Eine Luftaufnahme in Schwarzweiß von Mannheim 1943. Die Quadrate liegen zerstört in Reih und Glied nebeneinander. Dazwischen rote Linien: Es sind die Routen der Kampfmittelräumdienste. Dieses Foto hat Hiwa K für sein neustes Kunstwerk mit dem Titel „Alchemy of Love (Mannheim)“ auf einen riesigen Teppich drucken lassen. Dieser bespielt den mittleren Galerieraum der Sonderausstellung „Hector Preis: Hiwa K“, die am Donnerstag, 04.07.2019 um 19 Uhr feierlich in der Kunsthalle Mannheim eröffnet wird.Hiwa K stellt Fragen der Zugehörigkeit und thematisiert Heimat, Identität und Macht. Mit konzeptionell und erzählerisch überzeugenden Kunstwerken liefert er Analysen global-gesellschaftlicher Verhältnisse und ihren Formen der Repräsentation. Mit seinem anekdotenreichen Werk hat er einen elementaren Beitrag zum interkulturellen Verständnis zwischen der arabischen und europäischen Lebenswelt geleistet. Kurator Dr. Sebastian Baden gruppiert in den drei Sonderausstellungsräumen des Neubaus ausgewählte Arbeiten des Hector-Preisträgers aus den Jahren 2009 bis 2019 in die Themenbereiche „Illegale Telekommunikation“, „Meditation und Widerstand“ und „Migration der Gewalt“Zu den umfangreichsten jüngeren Arbeiten von Hiwa K zählt die Installation „The Bell Project“ (2014-15), die für die Biennale di Venezia 2015 entstanden ist. Aus den metallischen Überresten von Kriegsmaterial, die aus dem Iran-Irak Krieg und den späteren Golfkriegen im Irak stammen, hat der Künstler eine Glocke gießen lassen. Die Metalle hatte der kurdische Munitionssammler Nazhad zusammengetragen, der aus Waffen, Minen und Kriegsgerät Eisenrohlinge herstellt und diese verkauft. So wurde ein historisch bekannter Prozess umgekehrt: Früher wurden Glocken wegen der Bronze zu Kanonen eingeschmolzen, heute formt Hiwa K aus dem Metall alter Waffen eine Glocke.Geboren wurde Hiwa K 1975 im kurdischen Teil des Irak, wo er Malerei studierte und sich mit europäischer Literatur, Philosophie und Musik beschäftigte. Mitte der 1990er Jahre floh er über die Türkei nach Deutschland, wo er zunächst als Flamenco-Schüler bei Paco Peña lernte und ab 2005 an der Kunstakademie in Mainz und als Gast an der Städelschule in Frankfurt studierte. Sein Kunststudium war motiviert von der Frage, wie sich der Kunstbegriff jenseits des westlichen Kanons weiterentwickeln lässt.Werke von Hiwa K wurden international ausgestellt, u.a. auf der documenta14 (2017) und der 56. Biennale von Venedig (2015), der Manifesta 7 (2009), im Kunstverein Hannover (2018), im S.M.A.K. Ghent (2018), im New Museum in New York City (2018), den KunstWerken Berlin (2017), der Serpentine Gallery in London (2012), La Triennale de Paris (2012). Der Künstler wurde mit dem Arnold-Bode-Preis (2016) und dem Ernst Schering Preis (2017) ausgezeichnet.Seit 1997 vergeben die Kunsthalle Mannheim und die H.W. & J. Hector-Stiftung im dreijährigen Rhythmus den Hector Kunstpreis für zeitgenössische Kunst in Deutschland. Die Auszeichnung fördert Künstler, die in Deutschland leben, zwischen 35 und 50 Jahre alt sind und im dreidimensionalen Bereich der Bildhauerei, Objektkunst, Raum- und Multimediainstallation arbeiten. Damit unterstreicht der Hector Preis den Mannheimer Sammlungsschwerpunkt Skulptur. Er ist mit 20.000 € dotiert und mit einer Ausstellung in der Kunsthalle sowie begleitender Publikation verbunden. Unter den bisherigen Preisträgern waren Alicja Kwade, Nairy Baghramian, Tobias Rehberger, Florian Slotawa und Gunda Förster.Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Zusammenarbeit mit der Zachęta National Gallery of Art in Warschau sowie dem NOMUS Nowe Muzeum Sztuki in Danzig, herausgegeben von Sebastian Baden und Aneta Szyłak.Große Sonderausstellung:Hector-Preis: Hiwa K05. Juli bis 01. September 2019, Eröffnung: 04. Juli 2019, 19 UhrKurator: Dr. Sebastian BadenGefördert durch die H.W. & J. Hector Stiftung.Save the Date: PressekonferenzMittwoch, 03.07.2019, 11 Uhr, Kunsthalle Mannheim, Auditorium.
