Walker Evans, der zwischen 1903 und 1975 lebte, war sicher einer der bedeutendsten amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Es gibt wenige Fotografen, die einen so großen Einfluss auf ganze Generationen nach ihnen hatten. Deshalb gab es zu seinen Lebzeiten und gibt es bis heute zahlreiche unter ihnen, die sich in ihrem Werk teils direkt auf konkrete Arbeiten von Evans beziehen, teils eher allgemeiner auf seine Art zu fotografieren.Nun fragt man sich, was es war, das seine Arbeit so ganz besonders gemacht hat? Zwei Punkte sind hier besonders hervorzuheben: Evans war überzeugt davon, dass die wichtigste Aufgabe des Fotografen in der wachen Beobachtung der alltäglichen Welt um ihn herum liege. Er meinte, dass es nicht darum ginge, eine besonders kunstvolle Aufnahme zu machen, sondern eher einen Blick für das Schöne, für das Faszinierende des Alltags zu entwickeln und dieses festzuhalten. Entsprechend klebte er einen Zettel an seinen Spiegel mit der Erinnerung: Don´t be arty. Sei nicht künstlich/kunstvoll. In diesem Sinne könnte man sagen, dass Walker Evans der erste Dokumentationsfotograf war. Er beobachtete den Alltag der ganz gewöhnlichen Leute: Arbeiter, Farmer, Handwerker, nicht die Welt der Hochglanzmagazine mit dem Leben der Reichen und Berühmten.Dies hinderte ihn aber nicht daran, für entsprechende Magazine zu arbeiten. Für die Zeitschrift Fortune, die nach dem zweiten Weltkrieg darauf spezialisiert war, neuestes Design vorzustellen, fotografierte Evans unter dem Titel „Die Schönheit der normalen Werkzeuge“ ganz billige, einfache, aber sehr verbreitete Werkzeuge wie Hammer, Zange oder Meisel. Dazu schrieb er einen Text, in dem er – durchaus etwas ironisch – die besondere Schönheit des Griffs einer Zange beschrieb. Und damit sind wir beim zweiten Punkt. Evans war ein guter Autor und er achtete sehr genau darauf, wo und in welchem Zusammenhang seine Fotografien veröffentlicht wurden. Er gab seine Aufnahmen nicht an Fotoagenturen, sondern er kontrollierte jede Veröffentlichung sehr genau und schrieb in der Regel auch die Texte zu seinen Fotografien selbst. Auch damit wurde er zum Vorbild für viele heutige Fotografen.Kurioserweise wurde er aber durch eine Fotoserie berühmt, die er für die amerikanische Regierung aufnahm. Er sollte in der Zeit der wirtschaftlichen Rezession in den 1930er-Jahren Fotografien machen, die die zunehmende Armut „porträtierten“. Er fuhr nach Alabama und machte Fotos von Farmpächtern, die trotz härtester Arbeit kaum über die Runden kamen. Seine Aufnahmen der Familie Burroughs sind zu regelrechten Ikonen der Fotografie geworden, weil sie auf bis dahin nicht gekannte Weise ein nüchternes und ausgesprochen zeittypisches Porträt der armen amerikanischen Landbevölkerung wiedergaben.
