Kuma Blog

Humorvoll und oft auch absurd komisch sind die Arbeiten von John Bock. Die Sprache, der menschliche Körper, Objekte des Alltags und der sie umgebende Raum sind die Parameter, die der Video- und Performancekünstler in seiner Kunst miteinander in Beziehung und in Szene setzt. 2013 begeisterte Bock die Besucher*innen der Kunsthalle Mannheim mit seiner Installation „Voll die Beule“ in der Ausstellung „Nur Skulptur!“: Dafür inszenierte er Skulpturen aus der Sammlung in einem Ausstellungsraum, in dem zu festgelegten Zeiten eine Performance mit drei Schauspielern stattfand. Die skulpturale „Summenmutation“ dieser Installation wird nun mit der Rekonstruktion seiner Arbeit „LiquiditätsAuraAromaPortfolio“ in einer Ausstellung vereint, die unter dem Titel „John Bock. AuraAroma Ω-Beule“ am Donnerstag, 24.10.2019, um 19 Uhr in der Kunsthalle Mannheim eröffnet wird.Bereits 1998 verhalf die Installation „LiquiditätsAuraAromaPortfolio“ John Bock auf der ersten Berlin Biennale zum internationalen Durchbruch. Sie ist als Kombination aus Bühne und Filmkulisse gestaltet und wurde für eine Performance eingerichtet, die nun als Film gezeigt wird. Für Mannheim wird sie neben „Voll die Beule“ in neuer Form präsentiert und in der Kunsthalle zu einer Raum-in-Raum-Installation in Kubus 4 arrangiert.„Voll die Beule“ wird für die eigene Sammlung angekauft, „LiquiditätsAuraAroma“ ist dank einer Schenkung neu in der Sammlung. Beide Installationen verbleiben daher nach Ausstellungsende in Mannheim.Zusammen mit „John Bock. AuraAroma Ω-Beule“ werden am Donnerstag, 24.10.2019 die Ausstellungen „Gustav Seitz. Leib und Seele“ sowie „Liebe, Alltag, Akrobaten. Französische Grafik um 1900“ in der Kunsthalle Mannheim eröffnet.Gefördert durchFokus Sammlung – Kubus 4:John Bock. AuraAroma Ω-Beule25. Oktober 2019 bis Oktober 2020Eröffnung: 24.Oktober 2019Kurator: Dr. Sebastian Baden Save the Date – Pressekonferenz:„John Bock. AuraAroma Ω-Beule “(Mit „Gustav Seitz. Leib und Seele“ und „Liebe, Alltag, Akrobaten. Französische Grafik um 1900“)Mittwoch, 23. Oktober 2019, 11 Uhr, Auditorium, Kunsthalle Mannheim

Seit 01.09.2019 ist Johan Holten als Direktor der Kunsthalle Mannheim im Amt. „Ich freue mich, dass wir Johan Holten für Mannheim gewinnen konnten. Er bringt sowohl fachlich als auch persönlich sehr gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe mit “, erklärt Kulturbürgermeister Michael Grötsch im Rahmen des heutigen Pressegesprächs. „Ich schätze ihn als erfahrenen und engagierten Ausstellungsmacher mit weltoffener visionärer Orientierung. Ich bin überzeugt, dass er die Positionierung der Kunsthalle Mannheim in der nationalen und internationalen Museumslandschaft mit neuen Akzenten bereichern und weiter ausbauen wird.“Dr. Susanne Fuchs, Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Kunsthalle Mannheim, freut sich über die zukünftige Zusammenarbeit mit Johan Holten „Johan Holten wird die Stiftung hervorragend vertreten. Er ist ein erfahrener Ausstellungsmacher, interessant und weltoffen, voller Visionen und Ideen, und dabei doch von klassischen Werten geprägt, die ihn glaubwürdig und verlässlich machen“ Die Stiftung Kunsthalle Mannheim unterstützt das Kunstmuseum bei der Umsetzung aufwendiger Sonderausstellungen sowie bei ausgewählten wissenschaftlichen Publikationsprojekten.Die exzellent aufgestellte Kunsthalle Mannheim mit visionären