„In meinen Kompositionen ergeben sich die Symbol-Kategorien und die zeitliche Strukturierung der Partitur meist aus außermusikalischen Abläufen, zum Beispiel aus dem Biorhythmus der Musiker*innen“, erklärt William Engelen. „Den Ausgangspunkt bilden in der Regel alltägliche Situationen oder besser noch: der Lebensalltag. Das können Orte sein wie ein Stadt- oder Schrebergarten, ein leerstehendes Geschäftshaus in einer Großstadt, ein alter Hochofen, die Firma Milka, eine Ausstellung eines Sammlers in einem Museum, eine Betonwand in einer Schule, ein verstaubtes Klavier oder das Wetter.“In der „Bar der Gegenwart“ spricht am Mittwoch, 05.06.2019, um 19.30 Uhr der Künstler William Engelen mit dem Kurator Dr. Sebastian Baden. Im Austausch mit dem Publikum werden Fragen aufgeworfen u.a. über Biorhythmen und Pflanzenwachstum und welche Auswirkungen ein Takt auf das eigene menschliche Bewusstsein haben kann.Die „Partitur 32 bpm für die Kunsthalle Mannheim“ hat Engelen als ortsspezifische Arbeit erschaffen, die Mitte Mai im Atrium des Kunstmuseums von acht Musiker*innen des Mannheimer Schlagwerks (Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim) mit jeweils neun Perkussionsinstrumenten unter der Leitung von Prof. Dennis Kuhn uraufgeführt wurde. Als Videoinstallation ist sie bis 14. Juli 2019 in der BOX in Klang und Bild zu sehen.William Engelen (Jahrgang 1964) studierte an der Stadsakademie voor toegepaste Kunsten und der Jan van Eyck Akademie in Maastricht, Niederlande. Er ist bekannt für seine experimentellen und forschungsbasierten Kompositionen, die formal und thematisch herausragend sind. Sein künstlerisches Schaffen oszilliert zwischen Musik, Bildender Kunst, Happening, Klanginstallation und Performance. Seine ortsgebundenen Arbeiten stellen eine besondere Beziehung zwischen Raum und Klang her. Die musikalischen Werke notiert der Niederländer in der Regel graphisch – und baut auf das Einfühlungsvermögen und die Kreativität der Aufführenden.In der Bar der Gegenwart wird bei einem Drink mit lokalen wie internationalen Künstler*innen, Macher*innen und Denker*innen besprochen, wie wir die Gegenwart verstehen können und wie Kunst uns inspiriert, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken – z.B. wie wir mit Zeit umgehen, wie wir unseren Arbeitsplatz organisieren, was uns für unseren Beruf motiviert und wie wir zusammenleben wollen. Die Bar der Gegenwart findet an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr statt.Mittwoch, 05.06.2019, 19.30 UhrProgrammPlus zu „BOX #4: William Engelen“Bar der GegenwartArtist Talk mit William Engelen und Dr. Sebastian Baden, KuratorOrt: Treffpunkt Kassentresen im AtriumKosten: 5 €, Museumseintritt frei – MVV Kunstabend Weitere Termine:Mittwoch, 10.07.2019, 20 UhrLive im Atrium: „Partitur 32 bpm“ von William EngelenEine Aufführung des Mannheimer SchlagwerksKosten: 5 € inkl. Eintritt Ausstellung:Box #4: William Engelen19. Mai bis 14. Juli 2019Kurator: Dr. Sebastian BadenMit freundlicher Unterstützung des Königreichs der Niederlande. Fotocredit:William Engelen mit seiner „Partitur 32 bpm“Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann
Kunst in allen Formen zwischen Wasserwelten und Comicfiguren – die freien Tage in den Pfingstferien sind ideal, um kreativ zu werden und Neues auszuprobieren. In zwei Kreativ-Workshops der Kunsthalle Mannheim können Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 14 Jahren ihre Fantasie auspacken und künstlerisch tätig werden.„Wir tauchen ab!“ heißt es, wenn Kinder von 8 bis 10 Jahren in diesem Ferienworkshop sich in die Kunsthalle Mannheim und spannende Unterwasserwelten vertiefen. Aus den eigenen Umrissen erschaffen die jungen Künstler*innen gemeinsam mit den Kursleiterinnen Gabi Tagscherer und Cornelia Dannenberg geheimnisvolle, schöne oder gruselige Meeresmonster und Nixen. Mit Stempeldrucken oder Collagen entstehen an den zwei Tagen eigene Wasserwelten – Wellen, Farben und Spaß stehen dabei im Vordergrund.Wer sich für Comics, Geschichten oder Zeichnen interessiert, ist im Ferienworkshop „Story, Pose, Outfit – Graphic Novels zeichnen“ gut aufgehoben. Jugendliche zwischen 11 und 14 Jahren erfahren, wie man Geschichten auch ganz ohne Worte erzählen kann: Nur mit Bildern und Zeichnungen, die sich die Teilnehmer*innen selbst ausdenken, wird eine ganze Handlung dargestellt. Kursleiterin Christine Trautmann zeigt den Kunstinteressierten die Grundelemente einer Graphic Novel, vom Storytelling als Basis bis zu Pose und Outfit der Figuren, die dargestellt werden sollen. Dabei wird auch auf Zeichnungen von Künstlern eingegangen, die man fast wie eine Graphic Novel lesen kann. Oft finden sich dabei versteckte Botschaften, wie beispielsweise in den Schwarz-Weiß-Zeichnungen „Die Basis des Make-up“ in der Sonderausstellung „Heinz Emigholz“ (bis 23.06.2019).Dienstag, 11.06.2019 und Mittwoch, 12.06.2019, 10.15 bis 15.15 UhrWir tauchen ab!Ferienworkshop für Kinder von 8 bis 10 JahrenKosten: 50 Euro inkl. Material & Eintritt, Anmeldung über www.abendakademie-mannheim.de Dienstag, 11.06.2019 und Mittwoch, 12.06.2019, 10.15 bis 16.15 UhrStory, Pose, Outfit – Graphic Novels zeichnenFerienworkshop für Kinder von 11 bis 14 JahrenKosten: 60 Euro inkl. Material & Eintritt, Anmeldung über www.abendakademie-mannheim.deBildunterschrift:Zeichnen im Atelier der Sonderausstellung „Henri Laurens – Wellentöchter“Foto: Kunsthalle Mannheim/ Dietrich Bechtel