„Endlich wieder Kunst genießen“ – zwei Wochen nach der ersten Öffnungsphase scheint die Erleichterung der Besucher*innen mit Blick ins Gästebuch groß, auch wenn bisher nur das Erdgeschoss des Neubaus zugänglich war. Ab Freitag, den 29. Mai, kann die Kunsthalle Mannheim nun endlich das gesamte Museumsgebäude öffnen, mit allen Ausstellungsbereichen im Neubau und Jugendstilbau. Das Publikum darf sich dabei sowohl auf ein Wiedersehen mit „alten Bekannten“ wie auf neue Entdeckungen freuen.Pünktlich zur Wiedereröffnung wurden nämlich einige Kuben in der Sammlungspräsentation neu arrangiert. Im Meisterwerke-Kubus werden vor allem frühe Erwerbungen des ersten Direktors der Kunsthalle, Fritz Wichert, gezeigt. Zu sehen sind unter anderem Werke von Lovis Corinth, Anselm Feuerbach, Ferdinand Hodler, Max Liebermann und Max Slevogt. Passend zur Biennale für aktuelle Fotografie ist im Kubus 1 noch bis zum 19. Juli Jeff Walls großformatige Schwarzweiß-Fotografie „Approach“ zu sehen. Das neuerworbene Werk wurde nur wenige Wochen vor Schließung erstmals präsentiert. Im Jugendstilbau können Besucher*innen die Sonderausstellung „Drucken ohne Farbe“, über graphische Experimente der 50er und 60er Jahre, verlängert bis zum 19. Juli entdecken.Mit der Öffnung des gesamten Hauses kehrt die Kunsthalle Mannheim ein kleines Stück zu ihrem regulären Betrieb zurück. So können Eintrittskarten während der Öffnungszeiten an der Museumskasse oder vorab im Online-Shop erworben werden und sind für einen ganzen Tag gültig. Der Ticketverkauf nach sogenannten „Time-Slots“, entfällt. Es gelten zudem wieder die regulären Eintrittspreise und das Museum ist mittwochs wieder bis 20 Uhr geöffnet. Zum Schutz der Besucher*innen bleiben die neu eingeführten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das neu eingeführte Leitsystem, weiter bestehen.ÖFFNUNGSZEITENDienstag – Sonntag & Feiertage 10 - 18 Uhr Mittwoch 10-20 UhrMontag geschlossenEINTRITTSPREISE12 Euro, ermäßigt 10 Euro, Abendkarte 8 Euro, Familienkarte 20 Euro
Ein kurzer (persönlicher) Einblick in den derzeitigen KuMa-Arbeitsalltag der digitalen Kommunikation
Wenige Tage nach der Rückkehr des KuMa-Teams aus dem Homeoffice und zwei Tage bevor wir die Türen der Kunsthalle wieder öffnen konnten, gab es ein Meeting: „Kommunikation nach der Wiedereröffnung, aber Corona-Einschränkungen“. Die Abteilung Marketing und Digitale Kommunikation kam zusammen. In den letzten Wochen hatten wir ausschließlich im digitalen Austausch mit unserer KuMa-Fans über die Social Media Kanäle gestanden. Nun durften Besucher*innen wieder in unserer Ausstellungsräume. Führungen und Programmveranstaltungen jedoch weiterhin nicht stattfinden. Die Frage für uns: Wie kann dennoch der so wertvolle Austausch zwischen Kunst und Besucher*innen ermöglicht werden? Zudem stand der Internationale Museumstag am 17. Mai kurz bevor. Was für ein symbolträchtiger Tag für alle Museen, die zumindest in Deutschland gerade wieder eröffnet hatten. Das wollten wir feiern. Wir entwickelten ein Programm, dass die Erfahrungen der reinen digitalen Corona-Zeit mit der derzeitigen Corona-Phase zusammenführt – eine Mischung aus analoger und digitaler Kunstvermittlung. So konnten am internationalen Museumstag alle Besucher*innen nach ihrem realen Kunsterlebnis Fragen und Eindrücke in einem „Digitalen Museumstalk – analog sehen, digital sprechen“ austauschen. Direktor Johan Holten, Dr. Dorothee Höfert, Leiterin der Kunstvermittlung, und Kurator Dr. Thomas Köllhofer gaben an dem Abend live aus den Ausstellungsräumen Einblick in das Werk des berühmten amerikanischen Fotografien Walker Evans und seinen Einfluss auf die zeitgenössische Fotokunst, die Besucher*innen waren von zuhause aus zugeschaltet. Der wieder mögliche gemeinsame physische Museumsbesuch wurde also im Anschluss durch den intellektuellen Austausch mit dem digitalen Hilfsmittel eines Streaming-Portals ergänzt.Zudem gab es an dem Tag Feines für die Ohren. In Kooperation mit der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e.V. und des Nationaltheaters Mannheim entstand ein neues, an die Situation angepasstes Format: „Musik in der Kunsthalle – analog hören, digital sehen“. Musiker*innen spielten passend zur Ausstellung ausgewählte Stücke im noch geschlossenen 1. OG der Kunsthalle. Gleichzeitig waren sie in einer Live-Übertragung auf dem großen Bildschirm der Collection Wall in unserem Atrium zu sehen. Auch die musikalische Darbietung war nach der wochenlangen Entbehrung gemeinsamer Livekonzerten ein Erlebnis mit Gänsehautfeeling. Das alles, wurde in kürzester Zeit vom Team Marketing und Digitalen Kommunikation umgesetzt. So erleben wir in der ständig neuen Reaktion veränderten Bedingungen dieser Zeit, die Chance mit unseren Besucher*innen neue Wege zu gehen, die auch mal weniger Perfektion und Ungewohntes erlauben und bei uns auch mal gewohnte Arbeitsabläufe sprengt wie Komfortzonen aufbricht. Fest steht: Wir arbeiten weiterhin an neuen digitalen Angeboten und freuen uns auf einen kreativen analogen wie digitalen Austausch mit unseren Besucher*innen.
