Die große Herbstausstellung der Kunsthalle Mannheim thematisiert unter dem Titel „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ den wechselseitigen Einfluss von Wirtschaft und Kunst zwischen den Weltkriegen (1919–1939) und in der Gegenwart (2008–2018). Dabei wird erstmals die sich dramatisch wandelnde Erfahrungswelt von Mensch und Arbeit in einem internationalen Vergleich beleuchtet. Etwa 250 Gemälde, Filme, Fotografien, Collagen und Multimedia-Installationen von rund 150 Künstlern und Kollektiven aus mehr als 20 Nationen reflektieren Fragen und beschreiben Phänomene, die heute brisanter sind denn je. Die zweiteilige Themenausstellung wird am 11. Oktober 2018 eröffnet und wird bis 03. Februar 2019 zu erkunden sein.Doch schon ab dem 10. August 2018 installieren die Künstlergruppe Volume V und der Bildhauer Olaf Holzapfel – Vorboten des Großprojekts – ihre Werke im Außenraum der Kunsthalle Mannheim. Direkt am Friedrichsplatz errichtet Volume V ein künstlerisches Labor. Dafür verlässt die ehemalige Zahnklinik des US-Militärs, genannt MASH (Mobile Army Surgical Hospital), die Konversionsflächen des Franklin Village und zieht auf den Vorplatz der Kunsthalle Mannheim. Das Publikum ist hier eingeladen, sich an Aktionen, Diskussionen oder ästhetischen Operationen zu beteiligen. Die Gruppe Volume V wurde von Künstlerinnen und Künstlern im Umfeld der Hochschule der Bildenden Künste Saar gegründet und zusammen mit Georg Winter für die Ausstellung eingeladen.An der Roonstraße errichtet Olaf Holzapfel seine neue Skulptur „3 Brücken“ – eine Art moderne Version von Fachwerkarchitektur. Die violett leuchtende Skulptur wirkt leicht und transparent und verknüpft traditionelles Handwerk mit konstruktivistischer Ästhetik. Holzapfel nutzt natürliche Rohstoffe wie Holz, Stroh, Heu oder Wolle und bezieht sich auf lokale Traditionen, sei es in Polen oder Patagonien. Damit pocht er auf Nachhaltigkeit und Ressourcenbewusstsein in der Ökonomie heute. Holzapfel studierte an der Staatlichen Kunsthochschule Dresden und lehrte in Karlsruhe und Hamburg. 2017 war er Teilnehmer der documenta 14 in Kassel und Athen. Er lebt in Berlin.Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-201812. Oktober 2018 bis 03. Februar 2019Eröffnung: 11. Oktober 2018, 19 UhrDie Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, BASF SE (Hauptsponsor), Stiftung Kunsthalle Mannheim, H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Stiftung, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt MannheimProjekt Volume V – im Kontext von “Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-2018” wird gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Kaum einem Künstler ist es wie ihm gelungen, mit der Kunst der Radierung zu Weltruhm zu gelangen. Jacques Callot (1592–1635) gilt als der bedeutendste spätmanieristische Kupferstecher des frühen 17. Jahrhunderts. Er arbeitete für Cosimo di Medici in Florenz und später für die Höfe in Lothringen und in Paris, der Niederlanden und Spaniens.In der Ausstellung „CALLOT. Graphische Monumente“ (14. September bis 25. November 2018) präsentiert die Kunsthalle Mannheim erstmals rund 100 Drucke von Jacques Callot. Zahlreiche Blätter konnten mit der großzügigen Unterstützung privater Bildpaten und der Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg vorab restauriert werden.Callot liebte theatralische Grotesken und elegante Hofszenen. Seine Werke leben von einem unerschöpflichen Detailreichtum, dem der geniale Radierer Monumentalität und fesselnde Präsenz verliehen hat. Der Zyklus „Die Schrecken des Krieges“ hat Künstler wie Franzisco de Goya oder Otto Dix beeinflusst. Sein Gesamtwerk umfasst 1.428 Blätter; die Kunsthalle Mannheim besitzt mit über 500 Radierungen gut ein Drittel seiner Graphiken.Fantasievolle, oft