Konzepten in die Zukunft zu führen ist die Aufgabe von Johan Holten, der er sich gerne stellt. „Das neue Museumsensemble aus sensibel sanierten Jugendstilbau und lichtdurchflutetem Neubau ist der perfekte architektonische Rahmen für die Präsentation von Sonderausstellungen“, erklärt der gebürtige Däne. Einen wiederkehrenden Schwerpunkt wird dabei die Beschäftigung mit den Ursprüngen der Sammlung der Klassischen Moderne bilden. „Mich interessiert es, diese einzigartige Kunstsammlung aus der Perspektive unserer globalen, diversen Gegenwart zu betrachten und den Blick zu weiten. In Mannheim leben Menschen aus rund 170 Nationen – mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Weltentwürfen. Ausgehend von der Moderne gilt es daher zu fragen, wie die Sammlung weiterentwickelt werden muss, um unserer heutigen globalisierten Gegenwart Rechnung zu tragen.“Darüber hinaus liegt sein Fokus auf der konsequenten Weiterentwicklung der Digitalstrategie der Kunsthalle Mannheim. „Zentral ist für mich die Frage, wie man die Digitalisierung von Kunst aus der spezifischen Form eines Werkes ableiten kann.“Die Eröffnung der großen Herbstausstellung „Inspiration Matisse“ am 27. September 2019 wird Holtens erste Amtshandlung sein. Geplant wurde diese Ausstellung noch von seiner Vorgängerin, Dr. Ulrike Lorenz, die seit August als Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar vorsteht.Johan Holten (*1976 in Kopenhagen) hat 2011 bis 2019 als Direktor der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden ihr Ausstellungsspektrum programmatisch erweitert. Besonders hervorzuheben sind die Ausstellungen „Room Service – Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel“ sowie „Gutes böses Geld. Eine Bildgeschichte der Ökonomie“, die mit ihren Verbindungslinien zwischen historischer und zeitgenössischer Kunst beide ein bundesweites Presseecho hervorriefen. 2013 wurde Holten der Justus Bier Preis für Kuratoren für das Projekt „Auf Zeit“ verliehen. Von 2006 bis 2011 war er Direktor des Heidelberger Kunstvereins, wo er international beachtete Ausstellungen mit Jorinde Voigt, Walid Raad oder Simon Starling realisierte. 2009 wurde das Programm des Kunstvereins von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine ausgezeichnet. Holten studierte Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und war von 1994 bis 1998 professioneller Tänzer im Hamburg Ballett unter der Leitung von John Neumeier.Die Kunsthalle Mannheim ist eine der ersten Bürgersammlungen der Moderne weltweit. 1909 als Museum gegründet, zählt die Kollektion der Kunsthalle zu den renommiertesten bürgerschaftlichen Sammlungen Deutschlands. Der am 1. Juni 2018 eröffnete Museumsneubau schreibt die 100-jährige Geschichte der Kunsthalle fort. Ermöglicht wurde dieser durch die private 50-Millionen-Euro-Spende des SAP-Mitbegründers Dr. h.c. Hans-Werner Hector und Beiträge der Stadt Mannheim, des Landes Baden-Württemberg sowie vieler weiterer Spender als beispielhaftes Private-Public-Partnership. Herzstück des Kunstmuseums ist die international bedeutende Sammlung. Mit Spitzenwerken des 19. bis 21. Jahrhunderts – von Édouard Manet bis William Kentridge – und einem herausragenden Skulpturenschwerpunkt, mit der innovativen digitalen Strategie sowie dynamischen Ausstellungs- und Programmformaten ist sie vor allem ein lebendiger Begegnungs-, Erlebnis- und Diskursort.