Im Zuge der Corona-Pandemie musste die Kunsthalle Mannheim, so wie viele andere Institutionen, das Ausstellungsprogramm für das Jahr 2020 neu planen. Nun steht fest, dass alle Ausstellungsprojekte mit nur geringer Terminverschiebung realisiert werden können. Das erste Programmhighlight diesen Jahres „Umbruch“ wird vom 17. Juli bis 18. Oktober präsentiert.Dabei brachte die kurzfristige Reorganisation einige Herausforderungen mit sich. Für „Umbruch“ müssen unter anderem Werke von Peking und Los Angeles nach Mannheim transportiert werden – in der aktuellen Situation logistisch eine große Aufgabe. Johan Holten, Direktor des Hauses und Kurator der Schau, zeigt sich erleichtert. „Wir freuen uns, die geplanten Ausstellungen, die das gesamte Team nun seit Monaten und Jahren vorbereitet, mit dem Publikum teilen zu können.“ Auch die große Anselm Kiefer-Präsentation kann im Herbst stattfinden, im November statt wie ursprünglich geplant im Oktober.Seit dem 8. Mai sind Teilbereiche des Erdgeschosses der Kunsthalle Mannheim für den Besucherverkehr wiedereröffnet. Weitere Bereiche des Neubaus und Jugendstilbaus sollen in den kommenden Wochen folgen, so dass am 26. Juni das zeichnerische Werk der Mannheimer Künstlerin Barbara Hindahl im Jugendstilbau präsentiert werden kann. Zeitgleich werden im Studio Arbeiten der Preisträgerin des Förderpreises der Kunststiftung Rainer Wild Anike Joyce Sadiq, zu sehen sein.Hinweis Eintrittstickets sind im Rahmen der Öffnungszeiten regulär an der Museumskasse erhältlich.AUSSTELLUNGSPROGRAMM 2020Stand: 20.05.20Aus aktuellem Anlass möchten wir Sie darauf hinweisen, dass auch kurzfristige Änderungen im Programm auftreten können. Bitte vergewissern Sie sich vor Veröffentlichung über die aktuelle Terminplanung unter www.kuma.artSonderausstellungenBiennale für aktuelle Fotografie – Walker Evans RevisitedNoch bis 21.06.20Umbruch17.07. – 18.10.20Anselm Kiefer13.11.20 – 06.06.21JugendstilbauDrucken ohne FarbeNoch bis 19.07.20Barbara Hindahl26.06. – 01.11.20Michael Buthe 02.10.20 – 24.01.21Deltabeben 29.11. – 24.01.20StudioOn the Quiet02.04. – 14.06.20Anike Joyce Sadiq26.06. – 23.08.20Elsa Guillaume03.09. – 22.11.20Aiko Tezuka03.12.20 – 24.01.21
Seit Freitag, den 8. Mai, ist die Kunsthalle Mannheim wieder geöffnet und Besucher*innen können die Werke der Ausstellung „Walker Evans Revisited“ und „On the Quiet“ endlich wieder im Original betrachten. Das Sicherheitskonzept mit speziellem Leitsystem hat sich über die ersten Tage bewährt und die Öffnung weiterer Bereiche des Neubaus und Jugendstilbaus sind in Planung. Nur auf Begleitangebote wie Führungen, Workshops und Events müssen Besucher*innen aktuell noch verzichten. Zum internationalen Museumstag, am Sonntag, den 17. Mai, verbindet die Kunsthalle deshalb den analogen Ausstellungsbesuch mit digitaler Vermittlung.Nach dem Besuch der Ausstellung „Walker Evans Revisited“, die am Sonntag von 10 bis 18 Uhr zu sehen ist, folgt um 18.30 Uhr der „digitale Museumstalk“, exklusiv für Ausstellungsbesucher*innen. Über eine Streaming-Plattform können die Teilnehmer*innen am Abend ihre Eindrücke teilen und mit dem Team der Kunsthalle ins Gespräch kommen. Auch Museums-Selfies sind willkommen. Direktor Johan Holten, Dr. Dorothee Höfert, Leiterin der Kunstvermittlung, und Kurator Dr. Thomas Köllhofer geben an dem Abend live aus den Ausstellungsräumen Einblicke in das Werk des berühmten amerikanischen Fotografen Walker Evans und seinen Einfluss auf die zeitgenössische Fotokunst.In Kooperation mit der Musikalischen Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e.V. und des Nationaltheaters Mannheim hat die Kunsthalle zudem ein völlig neues, an die Situation angepasstes Format