fantastische Ausgestaltungen kennzeichnen Callots Radierungen. Meist bearbeitet er kleine Platten, auf denen er eine vielgestaltige Szene mit einer dicht verwobenen Detailfülle unterbringt. Hauptfiguren stellt er monumental in den Vordergrund. Jede einzelne Figur erzählt eine eigene kleine Geschichte. Um diese detaillierte Kleinteiligkeit seiner Graphiken zu ermöglichen, entwickelt Callot einen speziellen, härteren Firnis, der ihm das Radieren besonders feiner Linien erlaubt. Zudem bringt er den Einsatz der sogenannten „Echope“ zu großer Meisterschaft. Mit dieser besonderen Form der Radiernadel kann man an- und abschwellende Linien anfertigen, um Hell- und Dunkelwerte ohne Schraffuren zu erzeugen.„Der Galgenbaum“ aus der Serie „Die Schrecken des Krieges“ (1633) ist das bekannteste Blatt von Jacques Callot. Die kriegerischen Handlungen stellt er keineswegs heroisierend dar, sondern schildert vielmehr nüchtern mit dem ihm eigenen Detailreichtum den Alltag in Zeiten des 30-jährigen Krieges. Gleiches gilt für die großformatigen Darstellungen der Besetzung von Breda oder von La Rochelle.Bis heute sind seine Darstellungen des höfischen Lebens wichtige zeithistorische Dokumente. Callot füllt seine Blätter mit buckligen Zwergen, den gnomenhaften „Gobbi“ und Figuren der Commedia dell’arte („Balli di Sfessania“) und viele anderen Akteuren des höfischen Lebens.CALLOT. Graphische Monumente14.09. – 25.11.18Eröffnung: 13.09.18, 19 UhrKurator: Dr. Thomas Köllhofer
Nach Fertigstellung des Museumsneubaus stehen bei der Stiftung Kunsthalle Mannheim personelle Veränderungen an. Damit werden Weichen für die Weiterentwicklung der 2012 gegründeten Stiftung gestellt.Dr. Manfred Fuchs, der bisher den Vorsitz des Stiftungsrats führte, scheidet aus dem Stiftungsrat aus. In Anerkennung seiner Verdienste um die Stiftung und den Neubau wird er zum Ehrenvorsitzenden des Stiftungsrats bestellt.Auch Dr. Hans-Werner Hector und Bürgermeister Lothar Quast nehmen ihren Abschied aus dem Stiftungsrat. Hans-Werner Hector und seine Ehefrau Josephine haben mit ihrer großzügigen Zuwendung von 50 Mio. € den Museumsneubau ermöglicht, der in Würdigung ihrer mäzenatischen Leistung den Namen „Hector-Bau“ trägt.Dr. Hans-Werner Hector und Dr. Manfred Fuchs bleiben der Kunsthalle Mannheim sowie der Stiftung auch künftig als Förderer und als Mitglieder des Stifterkreises verbunden.Gemäß Stiftungssatzung wird der Stiftungsrat jetzt von bisher sechs auf künftig neun Mitglieder erweitert. Neu gewählt wurden (in alphabetischer Reihenfolge):- Dr. Inka Drögemüller, stellvertretende Direktorin der Schirn Kunsthalle Frankfurt- Ralf Eisenhauer, Vorsitzender der SPD-Fraktion des Gemeinderats Mannheim- Verena Eisenlohr, Rechtsanwältin, Vorsitzende des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim- Dr. Susanne Fuchs, Tierärztin und Betriebswirtin, übernimmt den Vorsitz im Stiftungsrat- Claudius Kranz, Vorsitzender der CDU-Fraktion des Gemeinderats Mannheim.- Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel-Museums Hannover.Ihre Stiftungsratsmandate führen weiter:- Dr. Peter Kurz, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim- Michael Grötsch, Kulturbürgermeister der Stadt Mannheim- Dr. John Feldmann.Darüber hinaus gibt es eine Veränderung im Vorstand der Stiftung: Dipl.-Ing. Hanno Diehl, der als Bauvorstand für die erfolgreiche Erstellung des Museumsneubaus verantwortlich zeichnete, scheidet aus dem Vorstand aus. Er führt als Bevollmächtigter der Stiftung Kunsthalle Mannheim und der Stadt noch laufende Bauangelegenheiten zu Ende.Der Vorstand wird künftig von bisher drei auf zwei Mitglieder verkleinert. Dr. Ulrike Lorenz, bleibt als Direktorin der Kunsthalle Mannheim Vorstandsvorsitzende und Bernhard Siegel ist kaufmännischer Vorstand.