Objekte konservieren und für die Zukunft bewahren – das ist die Aufgabe der Restauratorinnen und Restauratoren in Museen. Am Sonntag, den 13.10.2019 geben sie Einblicke in ihren Arbeitsalltag und das Berufsfeld: Kunsthalle Mannheim, Reiss-Engelhorn-Museen und TECHNOSEUM öffnen im Rahmen des 2. Europäischen Tages der Restaurierung ihre Werkstätten. Dort können die Besucherinnen und Besucher den Experten über die Schultern schauen, das Gespräch suchen und dabei nicht zuletzt herausfinden, was alles getan werden muss, bis eine Ausstellung aufgebaut ist und eröffnet werden kann. In der Kunsthalle Mannheim findet die Themenführung „Hinter den Kulissen der Restaurierung“ statt (4 € zzgl. Eintritt). Diplom-Restauratorin Katrin Radermacher lädt um 15.30 Uhr in das Restaurierungsatelier ein und beantwortet Fragen rund um die Reinigung von kostbaren Gemälden, der Instandsetzung von komplexen Kunstinstallationen bis hin zum Transport empfindlicher Objekte bei Sonderausstellungen. Radermacher arbeitet seit über 20 Jahren in der Kunsthalle, restauriert dort Malerei und kennt sich bestens aus mit den Besonderheiten zeitgenössischer Kunst. Das Restaurierungsteam kümmert sich vor Ort um Leihgaben aus aller Welt, die zum Beispiel für die Sonderausstellung „Inspiration Matisse“ nach Mannheim gereist sind. Es errichtet darüber hinaus begehbare Kunstwerke, wie die Raum-in-Raum-Installation „LiquiditätsAuraAromaPortfolio“ von John Bock, die ab 25.10.2019 in der Kunsthalle zu sehen ist. In der Restaurierungswerkstatt dürfen die interessierten Teilnehmer ausgewählte Kunstwerke aus besonderer Nähe betrachten und erhalten Einblicke in die berufstypischen Untersuchungsmethoden und Geräte. Die Aufbewahrung von besonderen Kulturschätzen wird anhand des Schaudepots erfahrbar. Weitere Informationen unter www.kuma.art. Das Restauratoren-Team der Reiss-Engelhorn-Museen gewährt einen spannenden Blick hinter die Museumskulissen und stellt ihre facettenreiche Arbeit vor. Auf dem Programm stehen drei Spezial-Führungen und ein Experten-Gespräch. Der Aktionstag startet um 11:15 Uhr mit einem Rundgang durch die Sonderausstellung „Javagold“ mit Restaurator Bernd Hoffmann-Schimpf. Ausnahmsweise stehen dabei nicht nur die kostbaren Objekte im Mittelpunkt, sondern auch die Ausstattung wie Vitrinen-Technik und Klimageräte. Um 12:15 Uhr haben die Besucherinnen und Besucher die seltene Gelegenheit, ein Atelier genauer unter die Lupe zu nehmen. Peter Will und Christopher Röber, die auf die Restaurierung archäologischer Objekte spezialisiert sind, laden Interessierte in ihre Werkstatt ein. Ob Barockaltar, Gemälde oder Skulptur – in den Ausstellungen erstrahlen die Exponate in voller Pracht. Wie viel Arbeit dahinter steckt, verraten Gisela Gulbins und Henrike Bierbrodt um 13:15 Uhr an ausgewählten Beispielen im Museum Zeughaus. Welche Restaurierungen sind zu Hause möglich und wann muss der Experte ran? Dieser Frage stellt sich Restauratorin Gisela Gulbins um 14:15 Uhr. Sie gibt Tipps, welche Hilfsmittel zu Hause empfehlenswert sind und welche nicht. Die Besucherinnen und Besucher können ihre „Sorgenkinder“ oder Fotos der beschädigten Objekte zur Begutachtung mitbringen. Die Führungen in Ausstellungsbereichen sind im jeweiligen Eintritt enthalten. Der Rundgang im Atelier und das Experten-Gespräch sind kostenfrei. Weitere Informationen unter www.rem-mannheim.de Im TECHNOSEUM stehen die Restaurierungswerkstätten von 10:00 bis 16:00 Interessierten offen, der Besuch ist im regulären Eintrittspreis mit inbegriffen. Die Arbeiten dort konzentrieren sich in diesem Herbst vor allem auf die Sonderausstellung „Die Sammlung 3: Werben und Verkaufen“, die ab dem 7. November im Museum zu sehen sein wird. Bei