In den letzten Jahren hat sich das Segment der thematischen und ausstellungsunabhängigen Kunst- bzw. Künstlerbücher stark entwickelt. Eine Vielzahl kleinerer, von Künstler*innen und Kunsthistoriker*innen initiierter Labels, Verlage, Läden und Messen sind entstanden. Die Kunsthalle Mannheim präsentiert vom 28. Juli bis 15. September unter dem Titel „Artist Books“ in der BOX # 5 ausgewählte Kunstpublikationen, die diese Entwicklung dokumentieren und neue Bezüge zu den Inhalten der Mannheimer Kunsthalle herstellen. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung wird es am 27.07.2019 von 11 bis 17 Uhr eine Artist Books Fair geben: einen „Markttag“ mit Ständen, Vorträgen und Aktionen im Atrium der Kunsthalle Mannheim.Open Call: Die Kunsthalle Mannheim lädt zusätzlich zur Ausstellung aufstrebende und etablierte Künstler*innen sowie Akteur*innen im Bereich künstlerische Eigen-Publikationen ein, ihre Werke, selbst publizierten Editionen und – Hefte bei der Kunsthalle Mannheim einzureichen. Möchten Sie am 27.07.2019 über Ihre Werke sprechen und sie an einem eigenen Stand in der Kunsthalle Mannheim verkaufen? Dann bewerben Sie sich bis 15.06.2019.Mit einer Jury aus internen und externen Fachleuten und Enthusiast*innen für Artist Books treffen wir eine Auswahl und laden Sie zur Artist Books Fair am Eröffnungstag in die Kunsthalle Mannheim ein. Besonders begrüßt werden Werke, die einen Bezug zur Sammlung der Kunsthalle Mannheim herstellen. Die Kunsthalle Mannheim stellt Ihnen einen Stand und Verpflegung zur Verfügung.Bewerbungsunterlagen bitte anfordern bei:Kunsthalle MannheimDörte Ilsabe Dennemann, ProgrammkuratorinFriedrichsplatz 4, 68165 Mannheimdoerte.dennemann@mannheim.de
Meisterwerke der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst aus der Sammlung LBBW werden künftig die Möglichkeiten der Sammlungspräsentationen der Kunsthalle Mannheim erweitern. Das ist das erklärte Ziel der neuen Kooperation zwischen dem Mannheimer Kunstmuseum und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die am 14. Mai 2019 offiziell beginnt.„Ich freue mich sehr, heute den offiziellen Startschuss geben zu können zu einer Kooperation der Kunsthalle Mannheim und der Landesbank Baden-Württemberg“, sagt Dr. Ulrike Lorenz. „Von dieser fruchtbaren Zusammenarbeit werden auch die Besucherinnen und Besucher der Kunsthalle Mannheim profitieren“, ist die Museumsdirektorin überzeugt.Mit über 15.000 Kunstwerken besitzt die LBBW eine der großen deutschen Unternehmenssammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Zu den Highlights der Sammlung zählen Werke von Otto Dix, Willi Baumeister, Gerhard Richter, Stephan Balkenhol, Tobias Rehberger, Andreas Gursky, Rosemarie Trockel und viele mehr.„Dank der Kooperation der beiden Institutionen lassen sich die Beziehungen zwischen den Werken verschiedener Künstler*Innen umfangreich darstellen und vergleichen. Die öffentliche Sammlung der Kunsthalle erschließt somit zusammen mit Sammlung der LBBW neue kunsthistorische Horizonte zwischen Moderne und Gegenwart“, erklärt Dr. Ulrike Lorenz.2018 hat die LBBW zu ihrem 200-jährigen Jubiläum ein ehrenamtliches Sammlungskuratorium einberufen, in dem auch Lorenz sitzt. Zu seinen Mitgliedern zählen außerdem Dr. Ulrike Groos (Direktorin Kunstmuseum Stuttgart), Patricia Kamp (Künstlerische Leiterin Museum Frieder Burda | Salon Berlin), Thomas Locher (Rektor der HGB Leipzig), Dr. Petra Olschowski (Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), Claudia Diem (BW-Bank-Vorstand) u.a.Die Sammlung LBBW geht zurück in das Jahr 1971 Am Anfang galt das Interesse Vertretern der südwestdeutschen Kunst, zu denen Oskar Schlemmer und Willi Baumeister gehören. Später traten Arbeiten herausragender Künstler der deutschen Kunst nach 1945 hinzu – wie Gerhard Richter, Georg Baselitz und Anselm Kiefer. Ab den 1990er Jahren wurde das Interesse auf die junge aktuelle zeitgenössische deutsche und internationale Kunst ausgedehnt. Darüber hinaus zählen auch Gemälde von Max Slevogt, Otto Dill und Hans Purrmann sowie zeitgenössische Werke von Neo Rauch, Matthias Weischer und Tim Eitel heute zur Sammlung."Als regionale Kundenbank der LBBW sehen wir uns nicht nur als Partner der Wirtschaft, sondern wollen auch ganz bewusst einen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben in der Region leisten", sagt Claudia Diem, Mitglied des Vorstands der BW-Bank. "Kunst ist eine wertvolle Facette unserer Unternehmenskultur, die wir bewahren und fördern wollen. Daher freuen wir uns sehr, im Rahmen dieser Kooperation mit der Kunsthalle Mannheim Teile der Sammlung LBBW hier einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen."Die Kunsthalle Mannheim befindet sich in bester Gesellschaft, ist die umfangreiche Kunstsammlung der LBBW doch national wie international gefragt. Neben dem Kunstmuseum Stuttgart – dort ist unter anderem das „Bildnis der Tänzerin Anita Berber“ (1925) von Otto Dix aus der Sammlung LBBW zu sehen – ist sie auch in der Staatsgalerie Stuttgart mit Leihgaben vertreten. Temporär wurden ihre Werke bereits an die Kunstsammlung NRW, den Berliner Martin-Gropius-Bau, die Schweizer Fondation Beyeler, das Kunstmuseum Bonn und die Nationalgalerie Oslo verliehen.Lorenz: „Die Kunsthalle Mannheim wird von dieser Kooperation profitieren und ihrem Publikum neben der eigenen Sammlung besondere zeitgenössische Kunstwerke zugänglich machen können, die in der internationalen Kunstwelt von Bedeutung sind. Wir freuen uns speziell auf die multimedialen Werke und Installationen.