichnete und schrieb sich der frühbegabte Sohn Felix – angeregt durch die Ausstellungen in der Kunsthalle – in phantastische Welten, bevölkert von Monstern und Ungeheuern, geprägt von Sehnsüchten, Ängsten und Weltuntergangsvisionen. Gefördert, aber auch gefordert von den Eltern schuf er Zeichnungen von beeindruckender Kraft und Reife. Der Vater wiederum ließ sich vom Talent des Sohnes begeistern und begann in den 1920er-Jahren eine intensive Auseinandersetzung mit der künstlerischen Begabung von Kindern und Jugendlichen, die in der Ausstellung und Publikation „Der Genius im Kinde“ und in der Gründung des „Internationalen Archivs für Jugendzeichnungen“ in der Kunsthalle Mannheim gipfelte. Das Werk des jungen Zeichners lässt sich eng mit der Geschichte der Kunsthalle Mannheim verknüpfen. Vom Vater organisierte Ausstellungen wie „Fastnacht in der Kunst“, die Einzelschauen zu James Ensor, Alfred Kubin und Edvard Munch wirkten nachhaltig auf den Sohn. Das Interesse an Ensor mag sich durch die Belgien-Reise, die Vater und Sohn 1927 unternahmen, noch verstärkt haben, auch wenn sich ein Besuch bei dem geschätzten Künstler nicht nachweisen lässt. In den Zeichnungen von Felix Hartlaub jedoch schlug sich das Werk Ensors nieder: Seine Neigung zu verzerrten, grotesken, maskenhaften Gesichtern und Fratzen ist neben dem Einfluss von Alfred Kubin sicherlich auf das Vorbild Ensors zurück zu führen. Das Werk Ensors ist übrigens momentan in einer großen Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim zu entdecken (bis 3.10.).Das Leben Felix Hartlaubs nahm einen ungewöhnlichen Verlauf, sein Ende bleibt im Dunkeln. Nach dem Studium und einer Promotion zu einem historischen Thema gehörte Hartlaub von Mai 1942 bis März 1945 dem Bearbeiterstab des Kriegstagebuchs beim Oberkommando der Wehrmacht an und hatte während dieser Zeit Zutritt zum äußeren Sperrkreis in den Führerhauptquartieren, wo er Kenntnis über Interna der Kriegsführung erhielt. Im April 1945 wurde er zu einer Infanterie-Einheit an die Front bei Berlin abkommandiert, kam dort jedoch nie an und galt seitdem als vermisst. Seine offizielle Todeserklärung erfolgte 1955. Seine Aufzeichnungen – literarische Entwürfe, Fragmente, Beobachtungen des Lebens im faschistischen Italien, in der deutschen Reichshauptstadt und im besetzten Paris – , die von ihm vermutlich als Skizzen für später auszuarbeitende erzählerische Werke gedacht waren, wurden 1955 in unvollständiger und bearbeiteter Form von seiner Schwester Geno Hartlaub herausgegeben.Matthias Weichelt, Chefredakteur der Literaturzeitschrift „Sinn und Form“ hat die Biografie Felix Hartlaubs  in seinem 2020 bei Suhrkamp erschienenen Buch „Der verschwundene Zeuge – Das kurze Leben des Felix Hartlaub“ lebendig und in all seiner Ambivalenz und Zerrissenheit in äußerst lesenswerter Form nachgezeichnet. Am Dienstag, 13. Juli 2021, 19 Uhr, spricht der Autor im Heidelberger Kunstverein, Hauptstraße 97, mit Hanne Knickmann vom Freundeskreis Literaturhaus Heidelberg  und Melanie Hartlaub, der Nichte Hartlaubs, über sein Buch und das Leben des „verschwundenen Zeugen“.

