Kuma Blog

Kein Museumsbesuch, kein Theater und kein Konzert – die Corona-Krise trifft Kulturliebhaber hart. Doch auch für Zuhause gibt es tolle kulturelle Angebote, die bestens unterhalten und die Vorfreude auf die Zeit nach Corona steigern. Einige Mitarbeiter*innen der Kunsthalle teilen ihre persönlichen Tipps für Kultur auf dem heimischen Sofa. Holen Sie sich Inspiration, um die Zeit bis zum nächsten Besuch in der Kunsthalle zu überbrücken. 

In der besonderen Situation der COVID-19 Pandemie verlagert die Kunsthalle die STUDIO Ausstellung „On the Quiet“ ins Internet auf Social Media Plattformen. Das neue Format findet ab 22. April online statt und wird von einer Serie Videoclips begleitet.

Auch wenn die ersten kleinen Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft getreten sind: Kulturinstitutionen wie die Kunsthalle Mannheim bleiben bis auf weiteres geschlossen. Deshalb freuen wir uns besonders, dass unsere #KuMaChallenge so großen Anklang findet.

Gerade erst hat die Bundesregierung die Schließung der Grenzen zu unseren europäischen Nachbarländern um drei weitere Wochen verlängert, am Frankfurter Flughafen ist das Fluggastaufkommen in den ersten beiden Aprilwochen um 95 Prozent gesunken und selbst die norddeutschen Inseln sind für Touristen gesperrt – Reisen ist in Zeiten von Corona unmöglich geworden. Was uns bleibt, sind Reisen in Gedanken und die können richtig Spaß machen. Entdecken Sie mit uns in den kommenden Wochen Sehnsuchtsorte in der Kunst der Mannheimer Sammlung. Den Anfang macht heute Edvard Munchs Gemälde „Utsikt fra Nordstrand/Aussicht von Nordstrand“ (1900-1901).Edvard Munch zeigt hier eine Aussicht auf den Oslofjord. Dabei geht es Munch jedoch weniger um die Darstellung der norwegischen Natur, sondern vielmehr um das emotionale Erlebnis. Auf der in kräftigen Blau- und Grüntönen gehaltenen Wasseroberfläche sind zwei Inseln zu erkennen. Ihre kompakte Gestalt, aber auch das flächig ausgemalte Wasser, vermitteln den Eindruck, dass die Inseln über dem Fjord schweben. Die größere Insel sieht dank der Spiegelung auf dem Wasser wie ein Mund aus. Am unteren Bildrand bricht Munch hingegen die tiefblauen Farbebenen auf, indem er für die Uferstraße leuchtende Rosa- und Weißtöne verwendet.Munchs Gemälde zeigt jedoch nicht nur die Weite der norwegischen Fjordlandschaft, sondern auch die Einsamkeit des einzelnen Spaziergängers, der an der Uferstraße entlanggeht: Dessen einziger Begleiter ist sein eigener Schatten. Die dunklen Formen in der rechten unteren Bildecke, bei denen der Betrachter nicht recht erkennen kann, ob es sich um Pflanzen oder Gestein handelt, schaffen zudem eine bedrohliche Atmosphäre.

Ostern ist vorbei und wir hoffen, Sie konnten das Fest trotz der bestehenden Einschränkungen etwas genießen – zum Beispiel bei einem ausgiebigen Spaziergang im Wald oder auf der Wiese. In Zeiten von Social Distancing zieht es viele von uns noch öfter in die Natur, um frische Luft zu schnappen und Entspannung zu finden. Passend dazu stellt Dr. Dorothee Höfert, Leiterin der Kunstvermittlung, in unserer neuen Online-Führung zwei Werke aus dem Landschaftsraum im Kubus 3 der Kunsthalle Mannheim vor. Susa Templins Installation „Landscaping“ von 2017 ist das Herzstück des Raums. Die Künstlerin schuf aus Spielzeugbäumen, trockenen Blättern, Pflanzen und Kunstrasen ein Naturmodell, das sie fotografierte und anschließend vergrößerte.

Die Provenienzforschung widmet sich der Herkunft von Kunstwerken und deren Besitzverhältnissen (Provenienzen). Gerade während der NS-Zeit sind diese nicht immer zweifelsfrei zu klären. Von November 2011 bis Juli 2018 erforschte die Kunsthalle Mannheim deshalb systematisch die Herkunft aller Gemälde, Skulpturen und Graphiken in ihrem Bestand, um mögliche NS-Raubkunst zu identifizieren. 