“ Bildunterschrift: Glückliche Kooperationspartner: Dr. Inge Herold (Sammlungsleiterin, Kunsthalle Mannheim), Claudia Diem (Mitglied des Vorstands BW-Bank), Lutz Casper (Leiter der Sammlung Landesbank Baden-Württemberg) und Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Kunsthalle Mannheim (v.li.n.re.)Foto: Kunsthalle Mannheim/ Maria Schumann
Many French and German artists followed in the footsteps of Henri Matisse (1869–1954) in the early period of modern art. A very popular painter, Matisse is renowned for innovations that made him a forerunner of abstract art. He was called “the artist’s artist”. With works characterized by vivid strokes and intense colors that broke with a deadlocked painting tradition, he inspired the young generation of French and German painters of the early 20th century. Held at the Kunsthalle Mannheim from September 27, 2019 to January 19, 2020, the special exhibition Inspiration Matisse will present more than 120 paintings, sculptures, ceramics, drawings and engravings by pioneers of modern art who were contemporaries of the master, including French Fauvists, German Expressionists and students at the “Académie Matisse”. The first presentation of works by Henri Matisse in Germany in the early 20th century caused diametrically opposed reactions, as some people were fired with enthusiasm while others categorically rejected the painter. Nonetheless, his expressive and richly colored works inspired numerous avant-garde artists. Although a few German art lovers with connections to the Paris artistic milieu had noticed Matisse as early as 1905, the painter’s work did not reach the general public until one or two years later, when some of his innovative paintings were displayed for the first time in Munich, Frankfurt, Dresden, Karlsruhe and Stuttgart as part of a touring exhibition dedicated to French art of the time. In December 1908, Matisse traveled to Berlin on the occasion of a retrospective of his work that opened the following month and had an impact in the city and far beyond. Nearly all debutant and established German painters visited the exhibition, held at Paul Cassirer’s art gallery. Among them was Max Beckmann who stated after viewing the works: “One shameless effrontery after another.” As for Max Pechstein and Ernst Ludwig Kirchner, who came from Dresden especially for the exhibition, they appreciated discovering an artist with a kindred approach to painting but were shocked by Matisse’s uncompromising style, which was rejected as too scandalous, even in Paris. After visiting the exhibition, the two painters wrote a postcard to Erich Heckel in Dresden with the laconic statement: “Matisse, rather wild.”Matisse’s work split the German art critic scene: the Francophile progressives acclaimed the new star painter, the revolutionary who continued the trailblazing work of artists such as Van Gogh, Gauguin, Seurat, Signac and Cézanne, while conservatives considered Matisse the vector of a deadly virus threatening the young German painters. And although all critics agreed on the need to renew and empower German art, many of them felt that it was necessary to remain independent from the tendencies developed in Paris. Matisse traveled to Germany several times: first in the summer of 1908 (Speyer, Heidelberg, Nuremberg, Munich), then during the following winter (Berlin, Hagen) and finally in the autumn of 1910 (again Munich and then Garmisch-Partenkirchen). He encountered art collectors and visited several museums as well as the great exhibition of Islamic art held on Munich’s Theresienwiese in 1910. During his sojourn in Bavaria’s capital city he discovered various noted restaurants, including the Löwenbräukeller. (The picture below showing Matisse and two other men holding half-pint beer glasses was shot in the photo booth that once stood there.) Karl Ernst Osthaus is particularly worth a mention among the numerous personalities that the painter met during his trips: One of his main contacts in Germany, Osthaus was the founder of the Folkwang Museum in Hagen. There is no evidence that Matisse ever visited Mannheim, but we know that he traveled to nearby Heidelberg in 1908 and saw the Great Tun within the cellars of the castle. In Speyer, another town in the vicinity, he encountered Hans Purrmann, his pupil at the Académie Matisse where he trained some one hundred French and foreign painters between 1908 and 1910. There wasn’t any art work by the master on display at the exhibition held in 1907 on the occasion of the 300th anniversary of the foundation of Mannheim. The Kunsthalle opened only in 1909 and Sally Falk, an outstanding art collector in that city, acquired a sculpture and two graphic works by Matisse just a