Anlässlich des 15-jährigen Bestehens der ARTgenossen, dem jungen Förderkreis der Kunsthalle Mannheim, soll eine Benefizauktion nicht nur für Kunst begeistern, sondern auch die junge Künstler*innengeneration unterstützen. Die Auktion findet am Freitag, den 16. Juli 2021, um 19 Uhr, in der Kunsthalle statt. Teilnehmen können Interessierte nach vorheriger Anmeldung. Versteigert werden passend zum 15-jährigen Jubiläum 15 Werke zeitgenössischer Künstler*innen, unter anderem von Susa Templin, Wolfgang Ganter und Valentina Jaffé. Die Werke können ab Dienstag, 13. Juli, während der Öffnungszeiten des Museums im Jugendstilbau besichtigt werden. Der Eintritt zu Vorbesichtigung und Veranstaltung ist frei. Mit der Benefizauktion verfolgen Imke Koch und Anne-Sophie Treiber, die den Vorstand der ARTgenossen bilden, ein ganz konkretes Ziel. „Mit dem Erlös wollen wir junge Künstler*innen unterstützen“, so Koch. Mit dem Erlös fördert der Förderverein daher die Ausstellungen junger zeitgenössischer Positionen im STUDIO der Kunsthalle. „Wir möchten jungen Menschen auch die Möglichkeit geben, vielleicht zum ersten Mal eine Auktion zu besuchen“, erklärt Anne-Sophie Treiber“. Ein digitaler Auktionskatalog auf der Website der ARTgenossen bietet jetzt schon Überblick über die Kunstwerke, die nächste Woche Freitag versteigert werden. Darunter ist eine Arbeit von Wolfgang Ganter, der 2020 selbst im STUDIO ausstellte. Der Künstler arbeitet mit Bakterienkulturen auf fotografischem Film sowie mit chemischen Reaktionen, die mit Hilfe eines Mikroskops vergrößert werden. So entstehen überraschende abstrakte Farbspektren. Über die Website der ARTgenossen können Interessierte vorab schriftliche Gebote einreichen. Die ARTgenossen bieten ebenfalls kostenlose Führungen zur Vorstellung der Werke und Künstler an. Die ARTgenossen, der junge Förderkreis der Kunsthalle Mannheim, sind Teil des Förderkreises der Kunsthalle Mannheim e.V. Die Gruppe richtet sich an junge Kunstinteressierte und organisiert für seine Mitglieder u.a. Museums- und Atelierbesuche, Vorträge und Ausflüge und unterstützt in seinem Engagement die Kunsthalle Mannheim. AUF EINEN BLICKFreitag, 16. Juli 2021, 19 UhrBenefizauktion der ARTgenossen: 15 Jahre – 15 WerkeWeitere Information und Anmeldung unter:https://foerderkreis-kunsthalle-mannheim.deKontakt ARTgenossenAnne-Sophie TreiberARTgenossen MannheimFörderkreis für die Kunsthalle Mannheim e.V.artgenossen@artgenossen-mannheim.deTel.: 0621 2936411

Ein Gastbeitrag von Clemens Glade, Visitflanders

James Ensor (1860–1949) war einer der wichtigsten Erneuerer der Modernen Kunst in Belgien und hat maßgeblich zur Entwicklung des Surrealismus und des Dadaismus beigetragen. Sein Werk ist eng mit Oostende verbunden. Hier verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens. Und hier können Sie noch tiefer als bisher in Leben und Alltag des großen Künstlers eintauchen und seine gesamte Geschichte kennenlernen: Im Sommer 2020 wurde das renovierte Ensor Haus eröffnet, kürzlich erfolgte die Einweihung der neuen Ensor-Experience in direkter Nachbarschaft. Ein digitaler Stadtrundgang durch Oostende führt Sie zu allen Orten, die für das Leben und die Arbeit Ensors wichtig waren. Im Museum Mu.Zee schließlich ist dem Oeuvre ein ganzer Museumsflügel gewidmet.

Den Tag in Oostende im Geiste Ensors sollten Sie am frühen Morgen am Strand beginnen. Setzen Sie sich ans Kasino an der Albert-I-Promenade, so wie es der Künstler häufig tat, schauen Sie hinaus und dabei doch zugleich nach innen. Blicken Sie aufs Meer und beobachten Sie, wie die aufgehende Sonne erst alles mit einem leicht violetten Schimmer überzieht, um dann in rötlichen Farben zu explodieren. Genau an dieser Stelle zeigt ihn ein Foto (vor dem Vorgängerbau des heutigen Kursaals), hier sammelte er Material für seine skurrilen, symbolisch dichten, morbiden Bilder.