„Der Körper in unterschiedlichen Kontexten mit all seinen Möglichkeiten und in seinen Konflikten rückt in meiner choreografischen Arbeit ins Zentrum der Reflexion“, sagt Alexandra Waierstall. Die Choreographin ist am Mittwoch, 01. August 2018, 19.30 Uhr zu Gast in der Veranstaltungsreihe „Bar der Gegenwart der Kunsthalle Mannheim. Im Gespräch mit Alexandra Waierstall, den AkteurInnen der Performance „Bodies and Structure“ sowie den TeilnehmerInnen geht es unter anderem darum, was der Mensch durch die körperliche Wahrnehmung über die Gegenwart lernen kann und wie dieses Körperempfinden von zeitgenössischen KünsterInnen genutzt wird.Bereits um 18.30 Uhr ist Alexandra Waierstalls Performance „Bodies and Structure“ im Kubus 3 zu sehen sowie an sechs weiteren Terminen im August. Ausgangspunkt der Performance ist die Präsentation von Rita McBrides „Arena“ gegenüber des Herzstücks der Mannheimer Sammlung: Edouard Manets „Erschießung Kaiser Maximilian I. von Mexiko“ (1868/69).Waierstall eröffnet mit ihrer von hoher Sensitivität geprägten Handschrift prozesshaft eine Landschaft, in der nie etwas be- oder vollendet werden wird. Ähnlich wie bei dem Solo „Sounding Silence“, das 2016 im Rahmen der Time Based Academy in der Kunsthalle Düsseldorf präsentiert wurde, teilen sich die PerformerInnen und BesucherInnen einen Raum in Stille. Zyklisch entfalten sich hier auf und neben der „Arena“ immer wieder Begegnungen zwischen den PerformerInnen und BesucherInnen, den PerformerInnen und dem Raum.Vertikale und horizontale Verbindungen zwischen Handelnden und Beobachtenden, Resonanzen, Übergänge, Perspektivwechsel und Transformationen werden unmittelbar von Augenblick zu Augenblick stetig wechselnd und wachsend erfahrbar. In den Interventionen „Bodies and Structure“ werden diese Prozesse, die nicht durch Fixpunkte, Anfänge oder Abgänge gekennzeichnet sind, und diese Situationen, die sich nie ganz vervollständigen, fokussiert und dabei unendliche Sichtweisen auf das Verhältnis von Mensch und Raum, von Körper und Struktur choreografisch reflektiert.Choreographie und Konzept: Alexandra WaierstallKünstlerische Partner: Rita McBridePerformance und Mitarbeit: Harry Koushos, Ioanna Paraskevopoulou, Karolina Szymura und weitereSound Research: Stavros GasparatosManagement: Judith JaegerProduktion: Alexandra Waierstall; Koproduktion: Kunsthalle Mannheim.Gefördert durch die Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft Landes Nordrhein-Westfalen/ Spitzenförderung Tanz des Landes NRW.ProgrammPlus: Bar der Gegenwart:„Der Körper in der Kunst und im Alltag“Mittwoch, 01. August 201818.30-21.30 Uhr, Performance „Bodies and Structure #03“, Kubus 3, Eintritt frei19.30 Uhr, Artist Talk mit Alexandra Waierstall, Kubus 3, Eintritt: 5 EuroWeitere Termine der Performance:#04 Fr 3.8. 10.30-12 Uhr#05 Sa 4.8. 15-17 Uhr#06 So 5.8. 15-17 Uhr#07 Mi 22.8. 18-19.30 Uhr#08 Fr 24.8. 10.30-12 Uhr#09 Sa 25.8. 15-17 Uhr
Die Ästhetik des Alltags steht am Samstag, 21. Juli 2018 (15 bis 17.30 Uhr), beim Community College der Kunsthalle Mannheim im Mittelpunkt. Ausgehend von dem Werk „Mask Maker“ (2015) des kanadischen Fotografen Jeff Wall besuchen Dörte Dennemann, Kunsthalle Mannheim und Tanja Krone, zeitraumexit e.V., mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Menschen, die in ihrem beruflichen Alltag und aus ihrem biographischen Lebensgeschichten heraus neue Blickwinkel auf das Werk des kanadischen Fotokünstlers erlauben.Nach einer gemeinsamen Betrachtung des „Mask Makers“ von Jeff Wall