few years later. In late 2019, one hundred fifty years after the birth of Henri Matisse, the Kunsthalle Mannheim will present paintings by the French master among works by a wealth of other artists: André Derain, Georges Braque, Charles Camoin, Kees van Dongen, Raoul Dufy, Henri Manguin, Albert Marquet, and Maurice de Vlaminck; Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, August Macke, Gabriele Münter, and Max Pechstein; Rudolf Levy, Oskar and Margarete Moll, Hans Purrmann, and Mathilde Vollmoeller. The dialogue between all these works will open new perspectives and underscore the fact that Matisse was a trailblazing artist who catalyzed the liberating endeavors of many other painters. A world premiere, the exhibition at the Kunsthalle Mannheim displays works from museums and private collections in Belgium, Denmark, France, Germany, Great Britain, Norway, Spain, Sweden, Switzerland and the US. Among the museums who lent works from their collections are the Nationalgalerie (Berlin), the Pinakothek and the Städtische Galerie im Lenbachhaus (Munich), the Staatsgalerie (Stuttgart), the Musée Matisse (Nice), the Tate (London), the Nasjonalgalleriet (Oslo), the Fondation Beyeler (Riehen/Basel), the Museo Thyssen-Bornemisza (Madrid), the Art Institute (Chicago) and the Metropolitan Museum (New York). Inspiration MatisseSeptember 27, 2019 – January 19, 2020Opening: September 26, 2019, 7:00 pmCurators: Dr Peter Kropmanns (Paris), Dr Ulrike LorenzSponsors : Media partners : Save the date: anticipated press conferenceTuesday, May 14, 2019, 1:00 pm, auditorium of the Kunsthalle Mannheim, with Dr Ulrike Lorenz and Dr Peter KropmannsCaption: Hans Purrmann, Albert Weisgerber, Henri Matisse (l.t.r.), Munich, Löwenbräukeller, 1910, Bosco-Automat photo booth, © Hans-Purrmann-Archiv
De nombreux artistes français et allemands se sont lancés sur les traces d’Henri Matisse (1869–1954) dans les premiers temps de l’art moderne. Si ce peintre compte parmi les plus appréciés du public, c’est assurément pour ses innovations qui en font un précurseur de l’art abstrait. Considéré comme un « artiste pour les artistes », Matisse a inspiré toute une génération de peintres français et allemands du début du XXe siècle par ses œuvres aux traits vifs et aux couleurs intenses qui rompaient avec une tradition arrivée dans une impasse. L’exposition temporaire Inspiration Matisse présentée à la Kunsthalle Mannheim du 27 septembre 2019 au 19 janvier 2020 rassemblera plus de cent-vingt tableaux, sculptures, céramiques et œuvres graphiques qui présenteront le pionnier de l’art moderne ainsi que certains de ses contemporains, notamment des Fauvistes français, des Expressionnistes allemands et des élèves de l’« Académie Matisse ».La première présentation d’œuvres du maître en Allemagne au début du XXe siècle suscita des réactions très contrastées, allant de l’enthousiasme sans retenue à un rejet catégorique. Ce qui n’empêcha pas nombre d’artistes de l’avant-garde de s’inspirer du style expressif et richement coloré typique de Matisse. Quelques collectionneurs allemands en contact régulier avec le milieu artistique parisien repérèrent le peintre dès 1905 mais son œuvre n’attira véritablement l’attention du public germanique qu’un ou deux ans plus tard lorsque certaines de ses toiles, perçues par beaucoup comme radicalement novatrices, furent présentées pour la première fois à Munich, Francfort, Dresde, Karlsruhe et Stuttgart dans le cadre d’une exposition itinérante consacrée à l’art français de l’époque.En décembre 1908, Matisse se rendit à Berlin à l’occasion d’une rétrospective de son œuvre qui ouvrit au mois de janvier suivant et trouva un retentissement dépassant largement le cadre de la capitale de l'Empire. Pratiquement tous les artistes allemands de l’époque, qu’ils soient débutants ou déjà célèbres, visitèrent cette exposition organisée par la galerie Paul Cassirer. Parmi eux se trouvait notamment Max Beckmann, qui s’exclama devant les œuvres : « Toutes plus scandaleuses et culottées les unes que les autres ». Quant à Max Pechstein et Ernst Ludwig Kirchner, venus spécialement de Dresde, ils se réjouirent certes de découvrir un artiste avec lequel ils avaient des affinités, mais n’en furent pas moins choqués par le style intransigeant des tableaux qui, même à Paris, faisaient scandale et étaient rejetés. À telle enseigne que les deux peintres envoyèrent à Erich Heckel, resté à Dresde, une carte postale avec un commentaire laconique : « Matisse assez fou ».Les critiques d’art allemands se rangèrent en deux camps : les progressistes francophiles reconnurent en Matisse un nouveau génie, un révolutionnaire poursuivant l’évolution amorcée par Van Gogh, Gauguin, Seurat, Signac et surtout Cézanne, tandis que les conservateurs virent en lui le vecteur d’un virus dangereux menaçant d’infecter les jeunes peintres allemands. Toute la presse s’accordait alors sur la nécessité de l’émergence d’un art allemand renouvelé et puissant, mais nombre de critiques estimaient que celui-ci devant prendre ses distances par rapport à ce qui arrivait de Paris.Matisse effectua trois voyages en Allemagne, le premier à l’été 1908 (Spire, Heidelberg, Nuremberg, Munich), le second durant