Kugelfisch und Totenkopf
Der international anerkannte Großmeister, dessen Werke in renommierten Museen auf der ganzen Welt zu sehen sind, verbrachte sein gesamtes Leben in nur einer Straße: der Vlaanderenstraat. Ab 1917 bis hin zu seinem Tod im Jahr 1949 bewohnte er die Hausnummer 27. Es ist als Ensor Haus bis heute in seinem originalgetreuen Zustand erhalten, frisch renoviert und um ein Besucherzentrum ergänzt.

Er hatte das Gebäude von seinem Onkel, einem Kuriositätenhändler, geerbt und lebte hier mit seinem Diener. Nichts ist seither verändert, überall stehen Vitrinen mit Muscheln, ausgestopften Tiere und sonderbaren Dingen, an manchen soll noch ein Preisschild kleben. Von der Decke baumeln Kugelfische, dunkle Tapeten tauchen die Szenerie in ein geheimnisvolles Licht, dicke Teppiche dämpfen die Schritte. In der Ecke auf einer Vase ein Totenkopf, geschmückt mit einem Damenhut. Dazu Masken und immer wieder Masken – das Motiv, das sich ständig in Ensors Bildern wiederfindet, auf das man ihn häufig reduziert.

Spazieren mit James
Oostende hat Ensor nachhaltig beeinflusst – sein gesamtes Leben verbrachte er hier. Ohne die Stadt am Meer und ihren Einfluss hätte es sein künstlerisches Werk in dieser Form wohl nicht gegeben. Laufen Sie einfach selbst los: Eine neue App führt Sie auf einem Spaziergang vorbei an 13 Stationen durch die Straßen, über die der Künstler lief, lässt ihn zu Wort kommen, vermittelt Ihnen seine Geschichte und die seiner Heimatstadt. Ob Sie Ensor nach einem Besuch in Oostende besser kennen? Seine Kunst leichter durchdringen? Besprechen Sie es doch einfach selbst mit ihm: An seinem Grab in der Kirche Onze Lieve Vrouw ter Duinen. Ihm hätte Ihr morbides Selbstgespräch sicher gefallen.

Weitere Infos: www.ensorstad.be/de/

Tipp: Noch bis August zeigt eine Ausstellung im Ensor-Haus Werke aus der Sammlung der KBC Bank, darunter fast alle existierenden Drucke, dazu Radierungen, Kaltnadelradierungen und Lithografien, Ölgemälde und Zeichnungen.

Neugierig auf Oostende geworden? Besucher*innen der Kunsthalle Mannheim können an einem Gewinnspiel teilnehmen: Unter allen richtigen Einsendungen verlosen die Kunsthalle Mannheim und Visit Flanders eine hochwertige Kunstreise nach Oostende. Enthalten sind die Zugfahrt, zwei Hotelübernachtungen, ein Dinner und der Eintritt in das James Ensor-Haus und das MuZee. Die Teilnahmekarten sind ausschließlich vor Ort in der Kunsthalle erhältlich.    