dieser Schau präsentiert das TECHNOSEUM seine umfangreichen Bestände zu Marketing und Merchandising – das heißt, es müssen Objekttransporte aus dem Depot ins Haus organisiert, Ausstellungsgegenstände ausgepackt, begutachtet und ggf. noch überarbeitet werden. Wer den Werkstätten einen Besuch abstattet, kann somit als einer der Ersten die Exponate für die anstehende Schau in Augenschein nehmen: Neben Kaffeeautomaten, Emaille-Schildern und Werbe-Aufstellern gibt es auch ein Wiedersehen mit populären Werbefiguren wie etwa Wum und Wendelin, den Mainzelmännchen, Pumuckl und den kultigen PEZ-Spenderboxen. Weitere Informationen unter www.technoseum.de  

Am 01. Juni 2018 eröffnete der Neubau der Kunsthalle Mannheim. Knapp 15 Monate später haben bereits eine viertel Million Menschen das Museum besucht. Doro Schäfer aus Konstanz war am Mittwoch, 14. August 2019, die 250.000ste Besucherin der Kunsthalle Mannheim.Dr. Inge Herold, kommissarische Leiterin der Kunsthalle, ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren und ein Geschenk zu überreichen. Doro Schäfer durfte sich über einen Blumenstrauß, den Meisterwerke-Katalog der Kunsthalle Mannheim sowie einen Gutschein für eine Jahreskarte freuen. „So etwas ist mir bisher noch nie passiert. Ich bin ganz aufgeregt“, sagt die 60-Jährige. Sie ist mit ihrem Mann eigens vom Bodensee angereist, um in die Mannheimer Kunsthalle zu kommen. „Ich habe die neue Kunsthalle noch nicht gesehen und wollte schon länger unbedingt hierher kommen. Jetzt bin ich sehr gespannt, was das Haus zu bieten hat.“Dr. Inge Herold ist zufrieden, dass die magische Marke von 250.000 Besuchern bereits nach 15 Monaten geknackt wurde: „Wir schauen positiv in die Zukunft, vor allem im Hinblick auf unsere große Herbst-Ausstellung ‚Inspiration Matisse‘, die wir am 26. September 2019 als Höhepunkt unseres Ausstellungsjahres eröffnen. Diese Ausstellung wird ein echter Augenschmaus und sicher viele Besucher begeistern.“ Bildunterschrift:Dr. Inge Herold begrüßt als 250.000ste Besucherin Doro Schäfer aus Konstanz. (Foto: Kunsthalle Mannheim/ Miriam Pschorn)

Vom Frühwerk um 1895 bis zur progressiven Position des Rückenakts 1930: Zum 150. Geburtstag des am 31. Dezember 1869 geborenen Malers, Bildhauers und Grafikers würdigt die große Ausstellung „Inspiration Matisse“ in der Kunsthalle Mannheim den Maler und Bildhauer als einen der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts – mit über 135 Gemälden, Plastiken, Keramiken und Grafiken von ihm, aber auch von deutschen Expressionisten und Schülern der Académie Matisse, die sich von seiner Kunst zu eigenen Innovationen inspirieren ließen.Zur Eröffnung der Ausstellung am 26.09.2019 erscheint der umfassende Katalog zur Ausstellung im renommierten Münchner Kunstbuch-Verlag Prestel, der dem Konzept der Ausstellung in seinem Aufbau folgt, einzelne Aspekte in wissenschaftlichen Testen von deutschen, aber auch internationalen Experten vertieft und alle 135 ausgestellten Werke in großformatigen Abbildungen zeigt.Darin zeichnet Ausstellungskurator Peter Kropmanns Matisses Weg vom Revolutionär zum „Künstler für Künstler“ nach sowie in einem zweiten Beitrag seine Weiterentwicklung 1910 bis 1930 zum Klassiker der Moderne. Christian Weikop widmet sich dem Einfluss von Matisse auf die deutschen Expressionisten. Jacqueline Munck beschreibt, welche Auswirkungen Matisse auf die Fauves und „die Erprobung der Mittel“ hatte. Ina Ewers-Schultz schreibt über die deutschen Schüler der Académie Matisse von 1908 bis 1910. Isabelle Monod-Fontaine spürt den Rückenfiguren bei Matisse als Leitmotiv in seiner Malerei und Graphik nach. Mit weiteren Beitragen von Simon Kelly, Simone Klein, Astrid Köhler sowie Colin