American artist and pioneer of light art James Turrell’s latest work in the former Athene passageway spans 200 square meters and 12 meters in height. Moving through it from Kunsthalle Mannheim’s art nouveau building to the new building is an unforgettable experience of perception. After four years of development and preparation, the Mannheim art museum completes its new building with the site-specific permanent light installation Split Decision, thus adding a major work of modern art to its significant contemporary art collection. The Hector Stiftung II Kunst gGmbH initiated the project and provided the funding.“My works aren’t about light – they are light,” says Turrell (b. 1943). Split Decision, an art work in light, is situated at the heart of Kunsthalle Mannheim. It transforms the two-story passageway into a unique light corridor. The space connects the new building designed by the architectural firm gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner with Hermann Billing’s art nouveau structure. The new installation therefore both bridges the gap between the museum’s various programmatic types of architecture and transports its visitors from the early 21st century to the early 20th century via a kind of meditative time travel. Museum director Dr. Ulrike Lorenz is confident that it is “a real stroke of luck for Kunsthalle Mannheim’s collection as well as its architecture. Turrell manages to transform time and space in his art, as well as affecting the individual visitor perceiving his work. His light pieces transform and bewitch, leading us beyond the boundaries of our senses.”Split Decision occupies a central place in the museum: the passageway between the new building and the art nouveau building. Two sources of light taking up the entire walls illuminate the atmospherically charged space with changing color spectra, similarly to Turrell’s Tall Glass series. The light sources consist of 80 colored images that complement each other in fixed combinations and slowly merge into sequences. After 154 minutes, the meditative cycle of colorful and complementary light play begins anew.At Mannheim, the whole of the surrounding room is part of the installation, even more so than with the Tall Glass works. Turrell’s piece can be accessed from the first floor and also from Level 1 via bridge. The passage offers a view on Constantin Brancusi’s reflective Fish on the ground floor of the older building and Olafur Eliasson’s self-illuminating Starbrick under the cupola. In the opposite direction, the Athene passageway opens up via a tunnel into the light-flooded atrium of the Kunsthalle’s new building.By tackling light, color and space in his own artistic fashion, Turrell carves out a prominent place for himself in the realm of modern art. The light artist, who comes from a family of Quakers, builds on the conceptual art of the 1960s and on abstract painting in his works, but gives greatest priority to what the given location has to offer him. He uses light to create immersive spaces with elaborate architectural and technical installations. His works physically immerse the viewer, allowing them to plunge into a seemingly endless space formed of light.Turrell himself places his work within the category of perceptual art. “Light has an enormous power, and we are connected to it in an almost primordial way,” Turrell says. “I sculpt it as a material as far as possible. I want to make people be able to feel it, really experience the presence of light and the way that it fills up a room.”From now on at Kunsthalle Mannheim, visitors can see for themselves how light manifests itself in the installation Split Decision.Made possible byHector Stiftung II Kunst gGmbH