entwickelt: Zehn Musiker*innen des Orchesters spielen im noch geschlossenen 1. OG der Kunsthalle – passend zur Ausstellung – ausgewählte Stücke, die die Entwicklung der US-amerikanischen Musik des frühen 20. Jahrhunderts spiegeln. Auf dem Programm stehen Werke europäischer Komponisten wie Dohnanyi, Tansman und Prokofiev, für die die USA vorübergehend zur Heimat wurde. Die musikalische Untermalung des Ausstellungsbesuchs wird vormittags zwischen 11 und 12 Uhr sowie nachmittags zwischen 12 und 13 Uhr stattfinden. Damit die Besucher*innen nicht nur der Musik lauschen, sondern die Musiker*innen auch sehen können, wird es eine Live-Übertragung auf die Collection Wall im Atrium geben.In den vergangenen Wochen haben die Live-Führungen auf Social Media mit der Leiterin der Kunstvermittlung Dr. Dorothee Höfert große Beliebtheit erlangt. Am Internationalen Museumstag stellt sie ein Künstlerkonzept vor, das es den Betrachter*innen ermöglicht, selbst aktiv zu werden. Um 13 Uhr wird sie live auf Facebook und Instagram mehr über das Werk von Franz Erhard Walther berichten, der in den 1960er-Jahren die Kunstwelt revolutioniert hat.AUF EINEN BLICKSo, 17.05.20, 18.30 – 20 UhrWalker Evans Revisited – analog sehen, digital sprechenTeilnahme: Der Link zur Teilnahme wird am 17.05. exklusiv an Ausstellungsbesucher*innen vergebenAb 11 und ab 15 UhrMusik in der Kunsthalle – analog hören, digital sehen In Kooperation mit: Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e.V. und Nationaltheater Mannheim13 Uhr Digitale Live-Führung mit Dr. Dorothee Höfert Über den Facebook- und Instagram-Kanal der Kunsthalle Mannheim
Mit der Kapitulation der Wehrmacht heute vor genau 75 Jahren kamen auch für die Kunsthalle zwölf dunkle Jahre zu einem endgültigen Abschluss. Die NS-Diktatur bildete für das Museum einen tiefgreifenden Einschnitt, dessen Konsequenzen zum Teil bis heute schmerzhaft nachwirken. Dabei ist nicht nur an die fast 600 Gemälde, Skulpturen und Graphiken der Kunsthalle zu denken, die 1937 von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ beschlagnahmt und anschließend oftmals zerstört wurden. Auch viele eng mit der Institution verbundene Menschen mussten schwer unter dem nationalsozialistischen Terror leiden oder verloren durch ihn ihr Leben. Wie für alle deutschen Kunsteinrichtungen bedeutete der 8. Mai 1945 schließlich auch für die Kunsthalle eine Befreiung von der NS-Propaganda, die zwischen 1933 und 1945 maßgeblichen Einfluss darüber hatte, welche Künstler ausgestellt und welche Kunstwerke für die Sammlung angekauft wurden.An einen regulären Ausstellungsbetrieb war nach Kriegsende allerdings nicht sofort zu denken. Neben der notdürftigen Behebung der kriegsbedingten baulichen Zerstörungen musste dafür auch erst einmal die Kunst in die Museumsgebäude zurückkehren. Zum Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten war nämlich ein Großteil der Sammlung ab September 1943 in verschiedene Depots in Burgen, Schlössern oder Bergwerksstollen der näheren Umgebung ausgelagert worden. Vor der Rückgabe an die Kunsthalle untersuchten dann die Alliierten die eingelagerten Kunstwerke. Sie prüften, ob sich unter ihnen Objekte befanden, die NS-Verfolgten geraubt worden waren. Erst im März 1946 konnte die Kunsthalle deshalb wieder ihre Türen für das Publikum öffnen. Dieses bekam in mehreren aufeinander folgenden, jeweils als Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts betitelten Sammlungspräsentationen Arbeiten von vielen der Künstler zu sehen, die nur wenige Jahre zuvor von den Nationalsozialisten als „entartet“ beschimpft wurden. Den Auftakt machten u. a. Werke von Ernst Barlach, Erich Heckel, Emil Nolde und Christian Rohlfs.