Lemoine.In der großen Herbst-Ausstellung „Inspiration Matisse“ zeigt die Kunsthalle Mannheim mit 135 ausgewählten Gemälden, Plastiken, Keramiken und graphischen Arbeiten die eindrucksvolle Entwicklung von Matisse als „Künstler für Künstler“. Gleichzeitig spürt die Schau seinen Anregungen im Werk geistesverwandter Zeitgenossen in drei zentralen kunsthistorischen Feldern nach: im französischen Fauvismus, dem deutschen Expressionismus sowie unter den deutschen Schülerinnen und Schülern der Académie Matisse. Ausgehend vom zentralen Thema der Figur und des Aktes im Raum, weitet sich der Blick auf Landschaftsbilder und mediterrane Szenerien bis zu Porträt und Stillleben.„Inspiration Matisse“ ist die erste Ausstellungseröffnung unter der Leitung von Johan Holten, der am 01.09.0291 sein Amt als Museumsdirektor der Kunsthalle Mannheim antritt. „Eine wunderbare Fügung, dass mit Matisse ein so bedeutender Name der Kunstgeschichte den Auftakt für meine Zeit in Mannheim bildet“, freut sich Holten.Die große Sonderschau steht unter der Schirmherrschaft von Franck Riester, Minister für Kultur der Republik Frankreich, und Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.Save the Date – Pressekonferenz „Inspiration Matisse“.Mittwoch, 25.09.2019, 11 Uhr, Kunsthalle Mannheim, Auditorium.Anmeldungen per Mail über tanja.binder@mannheim.de Große Sonderausstellung:Inspiration Matisse27. September 2019 bis 19. Januar 2020Eröffnung: 26. September 2019, 19 UhrKuratoren: Dr. Peter Kropmanns (Paris), Dr. Ulrike LorenzUnter der Schirmherrschaft von Franck Riester, Minister für Kultur der Republik Frankreich, und Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.Ausstellungskatalog: Peter Kropmanns (Hrsg.), Ulrike Lorenz (Hrsg.) Inspiration Matisse, Hardcover, Pappband, 232 Seiten, 22,3 x 27,5 cm, 200 farbige Abbildungen, Prestel Verlag, Buchhandelsausgabe: ISBN: 978-3-7913-5907-6, Preis: 42,00 €, Museumsausgabe: ISBN: 978-3-89165-237-4, Preis: 29,90. Erscheint am 25. September 2019. Bildunterschrift:Cover des Ausstellungskataloges: Henri Matisse, Akt im Wald | Nu dans la forêt, 1906, Öl auf Holz, 40.6 x 32.4 cm, Brooklyn Museum, Geschenk von George F. Of, 52.150, © Succession H. Matisse/ VG Bild-Kunst, Bonn 2019

„Liebe, Alltag, Akrobaten. Graphik um 1900“ eröffnet am 24.10.2019(um 19 Uhr) in der Graphischen Sammlung der Kunsthalle MannheimSelbstbewusst stemmt sie ihre Arme in die Hüfte, blickt verträumt demBetrachter entgegen. Ein Bein unter das andere geschlagen, ruht sich die„Sitzende Tänzerin“ auf einem Sessel aus – vielleicht zwischen zwei Etüdenoder vor ihrem Auftritt? Die undatierte Lithografie von Henri Matisse ist einevon 40 Werken der Ausstellung „Liebe, Alltag, Akrobaten. Graphik um1900“, die am Donnerstag, 24.10.2019 (um 19 Uhr), in der GraphischenSammlung der Kunsthalle Mannheim eröffnet wird.Als Ergänzung und Erweiterung der Sonderausstellung „Inspiration Matisse“präsentiert die Schau Originale und Druckgraphiken aus der MannheimerSammlung, die weitgehend um 1900 entstanden sind. Dazu gehören nebenBlättern von Henri Matisse auch Arbeiten auf Papier von Maurice Denis,Henri de Toulouse-Lautrec, Émile Bernard, Pierre Bonnard, ÉdouardVuillard und Georges Rouault.Gemeinsam ist den Künstlern im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20.Jahrhunderts ihre Suche nach Inspiration und stilistischer Innovation. DieTechnik der Farblithografie erweitert in der Graphik das Experimentierfeldund eröffnete neue Gestaltungsprinzipien. Während der Blütezeit der„L’Estampe Originale“ erfahren Drucke Anerkennung als autonomeKunstwerke. Reine Graphikgalerien handeln Unikate und Editionen alsbegehrte „Kunst für Eingeweihte“.Die ausgestellten Künstler sind parallel