Über 200 Quadratmeter und acht Metern Höhenausdehnung breitet sich im ehemaligen Athene-Trakt das neueste Werk des amerikanischen Lichtkunstpioniers James Turrell aus. Es macht den Übergang zwischen Jugendstilbau und Neubau der Kunsthalle Mannheim zu einem unvergesslichen Wahrnehmungserlebnis. Nach vier Jahren Entwicklungs- und Realisierungszeit krönt das Mannheimer Kunstmuseum mit der dauerhaften und ortspezifischen Lichtinstallation „Split Decision“ ihr Neubau-Projekt und fügt ihrer bedeutenden Moderne-Sammlung ein Hauptwerk der Gegenwartskunst hinzu. Das Projekt wurde von der Hector Stiftung II Kunst gGmbH initiiert und finanziert.„Meine Arbeiten handeln nicht von Licht – sie sind Licht“, sagt James Turrell (*1943). Das im Herzen der Kunsthalle Mannheim entstandene Lichtkunstwerk „Split Decision“ verwandelt den Athene-Trakt, der den Neubau von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner mit dem Jugendstilbau von Hermann Billing verbindet, in eine einzigartige Lichtpassage. Sie verbindet nicht nur zwei programmatische Museumsarchitekturen miteinander, sondern führt wie eine meditative Zeitreise vom frühen 21. Jahrhundert ins frühe 20. Jahrhundert. „Ein absoluter Glücksfall für Sammlung und Architektur der Kunsthalle Mannheim“, ist sich Direktorin Ulrike Lorenz sicher. „James Turrell bewirkt mit seiner Kunst eine Transformation von Zeit, Raum und dem wahrnehmenden Individuum. Seine Lichtkunstwerke verwandeln und verzaubern; sie führen uns über die Grenzen unserer Sinne hinaus.“„Split Decision“ besetzt eine zentrale Stelle im Museum: den Übergang zwischen Neubau und Jugendstilbau. Die atmosphärisch aufgeladene Passage illuminieren zwei wandfüllende Lichtquellen – ähnlich den „Tall Glasses“ – mit wechselnden Farbspektren. Sie bestehen aus 80 Farbbildern, die in festgelegter Kombination komplementär ergänzen und Reihenfolge langsam ineinander übergehen. Nach 154 Minuten beginnt die meditative Abfolge der farblich komplexen Lichtstimmungen von vorn. Mehr noch als bei der Serie der „Tall Glasses“ gehört in Mannheim der gesamte umgebende Raum zur Installation, die sowohl im Erdgeschoss und als auch auf Ebene 1 über eine Brücke durchschritten werden kann. Die Passage bietet eine Blickachse in den Altbau auf den reflektierenden „Großen Fisch“ von Constantin Brancusi im Erdgeschoss und den selbstleuchtenden „Starbrick“ von Olafur Eliasson unter der Kuppel. In die andere Richtung öffnet sich der Athene-Trakt über einen Tunnel in das lichtdurchflutete Atrium des Neubaus.Durch seine künstlerische Auseinandersetzung mit Licht, Farbe und Raum nimmt James Turrell in der Gegenwartskunst eine herausragende Position ein. Ausgehend von der Konzeptkunst der 1960er Jahre und in Fortführung der abstrakten Malerei hat für den aus einer Quäkerfamilie stammenden Lichtkünstler die Ausrichtung seiner Werke auf die Gegebenheiten des Ortes oberste Priorität. Mit aufwendigen architektonischen und technischen Installationen kreiert er immersive Räume aus Licht: Seine Werke vereinnahmen die Betrachter körperlich, lassen sie physisch eintauchen in einen scheinbar grenzenlosen Raum aus Licht. James Turrell versteht seine Kunst als „Perceptual Art“ („Kunst der Wahrnehmung“): „Licht hat eine enorme Kraft. Und wir sind mit ihm auf ganz ursprüngliche Weise verbunden“, so Turrell. „Ich forme dieses Material, soweit das möglich ist. Ich will es so einsetzen, dass man es körperlich spürt, dass man wirklich die Anwesenheit von Licht spüren kann, von Licht, das einen Raum ausfüllt.“ Wie sich das Licht in der Installation „Split Decision“ materialisiert, können die Besucher ab sofort in der Kunsthalle Mannheim selbst wahrnehmen.Ermöglicht durch dieHector Stiftung II Kunst gGmbH