Mit (WIEDER-)ENTDECKEN. DIE KUNSTHALLE MANNHEIM 1933 BIS 1945 UND DIE FOLGEN widmet sich die Kunsthalle der eigenen Geschichte während des Nationalsozialismus. Die Ausstellung veranschaulicht die Auswirkungen, die die Zeit des Nationalsozialismus bis heute auf die Kunsthalle, ihre Sammlung sowie auf die mit dem Museum verbundenen Menschen hat. Ein Fokus liegt auf über 500 Werken die das Museum 1937 im Zuge der Beschlagnahmungen „entarteter Kunst“ dauerhaft verloren hat. Deutlich wird aber auch, dass die Kunsthalle nicht ausschließlich als Opfer zu begreifen ist: Die Ausstellung lenkt den Blick auch auf die Propaganda-Ausstellung „Kulturbolschewistische Bilder“, die 1933 in Mannheim gezeigt wurde und am Anfang der nationalsozialistischen Hetzkampagnen gegen die moderne Avantgarde stand.

 

Herzlich willkommen auf dem Blog der Kunsthalle Mannheim! Wie schön, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben. In Zeiten der Corona-Krise hat die digitale Kunstvermittlung plötzlich einen ganz anderen Stellenwert für uns als Museum, aber sicher auch für Sie als Besucher*in. Da Sie im Moment nicht persönlich zu uns kommen können, bringen wir die Kunst zu Ihnen nach Hause: mit Live-Treffen zu aktuellen Ausstellungen, über unsere Social Media-Kanäle, mit virtuellen Rundgängen oder über die Sammlung Online, die Kunsthalle Mannheim App und jetzt auch über diesen Blog.Schon seit dem ersten Tag der Corona-Schließung, dem 14. März 2020, sind wir mit der #KuMaChallenge auf unseren Social Media-Kanälen Instagram, Facebook und Twitter aktiv. In regelmäßigen Abständen stellen Mitarbeiter*innen der Kunsthalle Mannheim in kurzen, persönlichen Videos Werke aus der Sammlung oder aus aktuellen Sonderausstellungen vor.

Anike Joyce Sadiq wird mit dem 2020 erstmals in Mannheim vergebenen Förderpreis der Kunststiftung Rainer Wild ausgezeichnet. Eine Fachjury aus Kurator*innen verschiedener Kulturinstitutionen wählte die Künstlerin in der Kunsthalle Mannheim aus zehn nominierten Kandidat*innen aus. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 5000 Euro sowie eine Ausstellung vom 04. Juni bis 23. August 2020 im „Studio“ der Kunsthalle Mannheim verbunden.„Es war eine große Herausforderung aus den hochkarätigen Positionen eine Wahl zu treffen“, so Sebastian Baden, Kurator an der Kunsthalle Mannheim und Mitglied der Jury, zu der auch Susanne Jakob (Kunstverein Neuhausen), Moritz Scheper (Neuer Essener Kunstverein), Ellen Wagner (HfG Offenbach) und Didem Yazici (freie Kuratorin, Karlsruhe) zählten. Aus einer Auswahl von zehn durch die Jurymitglieder nominierten Künstler*innen und einem Kollektiv entschieden sich die Expert*innen für Anike Joyce Sadiq. „Wir waren beeindruckt, wie Anike Joyce Sadiq mit konzeptuellen Installationen aus Schrift und Bildmedien die Betrachter*innen in das Werk mit einbezieht und zu dessen Bedingung macht. Die Kunstwerke von Sadiq überzeugen durch ihre sprachliche Kraft“, begründet Baden das gemeinsame Urteil der Jury.Anike Joyce Sadiq kommt ursprünglich aus Heidelberg und lebt zurzeit in Berlin. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und war bereits Stipendiatin der Villa Romana in Florenz, der Kunststiftung Baden-Württemberg und der Akademie Schloss Solitude. In ihren Werken rückt sie die Besucher*innen ins Zentrum und lässt im Zusammenspiel von Video, Sound, Literatur, Poesie, Archivmaterial und Skulptur die Grenzen zwischen Werk und Betrachter, zwischen Innen- und Außenraum, zwischen Realität und Illusion, verschwimmen. Etwa in ihrer Arbeit „This you is me“, in der neben dem Schatten der Betrachter*innen an der Wand plötzlich eine zweite Silhouette erscheint, oder in der sogenannten Karaoke-Video-Installation „Ein Sprechstück für drei Betrachter“, das ohne drei Freiwillige, die eine Installation aus drei Mikrofonen nutzen, nicht funktioniert.Die 2009 gegründete Kunststiftung Rainer Wild des Heidelberger Unternehmers, Stifters und Kunstsammlers Prof. Dr. Rainer Wild zeichnet mit dem 2015 ins Leben gerufenen Förderpreis Kunsthochschul-Absolvent*innen aus ganz Deutschland unter 35 Jahren aus. Der Preis wurde zuvor in der Kunsthalle Baden-Baden vergeben. Auf Wunsch der Stiftung wird er ab 2020 in Mannheim verliehen. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 5000 Euro verbunden, das der Künstlerin von der Kunststiftung Rainer Wild übergeben wird.