oder zeitversetzt Mitglieder diverserGruppierungen innerhalb der Schule von Pont-Aven, der Nabis und derFauves. Von der Malweise der Impressionisten wenden sie sich ab. Einesihrer großen Vorbilder ist Paul Cézanne; auch der japanische Holzschnittbeeinflusst sie.Maurice Denis verbildlicht im gleichnamigen Zyklus „Amour“ (1892-1899)seine Auffassung einer Nabi-Ästhetik unter dem Leitmotiv „Liebe“. Derselbstgewählte Name ist Programm – abgeleitet vom hebräischen Wort„Nabiis“ für „Propheten“ oder „Erleuchtete“. Zwischen 1890 bis 1900 finden sich in dieser Gruppe junge Künstler, Musiker, Dichter und Theaterleutezusammen, um ihre Vorstellungen einer Erneuerung der bildenden Künstezu verwirklichen. Der Bildgegenstand soll sich der Fläche und Farbeunterordnen. Unter diesem Motto bereichern zwei Tänzerinnen von Matisseund Graphiken von Bonnard und Toulouse-Lautrec die Ausstellung.Auch Pierre Bonnard und Édouard Vuillard suchen Inspiration in derpulsierenden Hauptstadt Paris. In der Tradition des Flaneurs beobachtensie das Großstadtleben. Modische Damen, Dandys, Kinder, turbulenteStraßenszenen und ornamentreiche Interieurs visualisieren die Vibrationder Metropole des Fin de Siècle.Die Befreiung der Farbe ist das Hauptanliegen der Fauves. Eindrucksvollverdeutlichen diesen Anspruch die Blätter der Serie „Cirque de Suares“(1930) von Georges Rouault mit ihrer geheimnisvollen Zirkusatmosphäre.Als gesellschaftliche Randgruppe leben Schausteller entgegen allenKonventionen. Soziale Gegensätze werden im Spektakel der Manegeaufgehoben, um der Monotonie des Alltags für einen Moment zu entfliehen.Rouault interessiert sich auch für die nachdenkliche Seite der Akrobatenund Clowns. Bewegungslos stellt er die Artisten dar – im Gegensatz zuihrem Schicksal des ewigen Spaßmachens und Unterhaltens.In der Graphischen Sammlung:Liebe, Alltag, Akrobaten. Graphik um 190025.10.2019 – 12.01.2020Eröffnung: 24.10.2019, 19 UhrKurator: Dr. Thomas KöllhoferKuratorische Assistenz: Jennifer MeiserSave the Date – Pressekonferenz:Mittwoch, 23.10.2019, 11 Uhr

In der Publikation „Otto Dix in Baden-Württemberg“ laden sieben Museen gemeinsam ein zu einer Reise durch Baden-Württemberg auf Otto Dix’ Spuren. Zu den beteiligten Institutionen gehören neben der Kunsthalle Mannheim das Kunstmuseum Albstadt, das Zeppelin Museum Friedrichshafen, das Museum Haus Dix in Hemmenhofen, das Kunstmuseum Singen, die Staatsgalerie Stuttgart und das Kunstmuseum Stuttgart. Herausgegeben wurde der Band vom Förderverein Museum Haus Dix Hemmenhofen e.V.1933, nach dem Verlust seiner Dresdner Professur und der zunehmenden Diffamierung durch die Nationalsozialisten, zog sich Otto Dix (1891–1969) an den Bodensee zurück, wo er über 30 Jahre lebte. Sieben Museen des Landes Baden-Württemberg verfügen gemeinsam über die weltweit umfangreichste Sammlung seiner Werke, die einen Einblick in sämtliche Facetten seines Schaffens erlaubt: Von der mit bisweilen brachialem Verismus vorgetragenen Gesellschaftskritik des Hauptwerks über die altmeisterliche Lasurmalerei der inneren Emigration bis hin zu den expressiven Alla-Prima-Gemälden der späten Jahre. Erstmals wird dieser Schatz in einem Band vorgestellt und lädt dazu ein, den Künstler und die Museumslandschaft seiner zweiten Heimat zu entdecken.Anlass der Publikation ist der 50. Todestag Otto Dix’ am 25. Juli und der 2019 erstmals vom Förderverein Museum Haus Dix vergebene Otto-Dix-Abiturpreis. (Weitere Infos unter foerderverein-museum-haus-dix.de)Otto Dix in Baden-Württemberg, herausgegeben vom Förderverein Museum Haus Dix Hemmenhofen e.V., Einleitung von Nikolai B. Forstbauer, Edition Cantz, 100 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 978-3-947563-41-8, 9,80 €.