„Ich darf Ihnen gratulieren: Sie sind unsere 100.000 Besucherin seit unserer Eröffnung am 01. Juni 2018!“, begrüßt Dr. Ulrike Lorenz heute Vormittag Petra Paweletzki im Atrium des Neubaus der Kunsthalle Mannheim. Die Direktorin der Kunsthalle überreicht der gebürtigen Würzburgerin, die mit ihrer Tochter Meike in das Mannheimer Museum gekommen ist, einen Blumenstraß, das Neubau-Buch „Stadt in der Stadt. Die neue Kunsthalle Mannheim“ sowie einen Gutschein für ein Essen für zwei Personen im Wert von 100 Euro im Museumsrestaurant LUXX. „Das ist uns noch nie passiert! Da reservieren wir gleich für heute Abend einen Tisch“, freuen sich Mutter und Tochter. „Das wird ein schöner Abschluss für unseren Ausflug.“Gestern haben sich Petra und Meike Paweletzki das Heidelberger Schloss angeschaut, heute ist Mannheim an der Reihe. „Das ist ja auch eine sehr interessante Stadt und wir wollten als erstes in die Kunsthalle.“ Meike Paweletzki hatte im Vorfeld im Internet recherchiert. „Ich hatte gelesen, dass hier alles neu gemacht wurde“, erklärt die 22-Jährige.Nun sind die beiden Fränkinnen gespannt auf die Kunstwerke und die Sammlung. Die Architektur gefällt ihnen schon einmal auf Anhieb: „Wow, das ist sehr schön hier – so großzügig und offen“, sagt Petra Paweletzki. Oder wie man in Franken tiefstapelnd sagt: „Passt scho!“Dr. Ulrike Lorenz freut sich indes, dass die Marke der 100.000 Besucher bereits Anfang Oktober geknackt wurde. „Wir hoffen natürlich, dass sich dieser positive Trend fortsetzt und wir mit unserer nächsten großen Sonderausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ noch viele Besucher begeistern können.“
Von Marc Chagall über Robert Delaunay bis hin zu Georg Scholz reichen die Kunstwerke, die unter dem Titel „Zu Gast aus aller Welt“ an einer Wand der Ausstellung „(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle 1933 bis 1945 und die Folgen“ im Wechsel präsentiert werden. Hier begrüßt die Kunsthalle Werke, die 1937 aus ihrer berühmten Moderne-Sammlung als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt wurden und heute in Museen oder privaten Sammlungen auf der ganzen Welt beheimatet sind – oftmals als Glanzstücke der jeweiligen Institution. Dies zeigt eindrücklich, welche Kunstschätze die Kunsthalle einst besessen hat und die ihr durch die nationalsozialistischen Beschlagnahmungen genommen worden sind.Seit 18. September 2018 kann nun das 1921 entstandene Aquarell „Im Café (Hakenkreuzritter)“ von Georg Scholz im Jugendstilbau bewundert werden. Wie viele der 1937 brutal aus der Sammlung gerissenen Werke hatte die Kunsthalle auch diese kleine, fast prophetische Karikatur eines großbürgerlichen Parteigängers der Nationalsozialisten von dem Mannheimer Kunsthändler Herbert Tannenbaum angekauft. Für 130 Reichsmark kam es 1929 in die Sammlung.Über das Schicksal des Blattes nach seiner Beschlagnahmung ist relativ wenig bekannt: So ist es zwischen 1938 und 1941 im Depot für die Wanderausstellung „Entartete Kunst“ im brandenburgischen Velten nachzuweisen, ehe sich seine Spuren für Jahrzehnte verlieren. Erst Mitte der 1970er Jahre taucht „Im Café“ wieder im Kunsthandel auf. Heute ist das Aquarell im Bestand der New Yorker Merrill C. Berman Collection, die es freundlicherweise für die Ausstellung „(Wieder-) Entdecken“ als Leihgabe zur Verfügung stellt, wo es bis 02. Dezember 2018 bestaunt werden darf. Die Dauerausstellung „(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen“ veranschaulicht die Auswirkungen, welche die Zeit