Seit mehr als 100 Jahren wird der Internationale Frauentag zum Anlass genommen, wichtige Forderungen der Frauenbewegung in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Die Kunsthalle Mannheim bietet an diesem Tag, 08. März um 12 Uhr sowie um 15.30 Uhr, zwei Führungen an, in denen auf die Künstlerinnen der Sammlung eingegangen wird. Zudem werden die ersten 100 Museumsbesucherinnen an diesem Tag mit einer Blume und einem Kalender empfangen.Als Mutter oder als Geliebte, als Himmelsgöttin oder als Femme Fatale – Frauen tauchen als Motive in der Kunst seit jeher auf. Bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts wurden sie dabei jedoch fast ausschließlich aus männlicher Perspektive dargestellt. Erst im Laufe der letzten 100 Jahre eroberten sich Frauen als erfolgreiche Künstlerinnen ihren berechtigten Platz in der Kunst. Der Streifzug durch die Exponate der Mannheimer Sammlung am 08. März macht deutlich, wie sich Frauen in kreativ handelnden Rollen einbrachten und sich neben männlichen Künstlern in der Welt der Malerei und Bildhauerei oder der (Video-) Installation etablierten. Die beiden Führungen stellen Werke von Künstlerinnen wie Helene von der Leyen oder Rebecca Horn vor, die die weiblichen Positionen in den Vordergrund rücken.Die Kunsthalle Mannheim dankt der Blumenhandlung „Not the same – MA“ für die großzügige Unterstützung bei der Geschenkaktion.AUF EINEN BLICKSo, 08.03.20, 12 Uhr und 15.30 UhrDie Kunst ist weiblich! Malerinnen und Bildhauerinnen der SammlungThemenführung durch die SammlungKosten: 4 € zzgl. EintrittAktion zum Internationalen FrauentagDie ersten 100 Besucherinnen werden am Sonntag, 08.03., mit einer Blume von „Not the same – MA“ sowie einem Kalender der Kunsthalle Mannheim überrascht.

Bereits zwei Monate vor der Eröffnung seiner Ausstellung „Umbruch“, gibt Johan Holten am Mittwoch, den 4. März, um 19.30 Uhr, im Rahmen der Reihe „Bar der Gegenwart“ erste Einblicke hinter die Kulissen der Schau. In gemütlicher Gesprächsatmosphäre wird Holten über seine Vision einer inhaltlichen Neuausrichtung der Kunsthalle sprechen.Johan Holten, seit September 2019 Direktor in Mannheim, kuratiert mit „Umbruch“ (15.05.-06.09.20) seine erste Ausstellung an der neuen Wirkungsstätte, die in drei Kapiteln einen neuen Blick auf Vergangenheit und Zukunft des Hauses wirft. Dabei reicht das Spektrum des Gezeigten von Malerei wiederentdeckter Künstlerinnen der 1920er und 1930er Jahre bis hin zu zeitgenössischer Skulptur und Videoarbeiten internationaler Künstler*innen.Mit dem ProgrammPlus öffnet sich die Kunsthalle Mannheim in die Stadtgesellschaft. Die Formate reichen von Vorträgen in der Reihe „Labor für Weitsicht“, über die gesellige „Bar der Gegenwart“ sowie die Konzert- und Performancereihe „Live im Atrium“ bis hin zu Spaziergängen im Stadtraum. Die Kunsthalle bietet mit diesem vielfältigen Programm einen Treffpunkt für alle, die Lust haben, die Kunst, sich selbst und die „Anderen“ besser kennenzulernen und zu verstehen.AUF EINEN BLICKProgrammPlus:Mittwoch, 04.03.20, 19.30 UhrBar der GegenwartUmbruch – Gespräche und Drinks mit Johan HoltenKosten: 5 €, Eintritt frei (im Rahmen des MVV-Kunstabends)