Anlässlich der Ausstellung „BOX #4: William Engelen. Partitur 32 bpm“ erscheint die Schallplatte „32 bpm“, die von der Kunsthalle Mannheim in Zusammenarbeit mit dem Künstler William Engelen produziert wurde und von der Edition Telemark vertrieben wird. Auf dieser LP ist das eigens für die Kunsthalle Mannheim komponierte Werk „32 bpm“ zu hören – in dem neuen Museumsgebäude machen die Schlaginstrumente eine außergewöhnliche Akustik erfahrbar.Das Stück basiert auf einer ortsspezifischen Komposition, deren Raster aus 32 x 32 Punkten sich an der Architektur der Kunsthalle orientiert. Acht Musiker*innen des Mannheimer Schlagwerks unter der Leitung von Professor Dennis Kuhns suchen sich innerhalb der Partitur von William Engelen ihren Weg und lassen dabei neun Perkussionsinstrumente wie die Pauke oder die Röhrenglocke erklingen.Als eigenständiges Kunstwerk eröffnet die limitierte Schallplatte die Möglichkeit, die Kunst und Musik Engelens vom öffentlichen, institutionellen Raum hinein in den privaten Raum zu transferieren: Eine neue individuelle Klangskulptur entsteht. Diese musikalische Begegnung mit der Komposition Engelens wird durch das beigelegte Booklet ergänzt. Die Essays des SWR2-Redakteurs und Leiters der Donaueschinger Musiktage, Björn Gottstein, sowie des Kurators Dr. Sebastian Baden intensivieren das Musikerlebnis rund um Engelens Werk. Die Schallplatte ist ab sofort im Museumsshop der Kunsthalle Mannheim erhältlich (23 €).Wir laden herzlich ein zur Feier der LP Release zusammen mit der zweiten Live-Aufführung der Partitur am Mittwoch, 10.07.2019, um 20 Uhr in der Kunsthalle Mannheim (Eintritt frei). Die Ausstellung „William Engelen ist noch bis zum 14. Juli 2019 in der BOX zu sehen. (Weitere Infos unter www.kuma.art, www.william-engelen.de.) Foto: William Engelens Partitur „32 bpm“ für die Kunsthalle Mannheim als Schallplatte

Ein riesiger Teppich, der eine Luftaufnahme in Schwarzweiß von Mannheim 1943 zeigt, liegt mitten in der Sonderausstellung „Hector Preis: Hiwa K“ (05.07. bis 01.09.). Mit Kunstwerken wie „Alchemy of Love (Mannheim)“ stellt der Künstler Fragen der Zugehörigkeit und thematisiert Heimat, Identität und Macht. Das ProgrammPlus der Kunsthalle Mannheim bietet auf und um diesen besonderen Teppich Veranstaltungen an, in denen die zentralen Aspekte der Schau vertieft werden.Im Workshop „Bewegung/ Körperliche Forschung“ werden die Themen Konfliktbewältigung, Bedrohung und Selbstbewusstsein erforscht. Das wichtigste Werkzeug dabei ist der eigene Körper. Am Samstag, 13.07.2019 (11 und 16 Uhr, je 90 Min.), zeigt die israelische Tänzerin, Choreografin, Kampfsportlerin und Lehrerin Kerem Shemi den Teilnehmenden eine Reihe von körperlichen Übungen und Aktivitäten. Mit diesen zielt die Bewegungs-Forschung darauf ab, dem Individuum im Eigenen und im Anderen zu begegnen. Körperliche Empfindungen und Wahrnehmungen sollen es ermöglichen, verschiedene Schichten in den Forschenden zu manifestieren und zu verkörpern. Kerem hat ihren B.A. in Tanz und Choreografie an Jerusalemer Akademie für Musik und Tanz absolviert. Von dort aus setzte sie ihre Bewegungsforschung in China und Berlin fort.„Auf dem Mannheimer Teppich“ kommen Teilnehmer*innen an vier Terminen im Juli und August. In Kooperation mit dem Interkulturellen Haus, dem Arabischen Haus und der Orientalischen Musikakademie lädt die Kunsthalle Mannheim zu Gesprächen rund um die Ausstellung, zur Stille und zur Musik ein. Die kurdisch-deutsche und arabisch-deutsche Übersetzung unterstützt den Austausch zwischen den Besucher*innen.Die Termine im Überblick:Samstag, 13.07.2019, 11 und 16 Uhr, jeweils 90 minProgrammPlus zu „Hector Preis: Hiwa K“Bewegung / Körperliche ForschungMovement/ Embodied ResearchWorkshop in englischer Sprache mit Kerem ShemiKosten: 5 € zzgl. EintrittSonntag, 14.07.2019, 16.30 UhrAuf dem Mannheimer TeppichEinführung in die Ausstellung mit kurdisch-deutscher Übersetzung und  Gespräche mit Baren Alpayci u.a. vom Interkulturellen