des Nationalsozialismus bis heute auf die Kunsthalle Mannheim, ihre Sammlung sowie auf die mit dem Museum verbundenen Menschen hat. Ein Fokus liegt auf dem dauerhaften Verlust von über 500 Werken, den das Museum 1937 im Zuge der Beschlagnahmungen „entarteter Kunst“ erlitten hat. Deutlich wird aber auch, dass die Kunsthalle Mannheim nicht ausschließlich als Opfer zu begreifen ist. In der Ausstellung wird mit den „Kulturbolschewistischen Bildern“ gleichzeitig auch der Blick auf jene 1933 von der Kunsthalle Mannheim durchgeführte Propaganda-Ausstellung gelenkt, die am Anfang der nationalsozialistischen Hetzkampagnen gegen die moderne Avantgarde steht.Mit den bisherigen Ergebnissen der Provenienzforschung an der Kunsthalle Mannheim werden abschließend die Anstrengungen thematisiert, die das Museum aktuell unternimmt, um von den Nationalsozialisten begangenes Unrecht aufzudecken und möglichst wieder gut zu machen. Der Besucher hat hier die Möglichkeit, die komplizierte Suche nach sogenannter NS-Raubkunst in der Mannheimer Sammlung nachzuvollziehen. Die Provenienzforschungsstelle wird gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste.(Wieder-)Entdecken – Die Kunsthalle Mannheim 1933 bis 1945 und die Folgen02. Juni 2018 bis 2020Kurator: Dr. Mathias Listl
Diese Ausstellung wird groß: Über 240 Exponate von über 130 Künstlern der Klassischen Moderne und der Gegenwart mit Leihgaben aus aller Welt – aus USA und Russland sowie aus vielen europäischen Ländern und Mexiko. „Diese Leihgaben möglich zu machen, war eine Mammutaufgabe“, sagt Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim, die in den USA und in Russland persönlich mit potenziellen Leihgebern und Kooperationspartnern Kontakt aufgenommen hat.Auf zwei Etagen im Neubau findet die Sonderschau Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie statt, die am Donnerstag, 11. Oktober 2018, eröffnet wird (19 Uhr). Versammelt sind auch eine Vielzahl verschiedener Kunstgattungen: Malerei, Filme, Installationen, Collagen, Fotografien, Zeichnungen und Plakate. „Die visuellen Künste der Zwischenkriegszeit im 20. Jahrhundert waren vielfältig und betrafen nicht nur die Hochkunst, sondern griffen in das Alltagsleben der Menschen ein und Motive der Massenkultur auf“, so Lorenz. „In der Gegenwart sind die Gattungsgrenzen sowieso aufgehoben.“Ausgehend von der Neuen Sachlichkeit, die in der Kunsthalle Mannheim 1925 ihren Namen erhalten hat, wird eine ähnliche Wiederentdeckung der zeitgenössischen Wirklichkeit, die Hinwendung zu Gegenstand und Gegenwart in der sozialistischen Sowjetunion und in den USA betrachtet und erstmals ein Vergleich der Kunst dieser drei Länder gezogen. Als roter Faden dient die Frage: Wie beeinflusst das ökonomische Sein das künstlerische Bewusstsein und Handeln?Ein zweites Kapitel wendet sich der unmittelbaren Gegenwart zu, in der Globalisierung, Digitalisierung und die internationale Finanzwirtschaftskrise Künstler zu engagierten Aussagen antreiben. Im Zentrum stehen etwa 35 internationale Künstlerinnen und Künstler mit ca. 70 Arbeiten in den Medien Film, Installation, Fotografie und Performance. Vertreten sind u.a. Jeremy Deller (UK), Maja Bajevic (Bosnien-Herzegowina, F), Alicja Kwade (D/PL), Abraham Cruzvillegas (Mex), Harun Farocki (D) und Antje Ehmann (D).Das Kuratorenteam für Teil 1 mit Dr. Eckhart Gillen, Berlin, und Ulrike Lorenz sowie Sebastian Baden (Kunsthalle Mannheim) für Teil 2 strebt an, im vergleichenden Sehen und Verstehen der visuellen Kulturen beider Epochen die Analogien und Differenzen in der Verarbeitung des Themas zu erkennen.Highlights unter den Ausstellungstücken sind beispielsweise der „Schifferstreik IV“ (1930) von Gerd Arntz aus der Sammlung Merrill C. Berman, das „Motorrad Rennen“ (1923-25) von Konstantin Vjalov aus der Tretjakov Galerie Moskau sowie die „Cotton Pickers“ (1935) von Jackson Pollock aus der Albright-Knox-Gallery – ein unbekanntes Frühwerk, das stilistisch eine Überraschung birgt.Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie –1919-1939 und 2008-201812. Oktober 2018 bis 03. Februar 2019Eröffnung: 11. Oktober 2018, 19 UhrDie Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, BASF SE (Hauptsponsor), Stiftung Kunsthalle Mannheim, H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Stiftung, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt MannheimProjekt Volume V – im Kontext von “Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008-2018” wird gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-WürttembergMedienpartner der Ausstellung ist das Handelsblatt.#artandeconomy
Ein Tag im Juli: Neugierig schauen sich 30 Augenpaare im Atrium um. Die jungen Erwachsenen haben sich in die Hände von Selin Hacikoglu, Florian Höft und Rosa Bergmann begeben, die seit September 2017 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ Kultur) in der Kunsthalle Mannheim absolvieren. An diesem Sommertag ist es das erste Mal, dass die Drei eine so große Gruppe von Menschen selbständig durch das Kunstmuseum führen. Sie erzählen frei und aus ihrer Perspektive über die Kunstwerke und die besondere Art der Präsentation, über den Neubau und die Geschichte des Hauses. Ihre Zuhörer, die ebenfalls als Freiwillige an verschiedenen Institutionen in Heidelberg arbeiten, hören ihnen interessiert zu.Im September 2012 wurde in der Kunsthalle Mannheim erstmalig ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur eingerichtet. Die damit verbundene Stelle war in der Abteilung „Kunstvermittlung“ angesiedelt und wurde finanziell durch die Wüstenrot Stiftung Ludwigsburg ermöglicht. Seitdem hat sich das System „FSJ Kultur“ im Mannheimer Kunstmuseum fest etabliert und stetig erweitert. Dieses Jahr arbeitete die 19-jährige Selin Hacikoglu aus Eberbach in der Kunstvermittlung. In der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird bereits seit drei Jahren auf die Unterstützung einer Freiwilligen gesetzt – in diesem Jahrgang war das Rosa Bergmann (ebenfalls 19 Jahre) aus Leutershausen. Neu war 2017/2018 die Einrichtung einer FSJ Kultur-Stelle im Marketing der Kunsthalle, die von Florian Höft (20 Jahre) aus Ilvesheim übernommen wurde.Dass sie in ihrem Jahrgang besonderes Glück hatten, darüber sind sich die drei Freiwilligen einig. Noch bei geschlossenen Museumsbetrieb traten sie im September 2017 ihr freiwilliges Jahr an – und wurden sofort eingebunden in die umfangreichen und aufregenden Vorbereitungen für die Eröffnung des Museums im Juni 2018. „Es ist großartig, wie viel Verantwortung wir hier von Beginn an übernehmen durften und wie viel Vertrauen uns entgegen gebracht wurde“, freut Rosa Bergmann sich.Die junge Frau weiß es besonders zu schätzen, dass sie in der Pressearbeit an spannenden Ereignissen wie dem Besuch des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zu den „Tagen der offenen Tür“ im vergangenen Dezember teilhaben durfte. An der Vorbereitung und Durchführung dieses Riesentermins war sie ebenso beteiligt wie an den Pressekonferenzen anlässlich des Grand Opening des Museums. So begleitete sie z.B. verschiedene Medienteams – von RNF über SWR bis ZDF – bei ihren Dreharbeiten. „Das war totales Neuland für mich.