Wir sind schon sehr aufgeregt: Ab kommenden Freitag, 8. Mai 2020 um 10 Uhr, sind wir wieder vor Ort in der Kunsthalle für Sie da! Zunächst öffnen wir das Erdgeschoss des Neubaus mit der Sonderausstellung WALKER EVANS REVISITED, die im Rahmen der Biennale für aktuelle Fotografie nur wenige Tage vor der Schließung eröffnet worden war. Veranstaltungen, Führungen und Workshops können aktuell leider jedoch noch nicht stattfinden. Deshalb werden wir auch zukünftig verstärkt auf vielfältige digitale Vermittlungsformate setzen. Sie dürfen gespannt sein!
Fast zwei Monate ist es nun her, dass die Kunsthalle Mannheim im Zuge der Corona-Krise ihren Besucherbetrieb einstellen musste. „Ein trauriger Tag“, bedauerte Direktor Johan Holten die Schließung in einer Videobotschaft über die Social-Media-Kanäle. Nun kann die Kunsthalle am Freitag, 8. Mai 2020, einen Teil des Hauses wieder öffnen.„Wir freuen uns, am Freitag die ersten Besucher*innen in der Kunsthalle willkommen heißen zu dürfen“, so Johan Holten. Geöffnet wird zunächst das Erdgeschoss des Neubaus mit der Sonderausstellung „Walker Evans Revisited“, die im Rahmen der Biennale für aktuelle Fotografie nur wenige Tage vor der Schließung eröffnet worden war. Weitere Bereiche des Neubaus sowie der Jugendstilbau werden erst in den kommenden Wochen wieder zugänglich sein. Auch Veranstaltungen, Vermittlungsformate wie Führungen und Workshops können aktuell leider nicht stattfinden. Zum Schutz der Besucher*innen unterliegt die Öffnung zudem weiteren Auflagen, über die die Kunsthalle im Vorfeld auf ihrer Homepage informieren wird. Unter anderem werden alle Besucher*innen gebeten, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.Die Kunsthalle Mannheim hatte in den vergangenen Wochen verstärkt auf digitale Kommunikation und Vermittlungswege gesetzt. Mit Angeboten wie Live-Führungen, der #kumachallenge und einem digitalen Kunstabend konnte das Museum den großen Einschränkungen zum Trotz Erfolge erzielen. „Wir werden auch weiterhin digitale Alternativen zu unserem umfangreichen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm bieten“, so Holten. „Gleichzeitig hoffen wir, in naher Zukunft alle Bereiche des Museums öffnen zu können. Denn: Die Begegnung mit dem Original ist durch nichts zu ersetzen.“Tickets für die Ausstellung „Walker Evans Revisited“ sind zum reduzierten Preis von 6 Euro an der Kasse erhältlich.
Die „Wiesenlandschaft“ von Eugen Knaus ist auf den ersten Blick sicher kein typischer Sehnsuchtsort. Üblicherweise sind dies exotische, südliche Landschaften mit attraktiver mediterraner Kulisse, mit kulturhistorisch bedeutsamer Architektur. Oder einsame, weite Landschaften, in denen der gestresste Mensch Ruhe und Erholung findet. Das menschliche Auge schweift gern in die Ferne, sucht den Überblick. Beispielhaft hierfür sind die seit dem Mittelalter entstehenden sogenannten Weltlandschaften, die Darstellung einer von sehr hohem Betrachterstandpunkt gesehenen Landschaft, oft mit religiöser Staffage.
Derzeit verbringen wir alle viel Zeit Zuhause, das öffentliche Leben ist nahezu zum Erliegen gekommen. Seitdem die Blumenläden wieder geöffnet sind, können wir uns das Leben in den eigenen vier Wänden zumindest mit frischen Blumensträußen verschönern. Passend dazu widmet sich Dr. Dorothee Höfert, Leiterin der Kunstvermittlung, in ihrer Führung durch den Meisterwerke-Kubus der Kunsthalle Mannheim dem Thema "Stillleben".
Seitennummerierung
- Vorherige Seite
- Seite 12
- Nächste Seite