l’hiver suivant (Berlin, Hagen) et le troisième à l’automne 1910 (Munich de nouveau puis Garmisch-Partenkirchen). Il y rencontra des collectionneurs et visita divers musées ainsi que la grande exposition d’art islamique présentée au Theresienwiese de Munich en 1910. Durant son séjour dans la capitale bavaroise, Matisse fréquenta également divers restaurants célèbres, notamment la brasserie Löwenbräukeller où se trouvait un prototype du Photomaton que le peintre utilisa pour prendre une photo en compagnie de ses accompagnateurs, les trois personnages tenant un bock de bière en main (voir photo ci-dessous). Parmi les nombreuses personnalités que Matisse rencontra en Allemagne, on citera seulement Karl Ernst Osthaus, qui fut l'un de ses principaux contacts outre-Rhin et auquel on doit notamment la fondation du Folkwang Museum de Hagen.On ignore si Matisse est passé par Mannheim durant ses voyages en Allemagne. On sait par contre qu’il a visité Heidelberg en 1908, notamment le château où il a pu admirer le célèbre tonneau géant. À Spire, il rencontra Hans Purrmann qui était son élève à l’« Académie Matisse », établissement dans lequel le maître forma une centaine de peintres français et étrangers entre 1908 et 1910. Aucune de ses toiles n’était toutefois présente à l’exposition organisée en 1907 pour le 300e anniversaire de Mannheim. Quant à la Kunsthalle, elle n’ouvrit qu’en 1909 et Sally Falk, grand collectionneur de la ville rhénane, n’acquit une statue et deux œuvres graphiques de l’artiste que bien plus tard.Cent-cinquante ans après la naissance d’Henri Matisse, la Kunsthalle Mannheim présente des œuvres du maître entourées d’autres dues à une multitude d’artistes (André Derain, Georges Braque, Charles Camoin, Kees van Dongen, Raoul Dufy, Henri Manguin, Albert Marquet, Maurice de Vlaminck ; Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, August Macke, Gabriele Münter, Max Pechstein ; Rudolf Levy, Oskar et Margarete Moll, Hans Purrmann, Mathilde Vollmoeller). Le dialogue qui s’établit entre toutes ces œuvres génère de nouvelles perspectives et montre comment Matisse a ouvert de nouvelles voies et catalysé la volonté de libération de nombreux artistes.La grande exposition de Mannheim est une première mondiale en ce qu’elle regroupe des œuvres variées en provenance de musées et de collections privées d’une dizaine de pays (Allemagne, Belgique, Danemark, Espagne, États-Unis, France, Grande-Bretagne, Norvège, Suède, Suisse). Parmi les musées qui ont prêté des œuvres de leur collection, on citera seulement la Nationalgalerie de Berlin, la Pinakothek et la Städtische Galerie im Lenbachhaus de Munich, la Staatsgalerie de Stuttgart, le Musée Matisse de Nice, la Tate de Londres, la Nasjonalgalleriet d’Oslo, la Fondation Beyeler de Riehen/Bâle, le Museo Thyssen-Bornemisza de Madrid, l’Art Institute de Chicago et le Metropolitan Museum de New York.« Inspiration Matisse »27 septembre 2019 – 19 janvier 2020Inauguration: 26 septembre 2019, 19hCommissaires: Dr. Peter Kropmanns (Paris), Dr. Ulrike LorenzConférence de presse anticipée : mardi 14 mai 2019 à 13h, auditorium de la Kunsthalle Mannheim, avec Dr Ulrike Lorenz et Dr Peter KropmannsSponsors : Médias partenaires : Légende: De gauche à droite : Hans Purrmann, Albert Weisgerber et Henri Matisse, Munich, Löwenbräukeller, 1910, cabine photographique Bosco-Automat © Hans-Purrmann-Archiv, Munich
Aufbruch in die Moderne – Französische und deutsche Künstler auf den Spuren von Matisse: Publikumsliebling Henri Matisse (1869–1954) ist Synonym für malerische Innovation bis an die Grenze zur Abstraktion. Als "Künstler für Künstler" hat Matisse am Beginn des 20. Jahrhunderts mit zeichenhaften und farbintensiven Werken eine jüngere Generation französischer und deutscher Künstler inspiriert und von festgefahrenen Traditionen befreit. Die Kunsthalle Mannheim präsentiert in der Sonder-ausstellung „Inspiration Matisse“ (27.09.2019 bis 19.01.2020) mit mehr als 120 Gemälden, Plastiken, Keramiken und graphischen Arbeiten den Pionier der Moderne im Kreis seiner Zeitgenossen: von den französischen Fauvisten über die deutschen Expressionisten bis zu Schülern der „Académie Matisse“.Als die Kunst von Matisse in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals in Erscheinung trat, spaltete sich das Publikum in leidenschaftliche Anhänger und nicht minder passionierte Gegner. Zahlreiche Künstler der Avantgarde ließen sich von seiner farbtrunkenen, expressiven Malerei inspirieren. Einzelne deutsche Kunstkenner, die das Pariser Kunstleben regelmäßig beobachteten, hatten bereits 1905 begonnen, seine Kunst wahrzunehmen. Die Diskussion über die auf viele so neuartig wirkenden Kunst begann jedoch vor allem 1906/07, als einzelne seiner Werke bei einer Wanderausstellung neuerer französischer Kunst erstmals auf deutschem Boden zu sehen waren – in München, Frankfurt am Main, Dresden, Karlsruhe und Stuttgart.Im Dezember 1908 reiste Matisse nach Berlin, wo im Januar 1909 eine Retrospektive seiner Kunst über die Grenzen der Reichshauptstadt hinaus von sich reden machte. Nahezu alle jüngeren wie etablierten Künstler sahen diese Ausstellung des Kunstsalons Paul Cassirer, angefangen mit Max Beckmann, der urteilte: „Eine