“In der Kunstvermittlung übernahm Selin Hacikoglu direkt nach ihrem Einstieg die Illustrationen der „Aktiv-Blätter“ für eine neu entwickelte Kinder-Kunst-Box. Ihre Ideen und Zeichnungen sind in das attraktive Produkt eingeflossen, das mittlerweile im Museumsshop erhältlich ist. Selin organisierte darüber hinaus Führungen für unterschiedliche Besuchergruppen und brachte sich inhaltlich bei den Arbeitsblättern für Lehrer und Schülergruppen ein.Für Florian Höft war die Durchführung der Kunstmesse ART Karlsruhe zu Beginn des Jahres 2018 ein persönliches Highlight: „Ich war von Anfang an in die Vorbereitungen auf die Messe integriert – vom Recherchieren attraktiver Give-Away-Artikel über die Neugestaltung des Messestandes bis hin zum tatsächlichen Messeauftritt in Karlsruhe, wo ich selbst als Repräsentant der Kunsthalle auftrat“, erzählt er begeistert.Besonders stolz sind sie auf ihr gemeinsames Projekt, das sie eigenständig erarbeitet haben. Sie haben für die Social Media-Kanäle der Kunsthalle eine Serie aus Film- und Fotobeiträgen entwickelt mit dem Ziel, während des geschlossenen Museums die Öffentlichkeit dennoch an den Vorbereitungen und Aufbauprozessen bis zur Eröffnung teilhaben zu lassen.Nun ziehen die drei jungen Erwachsenen weiter. Sie werden studieren oder bereiten sich mit einem Mappenkurs auf die Aufnahme an einer Kunsthochschule vor. Ihre Nachfolger stehen bereits in den Startlöchern: Ab September werden Rebekka Wadle, Gina Ries und Keona Buvari ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur an der Kunsthalle Mannheim beginnen.Bildunterschrift: Die „Freiwilligen“ 2017/18 (v.l.): Rosa Bergmann, Selin Hacikoglu und Florian Höft im Neubau (Foto: Kunsthalle Mannheim)
Ist heute nicht jeder Mensch ein Fotograf? „Fotografie jetzt“ ist das Thema der „Bar der Gegenwart“ am Mittwoch, 05. September 2018 (19.30 Uhr) in der Kunsthalle Mannheim. ProfessorInnen und Studierende verschiedener Kunsthochschulen fragen, welche neuen Strömungen in der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie zu entdecken sind, wie die Ausbildung im Bereich der Fotografie an Kunsthochschulen aussieht und welchen Stellenwert Positionen wie die von Jeff Wall darin einnehmen? Gemeinsam mit den VertreterInnen der Kunsthochschulen wird besprochen, wie Fotografie heute gelehrt wird, welchen Stellenwert analoge Techniken und die Bildkultur der sozialen Medien in der Kunst haben. Zu Gast sind u.a. Susanne Kriemann, Professorin für Künstlerische Fotografie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, und Dr. Jörg Scheller, Journalist, Kunstwissenschaftler und Leiter des Theorie-Bereichs im Bachelor-Studiengang „Kunst & Medien“ an der Züricher Hochschule der Künste.Die „Bar der Gegenwart“ am 05. September 2018 ist eine der letzten Gelegenheiten, die Sonderausstellung „Jeff Wall. Appearance“ zu sehen, die nur noch bis Sonntag, 09. September 2018 läuft.In der „Bar der Gegenwart“ wird bei einem Drink mit lokalen wie internationalen KünstlerInnen, MacherInnen und DenkerInnen diskutiert, wie Kunst das Leben bestimmt und uns inspirieren kann, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken. Die Veranstaltung zählt zum „ProgrammPlus“ der Kunsthalle Mannheim, mit dem sich das Museum der Stadtgesellschaft öffnen möchte. Im Selbstverständnis einer „Stadt in der Stadt“ – also eines exemplarischen Ausschnitts der Gesellschaft – nimmt die Kunsthalle die Grundkoordinaten der menschlichen Existenz in den Blick.Mittwoch, 05.09.2018, 19.30 UhrProgrammPlus zu „Jeff Wall. Appearance“Bar der Gegenwart: Fotografie jetzt.Kosten: 5 €, Museumseintritt frei – MVV KunstabendModeration: Dörte Dennemann und Dr. Sebastian Baden Weitere Veranstaltungen an diesem MVV-Kunstabend:Mittwoch, 05.09.2018, 18.30 Uhr und 20 UhrAnselm Kiefer und sein KosmosKunstgespräch für NeugierigeKosten: 3 €, Museumseintritt frei – MVV KunstabendMittwoch, 05.09.2018, 18.30 UhrJeff Wall. AppearanceKunstgespräch für NeugierigeKosten: 3 €, Museumseintritt frei – MVV KunstabendMittwoch, 05.09.2018, 20 UhrÜberblicksführung durch die neuinszenierte Sammlung OFFENKunstgespräch für NeugierigeKosten: 3 €, Museumseintritt frei – MVV KunstabendMVV-Kunstabend:1. Mittwoch im Monat, 18 - 22 Uhr, Eintritt frei