Haus MannheimKosten: 3 € zzgl. EintrittSonntag, 21.07.2019, 16.30 UhrAuf dem Mannheimer TeppichEinführung in die Ausstellung mit arabisch-deutscher Übersetzung und  Gespräche mit Aicha Berth u.a. vom Arabischen Haus Mannheim sowie Musik von der Orientalischen Musikakademie Mannheim Kosten: 3 € zzgl. EintrittSonntag, 11.08.2019, 16.30 UhrAuf dem Mannheimer TeppichEinführung in die Ausstellung mit kurdisch-deutscher Übersetzung und  Gespräche mit Baren Alpayci u.a. vom Interkulturellen Haus Mannheim Kosten: 3 € zzgl. EintrittSonntag, 18.08.2019, 16.30 UhrAuf dem Mannheimer TeppichEinführung in die Ausstellung mit arabisch-deutscher Übersetzung und  Gespräche mit Aicha Berth u.a. vom Arabischen Haus MannheimKosten: 3 € zzgl. Eintritt

Braucht jedes Kollektiv eine Richtung? 1.805 blaue Kugelschreiber sind mit einem Klebeband zu einem Bündel zusammengeschnürt und gleiten gemeinsam über eine riesige weiße Bahn. Wie ein Strom von Linien ziehen sie über das Papier, verdichten sich, nur um direkt wieder leicht auseinanderzustreben, scheinbar chaotisch und doch geordnet. „Jedes Kollektiv braucht eine Richtung“ (2012) ist Teil der Sonderausstellung „Nadine Fecht. AMOK“, die am 18. Juli 2019 (19 Uhr) in der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim eröffnet wird.Nadine Fecht (geboren 1976 in Mannheim) gilt als eine der vielversprechendsten zeitgenössischen Positionen im Bereich der Zeichnung und Konzeptkunst. Zentral ist für die Wahl-Berlinerin der Materialbegriff: Fecht bezieht die konzeptuellen und assoziativen Bedeutungszusammenhänge des verwendeten Materials konsequent ein; oft sind diese die Ausgangspunkte für ihre Kunstwerke, in denen sie Spannungsfelder aufbaut, die unaufgelöst fixiert werden und deren Pole den Bereichen der sozialen Ökonomie, der gesellschaftlichen Rollen-Zuschreibung und der Selbstermächtigung eines Individuums entstammen. Gemeinsam ist allen Arbeiten die Aufforderung an den Betrachter, diese Spannungen nicht in die eine oder andere Richtung aufzulösen, sondern in ihrer Instabilität – die hier als Potential verstanden sein will – auszuhalten.Im Akt des Zeichnens oder Schreibens lotet Fecht die Grenzen der eigenen Belastbarkeit aus, überschreitet diese bisweilen und beobachtet mit Neugierde, welche ästhetischen Folgen diese psychophysischen Grenzsituationen erzeugen. Der pure Akt der Zeichnung oder des schreibenden Zeichnens ist an vielen Werken ablesbar und macht die Handlung, den Prozess sichtbar. Mit konzeptuellen Arbeiten wie „hysteria“ (2016), „privileged“ (2016) und „close reading“ (2013) gelingt es der Künstlerin, politische Themen auf überraschende Weise künstlerisch zu bearbeiten. Dabei wirkt das Erscheinungsbild der Werke spielerisch einfach, trägt jedoch gleichsam eine vielschichtige Komplexität in sich, die sich nachhaltig im Gedächtnis der Betrachtenden festsetzt.Nadine Fecht unterrichtet seit 2018 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und verwaltet die Professur Grundklasse Zeichnung. Für ihr künstlerisches Schaffen wurde sie u.a. 2009 mit dem Preis für Malerei der Schulz-Stübner-Stiftung und 2014 dem Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste in Berlin ausgezeichnet. Ihre Arbeiten sind bereits in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten – unter anderen im Kupferstichkabinett der Museen Preußischer Kulturbesitz in Berlin, Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig und im Kunstmuseum Basel.„Nadine Fecht. AMOK“ in der Kunsthalle Mannheim ist die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin.Gleichzeitig mit der Sonderausstellung wird die Neupräsentation der Sammlung zum Thema Landschaft in Kubus 3 eröffnet.Nadine Fecht. AMOK19. Juli bis 13. Oktober 2019 Eröffnung: 18. Juli 2019Kurator: Dr. Thomas KöllhoferSave the Date: PressekonferenzDienstag, 16. Juli 2019, 11 Uhr, Kunsthalle Mannheim, Jugendstilbau, Erdgeschoss Westflügel (A 09).Fotocredit:Nadine Fecht: 53 beginnings, 2012, © Nadine Fecht.