Die Kunsthalle Mannheim bereitet sich auf den Ausstellungsherbst vor und blickt mit „MUTTER!“ und „MINDBOMBS“ gleich zwei Highlights entgegen. Die große Sonderausstellung „MUTTER!“ in Kooperation mit dem dänischen Louisiana Museum of Modern Art eröffnet am 1. Oktober 2021. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Mutterschaft im Zusammenspiel mit Kunst, Kulturgeschichte, Religion, Literatur, Musik, Film, Medizingeschichte und Design. Ab dem 10. September beleuchtet die Kunsthalle außerdem mit „MINDBOMBS“ Phänomene des Extremismus und Terrorismus aus Perspektive der zeitgenössischen Kunst. Die Schau öffnet anlässlich des Gedächtnisses an die Anschläge des 11. September 2001.MUTTER! (01.10.21–06.02.22)PK: 29.09.21Ob liebevoll oder distanziert, nah oder fern, lebendig oder tot – sie bleibt immer Ursprung und Beginn des menschlichen Lebens: Die Mutter. Kaum ein Begriff, provoziert vielfältigere Assoziationen, Empfindungen und Rollenklischees. Mit dem internationalen Ausstellungsprojekt „MUTTER!“ zeigt die Kunsthalle Mannheim in Kooperation mit dem dänischen Louisiana Museum of Modern Art, wie unterschiedliche Wahrnehmungen von Mutterschaft in der Kunst - von Alten Meistern, über Werke der frühen Avantgarde bis zur Gegenwart - gespiegelt werden. Mit Arbeiten von Egon Schiele, Pablo Picasso und Paula Modersohn-Becker bis hin zu Louise Bourgeois, Yoko Ono und Rineke Dijkstra konzentriert sich die Schau auf eine Zeit, in der die feministische Bewegung die traditionelle Rolle der Frau in Frage stellt. Vom 20. Jahrhundert mit der Erfindung der Antibabypille und der legalisierten Abtreibung bis hin zu heutigen Rollenkonzepten zwischen biotechnologischen Möglichkeiten und queeren Familienstrukturen wird das Bild der Mutter im Hinblick auf kulturelle Erwartungen und Normenuntersucht. In der Ausstellung treffen zeitgenössische Kunst, historische Werke, Film und Literatur sowie Artefakte aus der Welt der Wissenschaft und der Populärkultur aufeinander, um das facettenreiche Thema der Mutterschaft zu erzählen.Zur Auseinandersetzung mit dem Thema „Mutterschaft“ in all seiner Vielfalt, initiiert die Kunsthalle Mannheim begleitend zur Ausstellung das Projekt Familienzimmer. Inmitten der Ausstellungsräume wird im Herbst ein öffentlich zugänglicher und vielfältig nutzbarer Raum geschaffen, den Familien, Vereine, Gruppen oder Einzelpersonen für Workshops, Community-Treffen und Gemeinschaftsaktionen kostenfrei nutzen können. Über eine Ausschreibung hatte das Museum im Februar 2021 aufgerufen, Programmideen zur Bespielung des Projektraums einzureichen. Gemeinsam mit den Botschafter*innen des Projekts „Familienzimmer“ - interkulturelle Communities, soziale Einrichtungen und mit der Thematik „Mutter“ verbundene Akteur*innen der Mannheimer Stadtgesellschaft - gestaltet das Team der Kunsthalle Mannheim aus den mehr als 30 Einreichungen das partizipatorische Programm. Mit dabei sind u.a. Musik, Debatten, Lesungen, Hör-Stationen und Eltern-Kind-Treffs.MINDBOMBS – Visuelle Kulturen politischer Gewalt (10.09.21–24.04.22)PK: 08.09.21RAF, NSU und IS stehen für terroristische Gruppen, deren extremistische Propaganda und politische Gewalt die bildenden Künste zu entschiedenen Reaktionen herausfordern. Die Ausstellung „MINDBOMBS“ eröffnet ab September eine hochaktuelle künstlerische Perspektive auf die Geschichte und politische Ikonografie des modernen Terrorismus. Erstmals werden in drei Sektionen vergleichend die Effekte des sozialrevolutionären, des rechtsextremen und des dschihadistischen Terrorismus auf die visuelle Kultur untersucht. 20 Jahre nach dem 11. September 2001 und 10 Jahre nach der Entdeckung des NSU widmet sich die Ausstellung dem Kampfbegriff „Terrorismus“ und stellt die Macht der Gewalt kritisch dar. Gezeigt werden Arbeiten von Künstler*innen wie Kader Attia, Forensic Architecture, Khalid Albaih, Christoph Draeger, Olaf Metzel, Almut Linde, Henrike Naumann und Gerhard Richter. Besonders angesichts rechtsextremer Terrorakte in Deutschland, den USA, Norwegen oder Neuseeland wird deutlich, wie aktuell und relevant die Kritik an politischer Gewalt speziell vor dem Hintergrund der Verbrechen des Nationalsozialismus ist.AUF EINEN BLICKTitel: MUTTER!Laufzeit: 01.10.21–06.02.22PK: 29.09.21Kurator*innen: Johan Holten (Kunsthalle Mannheim), Kirsten Degel (Louisiana Museum of Modern Art), Marie Laurberg (Louisiana Museum of Modern Art)Titel: MINDBOMBSLaufzeit: 10.09.21–24.04.22PK: 08.09.21Kurator: Dr. Sebastian Baden