geht es zu Fuß in die Quadrate, wo der Mannheimer Unternehmer Roger Davis in einen seiner Geschäfte einlädt. Der Einzelhändler sieht in einer Maske, die man aufsetzt, auch eine Brücke zum anderen, steht die Maske doch für ein Narrativ, da man über sich selbst erzählt. Es gilt Parallelen zur fotografierten Szenerie in den internationalen Einzelhandelsgeschäften der Mannheimer Innenstadt zu entdecken.Weiter geht es in die Jungbuschstraße, wo Milan Ilic einen Frisörsalon betreibt. Er sieht sich selbst als „Haarschamane", der seine Kunden anregt, über Aussehen und Wirkung nachzudenken und sie in einer schamanischen Sitzung darin unterstützt, sich selbst näher zu kommen. Die Frage des Tages lautet: Welche Maske trage ich heute, wofür und wen?Das Community College ist ein neues Format im Rahmen des ProgrammPlus. Die Kunsthalle Mannheim ruft in Form von Mitmachaktionen, Diskussionen, Stadtspaziergängen und regelmäßigen Treffs auf, über Themen nachzudenken, die für die Stadtgesellschaft Mannheims Bedeutung haben. Gleichzeitig bietet das Community College die Gelegenheit mit unterschiedlichsten Akteuren, Lieblingsorte aufzusuchen, neue Orte zu entdecken sowie andere Sichtweisen und Ansichten kennenzulernen und miteinander auszutauschen. Eine kosmopolitische Gesellschaft ist die regionale Antwort auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt.Samstag, 21.7.18, 15 UhrCommunity College:Themen der Stadtgesellschaft – Themen der Kunsthalle: Ästhetik des AlltagsTreffpunkt: Litfaßsäule, Atrium, Kunsthalle MannheimEintritt: 4 €Der Rundgang endet gegen 17.30 Uhr in der Jungbuschstraße, Mannheim.In Kooperation mit zeitraumexit.
Innerhalb des Kunstsystems hat Jeff Wall bereits mit seiner ersten Ausstellung 1978 eine intensive Diskussion über Fotografie als Kunst angestoßen und damit seit den 1990er Jahren zugleich deren künstlerische Anerkennung soweit legitimiert, dass sich aus heutiger Perspektive die Frage stellt, wie seine Kunst umgekehrt die Fotografie beeinflusst hat.Der Kunsthistoriker Michael Fried stellt Walls Arbeiten an den Ausgangspunkt seines Buches „Why Photography matters as Art as never before“ (2008) und hebt z.B. Jeff Walls großformatige Tableaus hervor, die kunsthistorisch an das Prinzip der Historienmalerei anknüpfen, sowie Jeff Walls Praxis der Mise-en-Scène in der Fotokunst.Der Künstler selbst hat die Entwicklung seines Werkes und dessen Wahrnehmung vom ersten Schritt an mit kunstkritischen Beiträgen über Zeitgenossen, Interviews und spezifischen Stellungnahmen begleitet bzw. sogar gesteuert. Auf diesen wechselseitigen Diskurs nimmt das Symposium Bezug und verknüpft ihn mit aktuellen Forschungsarbeiten zur jungen Geschichte der Fotografie.Mit einem öffentlichen Abendvortrag von Prof. Dr. Steffen Siegel, Folkwang Universität der Künste, Essen, am Mittwoch, 25.7, 18:30 Uhr (Eintritt: 5 € für Interessierte ohne Symposiums-Ticket).Symposium:„Die Bedeutung von Jeff Wall heute – Fotografie als Kunst“,Mittwoch 25. Juli 2018, 13:30 – 20:00 UhrDonnerstag 26. Juli 2018, 9:00 – 13:00 UhrOrt: Auditorium, Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4Teilnahmegebühr: 30 €, ermäßigt 20 € (für Studierende und Doktoranden mit Immatrikulationsbescheinigungsnachweis)Alle Infos und Anmeldung unter www.kuma.art oder direkt über https://events.mcon-mannheim.de/frontend/index.php?folder_id=938