unverschämte Frechheit nach der anderen“. Aus Dresden waren Max Pechstein und Ernst Ludwig Kirchner angereist. Zerrissen zwischen dem Glücksgefühl, auf einen Geistesverwandten zu stoßen, und dem Schock, den die Kompromiss-losigkeit der Werke aus Paris auslöste, die selbst dort für Furore und Ablehnung gesorgt hatten, schrieben sie an den in Dresden gebliebenen Erich Heckel auf einer Postkarte lakonisch: "Matisse z.T. recht wüst."Die progressiven und frankophilen deutschen Kritiker erkannten in Matisse einen neuen Stern am Kunsthimmel, einen Revolutionär, der fortsetzte, was van Gogh, Gauguin, Seurat und Signac sowie vor allem Cézanne begonnen hatten, während die konservative Presse befürchtete, die jungen deutschen Künstler könnten mit einem unheilvollen Virus infiziert werden und es ihm gleichtun. Zwar war es Konsens, dass es wieder eine starke, neue deutsche Kunst geben müsse; doch viele meinten, eine solche sollte sich unabhängig von der Pariser Kunst entwickeln.Matisse verband mit Deutschland vor allem Erinnerungen an drei Reisen nach Speyer, Heidelberg und Nürnberg sowie München (Sommer 1908), Berlin und Hagen (Jahreswende 1908/09) sowie München und Garmisch-Partenkirchen (Herbst 1910). Er besuchte dort u.a. Museen, Sammler, die große Ausstellung islamischer Kunst auf der Münchner Theresienwiese 1910, aber auch traditionsreiche gastronomische Betriebe wie den Münchner Löwenbräukeller, wo er sich in einem Vorläufer des Photomaton mit seinen deutschen Begleitern und hochgehaltenen Maßkrügen ablichten ließ (siehe Pressefoto). Auf seinen Reisen begegnete er zahlreichen Persönlichkeiten. Einer seiner wichtigsten Partner war Karl Ernst Osthaus, der Gründer des Folkwang-Museums in Hagen.Ob Matisse bei seinen Reisen auch in Mannheim Halt machte, ist nicht überliefert. 1908 besichtigte er in Heidelberg das große Fass im Schloss. In Speyer besuchte er Hans Purrmann, seinen Schüler in seiner privaten Malschule „Académie Matisse“, in der er 1908 bis 1910 rund 100 Schüler aus dem In- und Ausland unterrichtete. Bei der Mannheimer Jubiläums-Ausstellung 1907 war er indes nicht vertreten. Die Kunsthalle Mannheim eröffnete erst 1909 und der bedeutende Mannheimer Sammler Sally Falk besaß wohl erst später eine Plastik sowie zwei Grafiken des Franzosen.150 Jahre nach seiner Geburt präsentiert die Kunsthalle Mannheim Henri Matisse neben zentralen Werken von André Derain, Georges Braque, Charles Camoin, Kees van Dongen, Raoul Dufy, Henri Manguin, Albert Marquet und Maurice de Vlaminck ebenso wie von Ernst Ludwig Kirchner, Alexej von Jawlensky, August Macke, Gabriele Münter sowie Max Pechstein und schließlich von Rudolf Levy, Oskar und Margarete Moll, Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller. Die verschiedenen künstlerischen Positionen treten in einen offenen Dialog und ermöglichen neue Perspektiven. Es wird deutlich, dass Matisse formal wie inhaltlich neue Wege wies und zugleich wie ein Katalysator für jeweils individuelle künstlerische Befreiungen wirkte.Diese weltweit erste Zusammenschau zeigt kostbare Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen in Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Spanien und den USA. Unter den Leihgebern sind: Nationalgalerie (Berlin), Pinakothek (München), Städtische Galerie im Lenbachhaus (München), Staatsgalerie (Stuttgart), Musée Matisse (Nizza), Tate (London), Nasjonalgalleriet (Oslo), Fondation Beyeler (Riehen / Basel), Museo Thyssen-Bornemisza (Madrid), Art Institute (Chicago) und Metropolitan Museum (New York).Save the Date: Vorab-PressekonferenzDienstag, 14.05.2019, 13 Uhr, Kunsthalle Mannheim, Auditorium, mit Dr. Ulrike Lorenz und Dr. Peter Kropmanns.Inspiration Matisse27. September 2019 bis 19. Januar 2020Eröffnung: 26. September 2019, 19 UhrKuratoren: Dr. Peter Kropmanns (Paris), Dr. Ulrike LorenzGefördert durch: Medienpartner der Ausstellung: Bildunterschrift:Bosco-Automat-Sofortbild: Henri Matisse, Albert Weisgerber und Hans Purrmann (v.r.n.l.), 1910, Löwenbräukeller, München, © Hans-Purrmann-Archiv, München
Der menschliche Körper – meistens der eigene – ist häufig Ausgangspunkt der Arbeiten von Mwangi Hutter. Das Künstlerpaar hat eine gemeinsame Identität entworfen, mit der Fragen zur Wahrnehmung von Gender, Kultur, Ethnizität und sozialer Distinktion gestellt werden. Für die Kunsthalle Mannheim entwickeln Mwangi Hutter eine Drei-Kanal-Videoinstallation mit Skulptur, die im Zusammenspiel dynamische Bewegung und bedrohliche Erstarrung einander gegenübersetzt. Der Ausstellungstitel „Schwarz, Rot, Gold?“ bezieht sich auf aktuelle Debatten über Interkulturalität und die Symbolik der Nationalflagge Deutschlands.Am Mittwoch, 01. Mai 2019, sprechen Mwangi Hutter in der „Bar der Gegenwart“ um 19.30 Uhr über ihre Kunst, die den Raum der BOX mit der Mystik und der Rhythmik des Tanzes fällt. Das Paar zeigt den Körper als sensible Hülle, dessen Hautfarbe eine Projektionsfläche für Abgrenzung und Vorurteile sein kann. Sichtbares und Verdecktes, undefinierte Geschlechtlichkeit und unheimliches Begehren, Stille und kraftvolle Melodien kommen in dieser Installation zusammen.Im Rahmen der Ausstellung sind eine Fotoedition und ein Katalog entstanden. Der Katalog wird am 01. Mai 2019 anlässlich des Künstlergesprächs vorgestellt. (Mit Beiträgen von Sebastian Baden und Negarra A. Kudumu in Deutsch und Englisch. 