Erstmals seit der coronabedingten Schließzeit findet am Mittwoch, 7. Juli 2021, der MVV Kunstabend wieder vor Ort in der Kunsthalle statt. Besucher*innen haben von 18 bis 22 Uhr die Möglichkeit alle Ausstellungen des Museums kostenlos zu besuchen. An diesem Abend feiert das Museum außerdem eine Ausstellungspremiere mit der israelischen Künstlerin Zipora Rafaelov, die auch in der „Bar der Gegenwart“ zu Gast sein wird.Wem der individuelle Gang durch die Kunsthalle nicht ausreicht, kann an öffentlichen Führungen durch die Sonderausstellungen „Anselm Kiefer“ und „James Ensor“ teilnehmen. Pfarrer Marius Fletschinger führt in der Reihe „Kunst und Religion“ durch die Sammlungspräsentation „Erinnern“. Mit der Eröffnung der Ausstellung „התבוננות לעומק – Auf den Grund schauen“ von Zipora Rafaelov wird das STUDIO, wo regelmäßig junge zeitgenössische Positionen gezeigt werden, neu bespielt. Mit einem 3D-Stift schafft Rafaelov plastische Gebilde aus schnell erhärtendem Kunststoff. Durch die Beleuchtung der Installation zeichnen sich Schattenbilder auf der Wand des Ausstellungsraumes ab. Durch das Wechselspiel zwischen Licht und Schatten weist die Künstlerin auf die Verbindung von Himmel und Erde hin. Mit der Ausstellung nimmt die Kunsthalle Mannheim am Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ teil. In der "Bar der Gegenwart" spricht die Künstlerin ab 19 Uhr über ihr Werk. Das Gespräch kann vor Ort und digital verfolgt werden.Die Kunsthalle Mannheim bittet um Buchung einer kostenlosen Zeitfenster-Karte für den MVV-Kunstabend. Spontanbesuche sind jedoch ebenfalls möglich. Die Teilnahme an Führungen und der „Bar der Gegenwart“ mit Zipora Rafaelov sind kostenpflichtig. Tickets können im Vorfeld über die Website der Kunsthalle erworben werden. Bei ausreichender Verfügbarkeit ist auch ein Ticketkauf an der Museumskasse möglich. AUF EINEN BLICKMittwoch, 07.07.21, 18 bis 22 UhrMVV-KunstabendDie Teilnahme ist kostenfrei – MVV Kunstabend

Ein Atemzug im Entspannungszustand dauert fünf Sekunden. Die Sänger*innen in „FOREST OF BREATH :II“ atmen dreimal so schnell. Im Rahmen der 21. Internationalen Schillertage des Nationaltheaters Mannheim wird der Skulpturenplatz der Kunsthalle Mannheim auf der Seite des Jugendstilbaus mit der 3D Klanginstallation „FOREST OF BREATH :II“ der Komponistin Brigitta Muntendorf bespielt. Über 32 Lautsprecher werden von Dienstag, den 22. Juni, bis Samstag, den 26. Juni, täglich von 16 bis 21 Uhr, die Stimmen von 16 Sänger*innen des Chors Det Norske Solistkor zu hören sein.Das Geräusch des Atmens wird mit unterschiedlichen Gefühlen und Erinnerungen assoziiert. Vermittelt das Atmen eines vertrauten Menschen Sicherheit, Nähe und Intimität, so kann das Atemgeräusch einer fremden Person das Gegenteil bewirken. Gleichzeitig ist das Atmen eine Vergewisserung von Lebendigkeit und kann sogar Stimulierung und Lust bis hin zu Erotik und Trance hervorrufen. Die Arbeit „FOREST OF BREATH :II“ von Brigitta Muntendorf und Sebastian Schottke ist als dreidimensional erfahrbare Struktur konzipiert, in der das Publikum die Stimmen von den Sänger*innen des norwegischen Chors Det Norske Solistkor wie in einem Ritual als 3D-Klangobjekt begeht.AUF EINEN BLICKDienstag, 22. Juni bis Samstag 26. Juni, jeweils 16 bis 21 UhrFOREST OF BREATH :IIEine 3D Sound-Installation von Brigitta Muntendorf in Kollaboration mit Sebastian SchottkeChor: Det Norske Solistkor / The Norwegian Soloists‘ Choir