Was ist ein Kunstwerk? Marinella Senatores Arbeiten entstehen durch öffentliche Mitwirkung. Die bildende Künstlerin arbeitet mit vielen Mitteln – von Video und Fotografie über Zeichnung, Collage, Malerei und Skulptur bis hin zu Klängen. Ihr verblüffendstes Medium ist jedoch der Mensch selbst, der auch bei ihrer öffentlichen Parade „The School of narrative Dance“ am Donnerstag, 12. Juli 2018 zum Einsatz kommt. In Zusammenarbeit mit Mannheimer Bürgern, Vereinen, Clubs und Initiativen choreographiert Marinella Senatore zur Eröffnung des Festivals „Mannheimer Sommer“ eine neue Parade, die vom Atrium der kürzlich eröffneten Kunsthalle Mannheim bis zum Vorplatz des Nationaltheaters führt. Neben Musik und Tanz spielen vor allem die Mannheimer bei dieser Parade die Hauptrolle. (Dauer: ca. 90 Min., Eintritt frei.)In der Kunsthalle Mannheim wird während des Festivalzeitraums und darüber hinaus (12. Juli bis 26. August 2018) in der BOX eine temporäre Ausstellung von Werken Marinella Senatores zu sehen sein, die ebenfalls am 12. Juli eröffnet wird (17 Uhr).Marinella Senatore hat ihre Paraden, Performances und sozialen Skulpturen bereits auf der ganzen Welt realisiert – in China, Südamerika, Europa und den USA. Ihr Thema ist der Dialog zwischen individuellen Lebensgeschichten, kollektiver Kultur und sozialen Strukturen, die sich überall gleichen und doch überall unterschiedlich sind.Senatore (*1977) besuchte die Schule für Schöne Künste in Neapel, die Nationale Filmschule in Rom, das Konservatorium für Musik und absolvierte im Jahr 2006 ihr Kunststudium an der Universität von Castilla-La Mancha (Spanien), wo sie sieben Jahre lang außerordentliche Professorin war. Ab 2003 widmete sie sich künstlerischer und didaktischer Arbeit: Sie war sechs Jahre Professorin an der Universität Complutense Madrid, Gastprofessorin an den Universitäten von Rom, Universität Granada (Spanien), der State University of New York, Columbia University (New York) u.a. Zurzeit lebt und arbeitet sie in Berlin und London.Marinella Senatores künstlerische Arbeiten sind durch öffentliche Beteiligung gekennzeichnet. Wo auch immer sie eine Arbeit produziert, involviert sie Gemeinschaften und Gruppen in den künstlerischen Prozess, um die kreative Kraft einer Menschenmenge zu fördern und einen Dialog zu initiieren. Dabei geht es der gebürtigen Italienerin nicht nur darum, soziale Prozesse auszulösen, sondern Konzepte wie gesellschaftliche und soziale Verantwortung zu hinterfragen, neue Erzählformen zu finden und schließlich durch gemeinsames Handeln ein kollektives Gedächtnis zu generieren.In ihrer Arbeit „Rosas“ (2012), einer Oper für die Leinwand, beispielsweise waren 20.000 Menschen aus Spanien, Deutschland und Großbritannien involviert. Zu den Teilnehmern zählten professionelle Tanzgruppen, Laienschauspieler, Tischler, Kunststudenten und Gemeindechöre, die am Libretto als Schauspieler, Sänger oder als Filmcrew beteiligt waren. Sie wurden durch kostenlose Workshops unter der Leitung von lokalen Experten auf die verschiedenen Rollen und Aufgaben für die Produktion der Oper vorbereitet, z.B. in den Bereichen Filmmusik, Dramaturgie und Schnitt.Die Tatsache, dass Marinella Senatore ihre Kunst als soziales Engagement sieht, zeigt sich besonders deutlich in der „School of narrative Dance“, die sie 2013 gründete. Dabei handelt es sich um eine mobile, kostenlose Schule, die sich auf das Geschichtenerzählen konzentriert, das u.a. auf Emanzipation und Inklusion ausgerichtet ist. Die Ziele dieser speziellen Ausbildung sind Alphabetisierung, Austausch von Fähigkeiten und Nachhaltigkeit.Eine Koproduktion von Kunsthalle Mannheim und Nationaltheater Mannheim.