Fotos macht ihr tägliche Dutzende mit Eurem Handy oder Tablet. Im Gegensatz dazu braucht der Fotograf Jeff Wall manchmal zwei Jahre für einen seiner großformatigen Leuchtkästen, für die er bekannt geworden ist. Der kanadische Künstler (Jahrgang 1946) zeigt Menschen in unterschiedlichen Situationen, beim Picknick, auf dem Weg zur Arbeit oder in ihrer Wohnung. Was wie zufällig aufgenommen aussieht, ist in Wirklichkeit perfekt inszeniert und erinnert oft an berühmte Gemälde der Kunstgeschichte. Jeff Wall beschäftigt sich mit Fragen medialer Inszenierungen und Klischeevorstellungen in der zeitgenössischen Fotografie.„Deine Szene als Foto – wie von Jeff Wall" heißt der Sommerferien-Workshop für Kinder für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren am Dienstag 04. und Mittwoch, 05. September 2018 von 10.15 bis 16 Uhr in der Kunsthalle Mannheim stattfindet. Gemeinsam mit Kunstvermittlerinnen schauen sich die TeilnehmerInnen die Ausstellung an, entwickeln Themen, Strategien und Motive für verschiedene inszenierte Fotos und werden anschließend selbst kreativ.Bitte mitbringen: Essen, Trinken, Sonnenschutz.Anmeldung: www.abendakademie-mannheim.de, Kursnummer R196066, Kosten: 40 € (inkl. Material und Eintritt).
Erinnern Sie sich noch an OFFEN? Seit Frühjahr 2018 warb die Kunsthalle Mannheim mit diesem typographischen Motiv und lud ein zu ihrer feierlichen Eröffnung am 01. Juni 2018. Jetzt wurde die Agentur loved für die OFFEN-Kampagne mit dem renommierten Red Dot Award: Communication Design 2018 in der Kategorie "Poster - Typographie" ausgezeichnet. 24 internationale Juroren haben sich nach der Betrachtung von mehr als 8.600 Kommunikationsdesign-Arbeiten aus 45 Ländern unter anderem für die Eröffnungskampagne der Kunsthalle entschieden.Bereits 2017 hatte die Kunsthalle Mannheim die Gestaltungsagentur loved mit ihrer Eröffnungskampagne beauftragt. Loved – eine Tochter der großen Hamburger Full-Service-Agentur thjnk – wird nun am 26. Oktober 2018 im Rahmen der Preisverleihung des Red Dot Awards ausgezeichnet. Während der Designers’ Night im ewerk Berlin wird die Plakatkampagne OFFEN den internationalen Gästen des Events vorgestellt – in der Siegerausstellung „Design on Stage“, die exklusiv eine Nacht lang den State of the Art im weltweiten Kommunikationsdesign in Szene setzt. Das Plakatmotiv OFFEN für die Kunsthalle Mannheim wird ebenfalls im International Yearbook Communication Design 2018/2019 präsentiert, das am 15. November erscheint und in rund 40 Ländern vertrieben wird.Um die Vielfalt im Bereich Design fachgerecht bewerten zu können, unterteilt sich der Red Dot Design Award in die drei Disziplinen Red Dot Award: Product Design, Red Dot Award: Communication Design und Red Dot Award: Design Concept. Der Red Dot Award ist einer der größten Design-Wettbewerbe der Welt. 1955 kam erstmals eine Jury zusammen, um die besten Gestaltungen der damaligen Zeit zu bewerten. In den 1990er-Jahren entwickelte Red Dot-CEO Professor Dr. Peter Zec den Namen und die Marke des Awards. Die begehrte Auszeichnung „Red Dot“ ist seitdem das international hochgeachtete Siegel für hervorragende Gestaltungsqualität. Weitere Informationen unter www.red-dot.de.