Als es James Ensor in seiner belgischen Heimat noch schwer hatte, Anerkennung zu finden, interessierte man sich ausgerechnet in Deutschland schon früh für den eigenwilligen „Maler der Masken“. Am 20. Juni, um 11 Uhr, geht Dr. Inge Herold, Kuratorin der Ausstellung „James Ensor“, seiner besonderen Beziehung zu Deutschland und deutschen Künstlern nach. Der Vortrag findet unter Corona-Sicherheitsauflagen analog vor Ort in der Kunsthalle statt. Da das Programm auf wenige Plätze beschränkt ist, ist zusätzlich eine Teilnahme über einen digitalen Live-Stream möglich. Noch lange bevor James Ensor einem größeren Publikum in Deutschland bekannt wurde, waren Künstler wie Max Beckmann oder Emil Nolde auf den belgischen Künstler aufmerksam geworden und besuchten ihn in seinem Atelier in Ostende. Deutsche Sammler und Kunstkritiker waren entweder begeistert von seiner Kunst oder lehnten ihn und seine grotesken Werke ab. Dr. Inge Herold beleuchtet in ihrem Vortrag die facettenreiche Rezeption des Künstlers. Die Veranstaltung bildet den Auftakt für ein vielfältiges Rahmenprogramm zur Ausstellung „James Ensor“. Am Donnerstag, den 26. Juni, um 10.30 Uhr, und am Mittwoch, den 30. Juni, um 18.30 Uhr, lädt die Kunsthalle zu den ersten Überblicksführungen ein. Weitere Termine werden abhängig von der pandemiebedingten Entwicklung bekanntgegeben. Das Werk des belgischen Künstlers James Ensor (1860-1949), der berühmte „Maler der Masken“, ist tief in der Geschichte der Kunsthalle Mannheim verwurzelt. Bereits 1928 wurde der Maler dort in einer Einzelausstellung als bedeutender zeitgenössischer Ausnahmekünstler gefeiert. Nun widmet die Kunsthalle James Ensor erneut eine große Ausstellung, in deren Zentrum das Schicksal eines Bildes steht, das einst zur Sammlung des Museums gehörte. Das Gemälde „Der Tod und die Masken“ wurde 1937 von den Nationalsozialisten als „entartet“ beschlagnahmt und befindet sich heute im Musée des Beaux-Arts Lüttich. Anlässlich der Ausstellung kehrt es temporär nach Mannheim zurück. AUF EINEN BLICKSonntag, 20. Juni 2021, 11 UhrEnsors Welten: James Ensor und seine Beziehung zu Deutschland und deutschen Künstlern Vortrag – analog und digital –  von Dr. Inge Herold, Kuratorin der Ausstellung „James Ensor“Kosten: 6€ Donnerstag, 24. Juni, 10.30 UhrÜberblicksführung "James Ensor"Kosten: 6€ Mittwoch 30. Juni, 18.30 UhrÜberblicksführung "James Ensor"Kosten: 6€