Grenzüberschreitende Installationen, aggressive Performance, spontane Tanzeinlagen und konzeptuelle Handlungsanweisungen sind Kennzeichen der Kunst von Christian Falsnaes. Der dänische Künstler spricht am Mittwoch, 04. Juli 2018 (um 19:30 Uhr) mit Dr. Sebastian Baden und Dörte Ilsabe Dennemann in der „Bar der Gegenwart“ der Kunsthalle Mannheim. Thematisiert wird in dem Künstlergespräch sowohl seine Arbeit „Video Artist“, die bis 08. Juli 2018 in der „BOX“ im Erdgeschoss des Neubaus präsentiert wird, als auch die Macht der Kunst der Gegenwart und ihre Einflussnahme auf die Egos und das Ethos des Publikums.Christian Falsnaes gelingt es mit seiner Arbeit, in zwischenmenschlichen Interaktionen Fremde zusammenzubringen und dabei Hemmschwellen sichtbar zu machen und zu überschreiten. Mit Hilfe von Video- und Audioinstallationen nimmt er selbst die Rolle des Choreographen und Animateurs ein oder überträgt diese Funktion auf Anwesende, die so zu Akteuren seiner Kunst werden. Die mit Skript geplanten, für die Teilnehmenden aber oft überraschend stattfindenden Performances werden gefilmt und in Videoinstallationen überführt. Dieses zusammen mit dem Publikum geschaffene Werk ist wesentlicher Bestandteil der Ausstellung.Christian Falsnaes (*1980) studierte Philosophie und bildende Kunst in Kopenhagen und Wien. Seine Kunst wurde u.a. Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld, im Pinchuk Art Center in Kiew, Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich, ZKM Karlsruhe, Kunstverein Braunschweig, Bielefelder Kunstverein, in der Kunsthalle Wien, im Hamburger Bahnhof Berlin und im Centre Pompidou Paris ausgestellt. Er wurde 2008 mit dem Internationalen Performancepreis in Trento ausgezeichnet und war 2015 für den Preis der Nationalgalerie nominiert.Mit freundlicher Unterstützung der Danish Arts FoundationIn der „Bar der Gegenwart“ wird bei einem Drink mit lokalen, nationalen wie internationalen KünstlerInnen, MacherInnen und DenkerInnen besprochen, wie wir die Gegenwart verstehen können und wie Kunst uns inspiriert, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken, z.B. wie wir mit Zeit umgehen, wie wir unseren Arbeitsplatz organisieren, was uns für unseren Beruf motiviert und wie wir zusammenleben wollen. Die Bar der Gegenwart findet an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr an wechselnden Orten in der Kunsthalle Mannheim statt.Bar der Gegenwart:Mittwoch, 04.07.2018, 19.30 UhrArtist Talk mit Christian FalsnaesModeration: Dr. Sebastian Baden und Dörte Ilsabe DennemannOrt: Terrasse der Freunde, Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4Kosten: 5 Euro. Tickets an der Abendkasse oder im Online-Shop unter www.kuma.art.