80 Seiten, Hardcover, mit farbigen Abbildungen. Ab 01. Mai 2019 im Museumsshop erhältlich. Preis: € 19,80; Fotoedition, 40 x 50 cm, gerahmt ab € 300,00)In der „Bar der Gegenwart“ wird bei einem Drink mit lokalen wie internationalen Künstler*innen, Macher*innen und Denker*innen besprochen, wie wir die Gegenwart verstehen können. Wie inspiriert Kunst uns, anders auf unsere täglichen Fragen zu blicken – z.B. wie wir mit Zeit umgehen, wie wir unseren Arbeitsplatz organisieren, was uns für unseren Beruf motiviert oder wie wir zusammenleben wollen. Die „Bar der Gegenwart“ findet jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr statt.ProgrammPlus:Mittwoch, 01. Mai 2019, 19.30 UhrBar der Gegenwart: Artist Talk und KatalogvorstellungMit dem Künstler*innen-Duo Mwangi HutterLUXX, Museumsrestaurant der Kunsthalle MannheimModeration: Dr. Sebastian Baden und Dörte DennemannKosten: 5 €, Museumseintritt frei – MVV Kunstabend.Ausstellung:BOX #3: Mwangi Hutter – Schwarz, Rot, Gold?01. März bis 05. Mai 2019Eröffnung: 28. Februar 2019Kurator: Dr. Sebastian Baden
„Ich taste die Akustik der Kunsthalle Mannheim ab und bringe das Atrium mit meiner Komposition zum Klingen“, erklärt William Engelen. Der gebürtige Niederländer hat auf Einladung des Kunstmuseums eine ortsspezifische Arbeit entwickelt, um eine akustische Qualität in die Architektur des neuen Museumsgebäudes einzuführen. Seine Komposition „Partitur 32 bpm für die Kunsthalle Mannheim“ wird von acht Musiker*innen des Mannheimer Schlagwerks (Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim) mit jeweils neun Perkussionsinstrumenten unter der Leitung von Prof. Dennis Kuhn am 18.05.2019, um 19 Uhr, im Atrium im Rahmen der Mannheim Music Week uraufgeführt (Eintritt frei). Ebenfalls am Samstag wird die BOX #4 eröffnet, in der die Komposition von Engelen als Videoinstallation in Klang und Bild zu sehen ist.Zeitgenössische und experimentelle Musik erweitert die visuelle Kunstpraxis: William Engelen ist sowohl bildender Künstler als auch Komponist. Seine Arbeit verbindet visuelle Medien und Sound. Die Musik wird in situ als Klangskulptur in der Museumsarchitektur aufgeführt. Das Publikum erlebt ein begehbares Konzert und kann die Aufführung auf allen drei Etagen durch das offene Atrium im Zentrum des Museums hören. Nach der Uraufführung ist die Musik von Engelen bis zum 14. Juli 2019 als Video- und Klanginstallation in der BOX #4 für die Museumsbesucher*innen erlebbar.William Engelen (Jahrgang 1964) studierte an der Stadsakademie voor toegepaste Kunsten und der Jan van Eyck Akademie in Maastricht, Niederlande. Er ist bekannt für seine experimentellen und forschungsbasierten Kompositionen, die formal und thematisch herausragend sind. Sein Schaffen oszilliert zwischen Musik, Bildender Kunst, Happening, Klanginstallation und Performance. Seine ortsgebundenen Arbeiten stellen eine besondere Beziehung zwischen Raum und Klang her.Die musikalischen Werke notiert der Niederländer in der Regel graphisch – und baut auf das Einfühlungsvermögen und die Kreativität der Aufführenden. „Meine Zeichnungen fungieren als Partitur von Notationen, als Konstruktionszeichnung, als Schriftbilder gestischer, automatischer Verdichtungen oder als Kopfpartituren, die Grenzbilder möglicher musikalischer Erlebnisse sein können – uneindeutig, loopartig, variabel und aleatorisch“, erklärt William Engelen. Die für Mannheim geschaffene Komposition mit 32 bpm (Beats per Minute) ist Basis eines Ensemblewerkes, in dem jede*r Musiker*in als Solist*in auftritt und sich durch die Partitur navigiert. Das Stück ist in einem Raster mit 32 Spalten auf 32 Zeilen notiert, mit 1.089 Punkten in Weiß, Schwarz und in Grautönen sowie in verschieden großen Punkten, die der Betonung und Orientierung dienen. Die Musiker*innen suchen sich darin über die Dauer von 50 Minuten individuell ihren Weg, schlagen jedoch alle im gleichen Takt ihre Perkussionsinstrumente an. Zum Einsatz kommen Pauke, Gong, Triangel, Crotales, Bongo, Woodblock, Mokusho, Röhrenglocke und Kuhglocke.Im Rahmen der Ausstellung veröffentlichen die Kunsthalle Mannheim und William Engelen gemeinsam ein Künstlerheft und eine Schallplatte. Diese wird ein besonderer Teil des Kunstwerks und der Ausstellung sein, die den ephemeren Charakter von Musik in ein haptisches Format bringt und das Kunstwerk für ein öffentliches Archiv aufbewahrt. Ton und Bild werden in dieser Sonderausgabe kombiniert. Ergänzt wird der Langspieler mit einem Essay des Musiktheoretikers Björn Gottstein, Direktor des Contemporary Music Festival „Musiktage“ in Donaueschingen und Kurator des SWR-Radiosenders. (Schallplatte & Booklet, 300 Exemplare, herausgegeben von Sebastian Baden, Kunsthalle Mannheim).Box #4:William Engelen19. Mai bis 14. Juli 2019Eröffnung mit Uraufführung: Samstag, 18. Mai 2019, 19 Uhr Kurator: Dr. Sebastian Baden Mit freundlicher Unterstützung des Königreichs der Niederlande.Das Konzert findet Im Rahmen der Mannheim Music Week statt. Eine weitere Aufführung findet im Juli statt. Genauer Termin unter www.kuma.art
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