Museum in Bewegung: Die kommende Mega-Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“ bringt bereits jetzt Bewegung in die neue Kunsthalle Mannheim. Schon diese Woche beginnen die Umbauarbeiten und am kommenden Dienstag, 28.08.2018, eröffnet ein erster Themenkubus seine Pforten. In Vorbereitung auf die Sonderschau, die am 11.10.2018 eröffnet,wird das Herzstück der Mannheimer Sammlung neu positioniert: Édouard Manets „Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko“ (1868-69) zieht in Kubus 1, der daher ab heute bis Sonntag, 26.08.2018, geschlossen ist.Interessierte Besucher haben bis Sonntag noch ein letztes Mal die Gelegenheit, das Manet-Gemälde in Kubus 3 mit der raumgreifenden Installation „Arena“ von Rita McBride zu erleben. Am Freitag, 24.08.2018 (10.30 bis 12 Uhr), und Samstag, 25.08.2018 (15 bis 17 Uhr), findet dort die Perfomance „Bodies and Structure“ von Alexandra Waierstall statt.Manets berühmtes Ölgemälde ist ab Dienstag, 28.08.2018, in „seinem“ Kubus 1 in der neuen Konstellation mit „The Chisel and the Sinkhole“ (2016-2017) von José Antonio Vega Macotela zu erleben. Ab Dienstag, 28.08.2018, bis zur Eröffnung von „Konstruktion der Welt“ am Donnerstag, 11.10.2018 (19 Uhr) werden die Kuben 2 bis 4 für die Sonderschau vorbereitet und sind daher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.Mit seinem Umzug in Kubus 1 erobert Manet jenen Galerieraum, der originär für das riesige Meisterwerk entworfen wurde. Die Gegenüberstellung mit dem Werk von Vega Macotela markiert den kunsthistorischen Ansatz der Ausstellung „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie“.Die zweite Sonderausstellung seit der Neueröffnung beleuchtet zehn Jahre nach der Finanzkrise erstmals sichtbare Einflüsse der Ökonomie auf Kunst und Künstler in der Periode von 1919 bis 1939 und zwischen 2008 und 2018. Ein internationaler Vergleich der visuellen Künste zwischen den Weltkriegen und in der Gegenwart führt durch eine sich dramatisch wandelnde Erfahrungswelt von Mensch und Arbeit. Etwa 250 Gemälde, Filme, Fotografien, Collagen und Multimedia-Installationen von rund 150 Künstlern und Kollektiven aus mehr als 20 Nationen reflektieren Fragen und beschreiben Phänomene, die heute brisanter sind denn je.José Antonio Vega Macotelas „The Chisel and the Sinkhole“ (Der Meißel und der Stollen) ist eine Klangskulptur, die aus der Mechanik einer europäischen Spieluhr und Werkzeugen des Bergbaus der lateinamerikanischen Kolonialzeit zusammengesetzt wurde. Auf diese Weise verknüpft Macotela die Geschichte der kolonisierten Bevölkerung mit jener der Kolonialherren. In seinen Werken greift der Künstler (Teilnehmer der documenta 14 in Kassel und Athen) die Themen Ökonomie, Macht, Gefangenschaft und Widerstand auf. Im Kontext des Historienbildes von Edouard Manet bringt er aktuelle sozioökonomische und politische Aspekte der Globalisierung auf den Punkt, deren Ursprünge in die Geschichte der Eroberung der Welt durch europäische Interessen zurückreichen.Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-201812. Oktober 2018 bis 03. Februar 2019Eröffnung: 11. Oktober 2018, 19 UhrDie Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, BASF SE (Hauptsponsor), Stiftung Kunsthalle Mannheim, H.W. & J. Hector Stiftung, Ernst von Siemens Stiftung, VR Bank Rhein-Neckar eG, Stadt Mannheim.Projekt Volume V – im Kontext von „Konstruktion der Welt. Kunst und Ökonomie – 2008-2018“ wird gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
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