Kunst- und Kulturgüter sind in vielfältiger Form Schwingungen und Stößen ausgesetzt. Doch welche mechanischen Belastungen schädigen die Kunstwerke? Welche Rolle spielt das Eigenschwingungsverhalten? Mit diesen Fragen haben sich die Restauratorinnen Katrin Radermacher und Daniela Hedinger von der Kunsthalle Mannheim sowie Dr. Kerstin Kracht, Ingenieurin für Schwingungstechnik, am Beispiel von Max Beckmanns Ölgemälde „Fastnacht“ auseinandergesetzt. Die Ergebnisse der Schwingungsmessungen vor und nach der Restaurierung sowie ein Workshop rund um die Schwingungsbelastungen von Kunst- und Kulturgütern sind Gegenstand des Symposiums „Alles schwingt: Mechanische Schwingungen wirken auf Kunstwerke“, das am Freitag und Samstag 29./ 30. Juni 2018 in der Kunsthalle Mannheim stattfindet. Das Symposium ist international besetzt. ReferentInnen sind u.a. Dr. Ing. William Wei (Rijksdienst voor het cultureel Erfgoed, Amsterdam), Michel Dubus, M.A. (Institut national du Patrimoine, Paris), Arne Johnson und Dr. Mohamed Elbatanouny (Wiss, Anney, Elstner Associates Inc., Chicago), Prof. Thomas Kletschkowski (Hochschule für angewandte Wissenschaften, Hamburg), Nathalie Bäschlin, Matthias Läuchli und Cornelius Palmbach (Kunstmuseum Bern).Symposium:„Alles schwingt: Mechanische Schwingungen wirken auf Kunstwerke“Fr 29.06.2018, 13 – 18.00 Uhr und Sa 30.06.2018, 9.30 – 16.30 UhrAuditorium, Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4, 68165 MannheimTeilnahmegebühr: 120 Euro, ermäßigt für Studierende: 40 Euro.Weitere Infos unter www.kuma.art/de/symposium-alles-schwingt-mechanische-schwingungen-wirke…
Kein Konzertieren ohne Raum: Am Sonntag, 24. Juni 2018, ist das KlangForum Heidelberg e.V. zu Gast in der neu eröffneten Kunsthalle Mannheim (Einführung: 17 Uhr, Konzert: 18 Uhr). Im Programm „Klangräume – Stadt“ positioniert das KlangForum Heidelberg e.V. Kompositionen verschiedener Epochen und Stile, denen besondere räumliche Differenzierung von Musik eigen ist. So begegnen sich Schlüsselwerke von zwei der bedeutendsten lebenden Komponisten: nämlich „...quasi una Fantasia…“, das Miniaturklavierkonzert von György Kurtág (*1926) und die „Concertini“ (2005) von Helmut Lachenmann (*1935). Stimmig ergänzt werden sie durch Guo Wenjings räumlich-rituelles „Drama“ (2003) für drei Schlagwerker sowie die Uraufführung einer Hommage an Bernd Alois Zimmermann von seinem Schüler York Höller (*1944), den ersten Beitrag einer Reihe von Auftragskompositionen zu Zimmermanns 100. Geburtstag.Die Instrumentalbesetzungen von sowohl Lachenmanns als auch Kurtágs und Guo Wenjings Kompositionen bestehen aus ungewöhnlich zusammengestellten, solistischen Teilgruppen – in Barock und Klassik auch als „Concertini“ bekannt –, von denen sich das Publikum umgeben findet. Zusätzliche historische und räumliche Perspektive schaffen die eigens von Andrew Digby für die Konzerträume des Projekts neu instrumentierten Canzonen von Giovanni Gabrieli – Zeugnisse der frühen venezianischen Mehrchörigkeit um 1600, mit der sich Helmut Lachenmann u.a. während seiner Studien bei Luigi Nono intensiv auseinandergesetzt hat.17 Uhr: Einführungsgespräch mit dem Komponisten Helmut Lachenmann18 Uhr: Konzert: Es spielt das ensemble aisthesis unter der Leitung von Walter Nußbaum.Veranstalter: KlangForum Heidelberg e.V.Kartenvorverkauf über www.klangforum-heidelberg.deTickets: 20 €/ 15 €/ 10 €Kompositionen:Helmut Lachenmann: Concertini, 2005György Kurtág: ...quasi una fantasia..., 1987-1988Guo Wenjing: Drama (I-IV), Trio op. 26, für 3 Paar Cymbals und die Stimmen der Spieler, 1995York Höller: Kondukt, zur Erinnerung an Bernd Alois Zimmermann, 2018Andrew Digby: Sonate e due canzone, nach Giovanni Gabrieli, 2018In Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim, dem Musikwissenschaftlichen Institut, der IBA und dem Institut für Sinologie der Universität Heidelberg
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