Die Verbindungen zwischen James Ensor und der Kunsthalle Mannheim reichen weit zurück. Als eines der ersten deutschen Häuser widmete ihm das Museum 1928 nicht nur eine Einzelausstellung. Die Kunsthalle gehörte auch zu den ersten Institutionen im deutschsprachigen Raum, die Werke des belgischen Künstlers für die eigene Sammlung erwarben. Nachdem 1925 erste grafische Arbeiten Ensors Eingang in die Museumsbestände fanden, glückte zwei Jahre später auch der Ankauf eines Gemäldes Ensors. Mit La Mort et les Masques (Der Tod und die Masken) gelang es Gustav Friedrich Hartlaub, dem damalige Direktor der Kunsthalle, zudem, eines der bedeutendsten Werke des belgischen Künstlers für die eigene Sammlung zu gewinnen.Nur sechs Jahre später sollte dieses Gemälde Teil einer Ausstellung sein, mit der die Kunsthalle Geschichte in negativem Sinn schrieb. Denn zusammen mit 85 Gemälden, Skulpturen und Grafiken der Sammlung war es 1933 Teil der Propagandaschau Kulturbolschewistische Bilder. In dieser ersten „Schandausstellung“ überhaupt prangerten die Nationalsozialisten die gezeigten Exponate u. a. als „undeutsch“ und „Verschwendung von Steuergeld“ an. Vier Jahre später kam es dann noch schlimmer: Wie fast 600 weitere Werke der Kunsthalle wurde das Gemälde als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt, aus der Sammlung des Museums entfernt und nach Berlin abtransportiert. Auf einer Auktion 1939 in Luzern konnte es schließlich die belgische Stadt Lüttich erwerben. Bis heute ist es Teil der Sammlung des dortigen Musée des Beaux-Arts de Liège, La Boverie.Wie bei vielen anderen beschlagnahmten Werken gelang es der Kunsthalle nach 1945 auch im Falle von Ensor, eine Art Ersatz für La Mort et les Masques zu erwerben. Auf diese Weise kam mit dem Gemälde Le Coq mort 1956 eines der schönsten Stillleben des Malers aus Ostende in ihre Sammlung.

Die Kunsthalle feiert den berühmten „Maler der Masken“ James Ensor in einer großen Sonderausstellung. Im Jugendstilbau des Museums sind ab Freitag, den 11. Juni, rund 60 Gemälde, 120 Arbeiten auf Papier sowie einige Masken aus Ensors Besitz zu sehen. Zu diesem Anlass lädt die Kunsthalle am Freitag, den 11. Juni 2021, um 19 Uhr, zur digitalen kostenfreien Eröffnung ein. Der Direktor der Kunsthalle Johan Holten wird gemeinsam mit der Kuratorin der Ausstellung Dr. Inge Herold die Gäste begrüßen und in die Ausstellung einführen. Anschließend geben Dr. Inge Herold, Dr. Dorothee Höfert, Dr. Mathias Listl und Christina Bergemann anhand ausgewählter Exponate Einblicke in die Ausstellung, die im Erd- und Obergeschoss des Jugendstil-Gebäudes präsentiert wird. Die Veranstaltung wird über Youtube live übertragen. Den Zugangs-Link und weitere Infos zur Teilnahme finden Interessierte am Tag der Veranstaltung auf der Museumswebsite. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Eröffnung über den digitalen Weg mit einem möglichst großen Publikum teilen können“, so Dr. Inge Herold. Das Werk des belgischen Künstlers James Ensor (1860-1949), der berühmte „Maler der Masken“, ist tief in der Geschichte der Kunsthalle Mannheim verwurzelt. Bereits 1928 wurde der Maler dort in einer Einzelausstellung als bedeutender zeitgenössischer Ausnahmekünstler gefeiert. Nun widmet die Kunsthalle James Ensor erneut eine große Ausstellung, in deren Zentrum das Schicksal eines Bildes steht, das einst zur Sammlung des Museums gehörte. Das Gemälde „Der Tod und die Masken“ wurde 1937 von den Nationalsozialisten als „entartet“ beschlagnahmt und befindet sich heute im Musèe des Beaux-Arts Lüttich. Anlässlich der Ausstellung kehrt es temporär nach Mannheim zurück.